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Unspezifische chronische Rückenschmerzen - Psychosomatisch bedingte Rückenschmerzen |
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Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 16. September 2007 )
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Unspezifische chronische Rückenschmerzen - Psychosomatisch bedingte Rückenschmerzen
Definition:
Der Begriff "psychosomatisch" umfasst die Wörter: Psyche = Seele und Soma = Körper. Psychosomatische Erkrankungen sind damit die Äußerung seelischer Befindlichkeiten, Probleme oder Krankheiten, die sich in körperlichen Beschwerden äußern. Dasselbe gilt auch andersherum: Körperliche Beschwerden können ihrerseits psychische Probleme nach sich ziehen.
Das vegetative (= autonome; unwillkürliche; nicht beeinflussbare) Nervensystem bildet eine Brücke zwischen Psyche und Körper. So kann es bei Angst- oder Stresssituationen zu einem Anstieg der Herzschlagfrequenz oder einem erhöhtem Blutdruck und zu vielen anderen körperlichen Reaktionen kommen.
Entstehung und Auslöser von psychosomatischen Rückenschmerzen:
Bei einem länger anhaltenden akuten Schmerzgeschehen (nach zirka 3 Monaten) geht der Schmerz häufig in ein chronisches Stadium über. Hierbei verliert der Schmerz seine Alarmfunktion und psychologische Begleiterscheinungen mit veränderter Schmerzwahrnehmung beziehungsweise Schmerzverarbeitung treten zunehmend in den Vordergrund.
Besondere Ereignisse, die gefühlsmäßig sehr belasten oder belastet haben, können ebenso zum Auslöser werden. Leistungsdruck, das Gefühl der Über- oder Unterforderung, Ängste, Konflikte in der Familie oder am Arbeitsplatz können sich schon äußerlich sichtbar in der Körperhaltung niederschlagen: Kopf und Schultern hängen.
Auf psychische Belastungen, das heißt auf innere Spannungszustände, reagiert der Körper mit einer Erhöhung der Grundspannung der Muskulatur. Eine ständig angespannte, verkrampfte Muskulatur ermüdet aber nicht nur schneller, sondern kann auch Schmerzen bereiten.
Der empfundene Schmerz ist real, der Betroffene ist kein Simulant.
Während Schmerzen für den Körper Stress bedeuten, löst umgekehrt Stress bei Rückenschmerzpatienten wiederum (Dauer-)Schmerzen aus. Ein psychosomatischer Überforderungskreislauf könnte wie folgt skizziert werden:
Psychische Belastungen führen
- zur muskulären Verspannung, es resultiert
- eine körperliche Fehlhaltung bzw. Schonhaltung,
- die Verspannung steigt,
- Schmerz entsteht,
- noch höhere Verspannung entsteht.
- Es beginnt ein "Teufelskreislauf"!
Beschwerden und Merkmale von psychosomatischen Rückenschmerzen
Psychosomatisch bedingte Rückenschmerzen weisen gegenüber den organisch bedingten Rückenschmerzen, folgende Merkmale auf:
- Die Rückenschmerzen sind nicht bewegungs- bzw. positionsabhängig.
- Der Schmerz ist bezüglich der Ausbreitung und Lokalisation nicht exakt zu beschreiben („.. habe furchtbare Schmerzen im ganzen Rücken “).
- Häufig kein Ansprechen auf klassische Schmerztherapie.
- Der Betroffene wird meist nicht vom Rückenschmerz geweckt.
Darüber hinaus können vom psychosomatischen Rückenschmerz Betroffenen zusätzliche Begleit-Merkmale aufweisen:
- Depression, Hilflosigkeit, Angst, Abbruch der Sozialkontakte.
- Die Schmerzen werden als unerträglich geschildert mit häufigem Gebrauch von Ausdrücken des höchsten Grades (z.B. „fürchterlichste“).
- Häufig begleitende Magenschmerzen (Gastritis) und/oder Kopfschmerzen.
- Mehrfache Arztwechsel, wiederholte apparative Diagnostik, vielzählige erfolglose Behandlungen, fehlende Ansprechbarkeit auf therapeutische Maßnahmen, andauernder oder steigender Medikamentenverbrauch; der Lebensfokus ist konzentriert auf sogenannte „Schmerzmanagement“-Aktivitäten (Arztbesuche, Medikamenteneinnahme, Behandlungen).
Untersuchung, Behandlung und Therapie
Bei Rückenschmerzen - vor allem wenn diese über mehre Tage bestehen - sollten Sie immer einen Arzt aufsuchen. Erste Beschwerden verschwinden zwar häufig spontan und ohne Behandlung, aber bei über 60 Prozent der Patienten treten erneute Beschwerden auf. In einem Übergangsstadium können Schmerzen länger erhalten bleiben, hier gelangt man unter Umständen in den Gefahrenbereich der Chronifizierung. Chronische Schmerzen sind lang anhaltend und bestehen manchmal ein Leben lang bzw. können immer wieder akut aufflackern.
Die Diagnose stützt sich neben der Patientenbefragung (Ermittlung der Schmerzlokalisation, des Schmerzcharakters und der Begleitsymptome) primär auf die klinische Untersuchung der Wirbelsäule und die Prüfung neurologischer Ausfälle (Muskelschwäche und Taubheitsgefühle). Begleitend werden Röntgenaufnahmen und evtl. Aufnahmen durch Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT) angefertigt, um den vermuteten Befund zu objektivieren. Blut- oder Rückenmarkflüssigkeitsuntersuchungen können Hinweise auf mögliche Entzündungen, Infektionen oder Tumore als Ursache geben.
Alle Rückenschmerzen - medHELP GUIDE´s
WIRBELSÄULEN- und RÜCKEN-ERKRANKUNGEN
Wichtiger Hinweis:
Die angebenen Krankheitszeichen (Symptome) werden sehr häufig bei der Diagnose zu dieser Erkrankung beobachtet. Jedoch kann diese Erkrankung auch ohne bzw. mit anderen Krankheitszeichen vorliegen. Sollten Sie an ähnlichen Krankheitszeichen wie beschrieben leiden, dürfen Sie nicht daraus schließen, dass diese Erkrankung auf sie zutrifft.
Fragen Sie bitte Ihre Ärztin oder Ihren Arzt!
Bei nahezu allen Erkrankungen ist eine frühzeitige Erkennung
und damit die rasche ärztliche Intervention für den Heilungserfolg von größter Bedeutung.
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