|
Herzkatheter - Koronarangiografie - Linksherzkatheter |
|
|
Letzte Aktualisierung ( Montag, 3. September 2007 )
|
Herzkatheteruntersuchung - Koronarangiografie - Linksherzkatheter
Wer führt diese Untersuchung - Intervention durch (STW: Koronarangiografie):
Indikation (weshalb diese Untersuchung empfohlen wird):
- Eine Linksherzkatheteruntersuchung führt der Arzt dann durch, wenn der den Verdacht auf eine Einengung der Herzkranzgefäße (Koronare Herzkrankheit, KHK) hat. Dieser ergibt sich aus verschiedenen Untersuchungen (Elektro-Kardiogramm (EKG), Belastungs-EKG, Ultraschalluntersuchung des Herzens, Myokardszintigrafie) oder bei typischen Beschwerden wie einem Engegefühl im Brustkorb oder Luftnot bei Belastung, die auf eine verminderte Durchblutung des Herzmuskels hindeuten.
- Herzkranzgefäße können sich durch Ablagerung von Kalk, Cholesterin oder Blutplättchen verengen. Durch eine solche Verengung wird die Blutversorgung des Herzmuskels beeinträchtigt und es können bei Anstrengungen, bei starker Verengung aber auch in Ruhe, Schmerzen und Druckgefühl entstehen.
- Sollte sich ein Gefäß im Laufe der Erkrankung ganz verschließen und die Blutversorgung des Herzmuskels abschneiden, kommt es zu einem Herzinfarkt. Um die Art und den Umfang der Herzkranzgefäßerkrankung festzustellen, ist eine Koronarangiographie (Kontrastdarstellung der Koronargefäße) notwendig.
- Auch Veränderungen an den Herzklappen, Herzfehler und Schwächen der Herzmuskulatur, die oft mit Kurzatmigkeit oder Ödemen einhergehen, können mit Linksherzkatheter diagnostiziert werden.
- Die Kenntnis über die genaue Lage der Verengungen an den Herzkranzgefäßen ist nötig, um ein Ballon-Dillatation oder eine Bypass-Operation durchzuführen.
- Wenn eine Herzoperation (z.B. an einer Herzklappe) geplant ist, liefert eine Herzkatheteruntersuchung wichtige Vorinformationen. Bei einem akuten Herzinfarkt kann mit dem Linksherzkatheter der Verschluss der Herzkranzgefäße direkt nachgewiesen und in vielen Fällen auch behandelt werden.
Häufige Krankheitsgründe und Diagnosen - Koronarangiografie:
Untersuchungsablauf
Voruntersuchungen:Die Indikationsstellung zur Koronarangiographie verlangt, daß neben einer Anamnese und klinischen Untersuchung in der Regel auch ein Ruhe- und Belastungs-EKG, aktuelle Laborwerte, eine Röntgenuntersuchung des Herzens sowie ein Echokardiogramm vorliegen. Die Funktionsdiagnostik kann ergänzt werden durch eine Rechtsherzeinschwemmkatheterisierung, eine Myokardszintigraphie, oder ein Belastungsechokardiogramm.
Von den Laborwerten sollten insbesondere die Gerinnungsparameter, die Nieren- und Schilddrüsenwerte sowie die Elektrolyte vorliegen.
Vor einer Herzkatheter-Untersuchung sollten einige wichtige Punkte beachtet werden:
- Eine Schilddrüsenerkrankung sollte ausgeschlossen sein, da das jodhaltige Kontrastmittel eine Krankheitsverschlimmerung auslösen könnte.
- Falls eine Unverträglichkeit für Röntgenkontrastmittel besteht, muss das den Ärzten unbedingt gesagt werden.
- Ab Mitternacht nichts mehr essen und trinken.
- Medikamenten-Einnahme: Arzt fragen.
- 6 Stunden vor der Untersuchung nicht mehr rauchen.
Die Katheteruntersuchung ist seit vielen Jahren eine anerkannte Methode der Routine-Herzdiagnostik und in der technischen Durchführung ausgereift. Dennoch ist sie nicht völlig risikolos. Deshalb wird diese Invasivtechnik auch erst nach sorgfältiger Indikationsstellung und Vordiagnostik angewandt.
