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Bluthochdruck - Hypertonie (hoher Blutdruck) Drucken
Letzte Aktualisierung ( Montag, 8. Oktober 2007 )

Bluthochdruck - Hypertonie (hoher Blutdruck)

Die Beschreibung der Erkrankung wurde auf Richtigkeit geprüft und korrigiert von:
Univ.-Prof. Dr. Ronald Karnik, Kardiologie, 1080 Wien, Österreich; Okt. 2007

Ärztinnen, Ärzte und Zentren

medHELP GUIDE - HOHER BLUTDRUCK: Untersuchung, Therapie und Behandlungen; Wer macht was?

Inhaltsübersicht


Weitere Informationen


Definition - Hypertonie

Unter Blutdruck versteht man den Druck, der im arteriellen Gefäßsystem des Menschen herrscht und Grundvoraussetzung für eine regelrechte Durchblutung und damit Sauerstoffversorgung der Organe darstellt. Dieser Druck wird im wesentlichen bestimmt durch die Kontraktionskraft des Herzmuskels einerseits, der als Motor des Kreislaufs fungiert, sowie die Gesamtkapazität und Elastizität des arteriellen Gefäßsystems andererseits.

Bluthochdruck ist vor allem deshalb so gefährlich, weil die Erkrankung nicht weh tut, unbehandelt jedoch zu erheblichen Spätschäden führt: Durch die ständige Überlastung der Arterien verändern diese sich krankhaft (Arteriosklerose). Diese Gefäßerkrankungen wiederum führen zu zahlreichen Komplikationen: Schlaganfall, Herzinfarkt, Durchblutungsstörungen der Beine, Nierenversagen.

Von der Volkskrankheit „Bluthochdruck“ sind etwa 15 bis 20 Prozent der erwachsenen Bevölkerung betroffen. Die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung steigt mit zunehmendem Alter.

Wann spricht man von Bluthochdruck?


blutdruck_normal

Von Bluthochdruck (Hypertonie) spricht man, wenn der systolische (obere) Wert über 139, der diastolische (untere) über 89 mm Quecksilbersäule (Hg) gemessen wurde. Da sich bei der Messung des Blutdruckes beim einzelnen Menschen unterschiedliche Werte ergeben, hat die Österreichische Gesellschaft für Hypertensiologie (Hypertension = Hochdruck) zwei Regel zur Diagnoseerstellung einer Hypertonie erstellt.

Die Regeln zur Blutdruckdiagnostik lauten:
  1. Um die Höhe des Blutdrucks eines Menschen einzuschätzen, braucht man mindestens 30 Messwerte (in der Regel Selbstmessungen) innerhalb von 15 Tagen. Die Erhöhung der Zahl der Meßwerte trägt dem unterschiedlichen Blutdruckverhalten Rechnung.
  2. Wenn 7 oder mehr von 30 Messwerten größer oder gleich 135/85 mmHg sind, liegt eine Hypertonie vor. Die Grenzwerte der Selbstmessung werden um 5mmHg niedriger angesetzt, als die Grenzwerte bei der Arztmessung.
Einteilung des Blutdruckes:


Einteilung des Blutdruckes (mmHg)

 
Selbstmessung


Arztmessung

Klassifikation Syst. Diast. Syst. Diast.
Ideal < 115 < 75 < 120 < 80
Normal
115 - 124
75 - 79
120 - 129
80 - 84
Noch normal
125 - 134
80 - 84
130 - 139
85 - 89
Hypertonie Stad. I
135 - 174
85 - 104
140 - 179
90 - 109
Hypertonie Stad. II
> 175
> 105
> 180
> 110
Isolierte systolische
Hypertonie

> 135
< 85
> 140
< 90
Quelle: Slany J et al.: Journal für Hypertonie 2007; 11(1),7-11

Zeichenerklärung:
< = niedriger oder gleich
< = niedriger
> = höher oder gleich




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Ursachen - Hypertonie

Unter normalen Bedingungen passt sich der Blutdruck des Menschen den Erfordernissen der Kreislaufsituation an, wobei die komplexe Blutdruckregulierung sowohl über Hormone als auch über das vegetative Nervensystem erfolgt. Bei körperlicher Belastung erhöht sich der Blutdruck, unter Ruhebedingungen sinkt er ab.

Durch eine Reihe von Krankheitsprozessen kann dieses Blutdrucksystem aus der Balance geraten - mit permanent erhöhten Werten, zu niedrigen Werten oder der Situation nicht entsprechenden Blutdruckschwankungen.

Es wird in sekundäre (Ursache bekannt) und primäre (oder essenzielle = Ursache unbekannt) Hypertonie unterschieden.