Nach weltweiten Statistiken treten ernsthafte Komplikation bei etwa 2,4 von 1000 Untersuchungen auf. Hierbei stehen Häufigkeit und Schwere von Zwischenfällen im Zusammenhang mit der Schwere der Erkrankung des Patienten, d. h. bei sehr starken Veränderungen am Herzen erhöht sich die Wahrscheinlichkeit einer ernsthafteren Komplikation. Der Arzt wird Sie vor der Untersuchung über alle Risiken welche durch die Untersuchung entstehen können aufklären.
Untersuchungsbeschreibung:Die Untersuchung erfolgt entweder von der rechten Leiste aus oder über die rechte Ellbogenbeuge. Der Arzt betäubt den Bereich, legt dann mit einem kleinen Hautschnitt ein arterielles Blutgefäß frei, über das er dann einen weichen dünnen Kunststoffschlauch, den Katheter, bis zum Herz vorschiebt. Beim Freilegen der Arterie kann ein Druckgefühl und beim Kontakt des Katheters mit der Herzwand ein Herzstolpern auftreten.
Zunächst bestimmt der Arzt über den Herzkatheter die Druckwerte in der linken Herzkammer. Dann überprüft er die Pumpfunktion des Herzens, indem Kontrastmittel in die linke Herzkammer spritzt. Eventuell kann es dadurch zu einem kurzen, den ganzen Körper durchlaufenden Hitzegefühl oder auch starkem Harndrang kommen.
Danach wird der Schlauch in die Herzkranzgefäße eingeführt und das Röntgen-Kontrastmittel hineingespritzt. Das Herz wird aus verschiedenen Richtungen geröntgt. Auf diese Weise lässt sich der Zustand der Herzkranzgefäße genau beurteilen.
Nach der Entfernung des Katheters wird die Schlagader abgedrückt oder auch zugenäht; die Untersuchung ist damit beendet. Inklusive der Vorbereitungen dauert das gesamte Prozedere etwa eine Stunde.
Die Untersuchung kann ambulant oder stationär durchgeführt werden.
Nach der Untersuchung:Die Katheter werden unmittelbar nach der Untersuchung entfernt. Um eine Blutung an der Punktionsstelle der Schlagader zu verhindern, drückt der Arzt oder die Schwester die Einstichstelle zunächst 10 bis 20 Minuten per Hand ab. Dann wird die Einstichstelle mit einem festen Druckverband versorgt, der (je nach Katheterdurchmesser und Blutungsrisiko) 8 bis 24 Stunden angelegt bleiben muss.
In diesem Zeitraum sollte der Patient die entsprechende Körperregion ruhig und gestreckt halten werden, am besten durch Bettruhe in flacher Rückenlage.
Nach Entfernung des Druckverbandes sollten bis zum vollständigen Verschluss der Einstichstelle (etwa weitere drei Tage) extreme Belastungen und besonders Beugung der betroffenen Körperregion (wie Radfahren, schweres Heben, größere Wanderungen) vermieden und die Punktionsstelle zum Duschen mit einem wasserfesten Pflaster abgedeckt werden.
Besonders Patienten mit einer Vorerkrankung der Nieren rät man, im Anschluss an die Untersuchung reichlich Flüssigkeit zu trinken, um die Ausscheidung des Röntgen-Kontrastmittels zu fördern.
Wichtiger Hinweis:
Das Ergebnis einer diagnostischen Untersuchung kann nur von einem Arzt oder Ärztin bewertet werden. Sowohl unauffällige, alsauch von der Norm abweichende Befunde haben nur Bedeutung im Zusammenhang aller Erkenntnisse die Ihr Arzt über Ihren Gesundheitszustand gewinnen konnte.
Fragen Sie bitte Ihre Ärztin oder Ihren Arzt!
Bei allen diagnostischen Befundergebnissen können nur Ärzte die richtigen Schlüsse daraus ziehen und werden Ihnen diese genau erklären.
Die Informationen bzw. Untersuchungsbeschreibungen von
www.medhelp.at ersetzen nicht die Betreuung, Beratung und Versorgung
durch Ärzte, Krankenhäuser, Apotheker und anderen Leistungserbringern.
Alle Informationen sind unverbindlich und für Patienten gedacht, die
allgemeine medizinische und gesundheitliche Fragen haben.
Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Informationen wird, trotz
gewissenhafter Prüfung, jede Haftung ausgeschlossen. Ebenso kann für
Fehler bei der Übermittlung im Internet keinerlei Gewähr übernommen
werden.
|