Ursachen der sekundären Bluthochdruckerhöhung:

Wenn für den Bluthochdruck andere Erkrankungen als Ursache gefunden werden, spricht man von einer sekundären Hypertonie. Zu den bekannten Ursachen einer sekundären Hypertonie zählen:
  • Durch eine Nierenkrankheit verursachte Hypertonie (renale Hypertonie):
    Da die Niere als wichtiges Ausscheidungsorgan eine zentrale Rolle bei der Regulation des Wasserhaushaltes und des Blutdrucks wahrnimmt, gehen Erkrankungen diese Organs oftmals auch mit Störungen des Blutdrucks einher. Alle krankhaften Prozesse, die zu einer Minderdurchblutung der Niere führen, wie zum Beispiel eine Einengung der Nierenschlagader, können mit erhöhten Blutdruckwerten einhergehen.
  • Hormonstörungen (endokrine Hypertonie):
    Hierbei handelt es sich überwiegend um die Folge einer Überfunktion der hormonbildenden Nebenniere (adrenale Hypertonie). Dem Phäochromozytom liegt ein meist gutartiger Tumor des Nebennierenmarks zugrunde, der überschießend Katecholamine (Adrenalin und Noradrenalin) produziert. Hormonell aktive, fast ausschließlich gutartige Tumoren der Nebennierenrinde (Nebennierenrindenadenome) führen durch übermäßige Produktion von Kortikoiden zur Hypertonie (Cushing-Syndrom, Aldosteronismus). Das Cushing-Syndrom kann außerdem Folge eines Hormon-produzierenden Tumors der die Funktion der Nebennierenrinde regulierenden Hirnanhangsdrüse sein, also eines Hypophysenadenoms oder -tumors. Ferner ziehen eine Überfunktion der Schilddrüse (Hyperthyreose) und der Nebenschilddrüse sowie die vermehrte Produktion von Wachstumshormonen die Entwicklung einer Hypertonie nach sich.
  • Durch Bluterkrankungen oder Medikamente verursachte Hypertonie:
    Ebenso wie eine übermäßige Produktion von Kortikoiden durch die Nebennierenrinde führt auch eine hohe Dosis an Kortison zum Bluthochdruck. Darüber hinaus können auch andere Medikamente wie Antirheumatika oder Hormonpräparate (z. B. Antibabypille), ein übermäßiger Lakritzengenuss und verschiedene Drogen (z. B. Kokain, Amphetamin) einen Bluthochdruck verursachen.
  • Schwangerschafts-Hypertonie:
    Die schwangerschaftsbedingte Hypertonie tritt im zweiten oder dritten Schwangerschaftsdrittel auf. Sie geht mit einer raschen Gewichtszunahme durch die Einlagerung von Flüssigkeit im Gewebe und einer erhöhten Eiweißausscheidung im Urin einher.
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Ursachen der primären Hypertonie

In den meisten Fällen kann jedoch keine eindeutige Ursache des Bluthochdrucks nachgewiesen werden, sodass man von einer primären (essenziellen) Hypertonie ausgeht, bei Erwachsenen in über 90 Prozent der Fälle.

Die Höhe des Blutdruckes hängt von verschiedenen Faktoren in unserem Körper – wie der Weite und Widerstand der Gefäße, der Funktion der Niere, die den Salz- und Wasserhaushalt steuert, und von der Herzarbeit (Volumen des vom Herzen in einer bestimmten Zeit ausgeworfenen Blutes) - ab. Darüber hinaus spielen bestimmte Hormone der Nebennieren und Niere, aber auch das Nervensystem eine Rolle bei der Regulation des Blutdruckes. Zum Beispiel kommt es bei einer Gefäßverengung zu einem Blutdruckanstieg und umgekehrt bei einer Gefäßerweiterung zum Abfall.

Welche Faktoren für die Blutdruckerhöhung verantwortlich sind, kann in den allermeisten Fällen nicht nachvollzogen werden. So beziehen sich die meisten Vermutungen auf statistische Zusammenhänge zwischen bestimmten möglichen Ursachen und dem Auftreten des Bluthochdrucks. Einige Faktoren, die die Entstehung eines Bluthochdrucks begünstigen, sind jedoch bekannt.

Mögliche Ursachen der primären Bluthochdruckerhöhung:
  • Das Lebensalter:
    Das Ansteigen der Häufigkeit von Bluthochdruck hängt direkt mit dem Lebensalter zusammen. In den westlichen Industrieländern haben 60 Prozent aller Menschen über 65 Jahre einen Bluthochdruck. Trotzdem lässt sich daraus nicht ableiten, dass der Faktor zunehmendes Lebensalter allein bereits einen Bluthochdruck verursacht. Denn schon innerhalb der europäischen Länder gibt es starke Schwankungen der Häufigkeit der Erkrankung.
  • Genetische (erbliche) Faktoren:
    Untersuchungen an eineiigen Zwillingen haben gezeigt, dass die Blutdruckentwicklung bei beiden Geschwistern im Verlauf des Lebens ähnlich verläuft. Auch Kinder von Patienten mit Bluthochdruck haben eine Neigung zu ebenfalls erhöhten Blutdruckwerten.
  • Kochsalz - zu hoher Natriumspiegel im Blut:
    Ursache hierfür kann eine übermäßige Zufuhr von Kochsalz (Natriumchlorid), aber auch eine Störung der Natriumausscheidung durch die Niere sein.
  • Ein regelmäßiger Alkoholkonsum von über 30 Gramm Alkohol pro Tag (entspricht etwa einem 2,5 dl Wein oder zwei Gläsern Bier) kann ebenfalls zu einer langfristigen Blutdruckerhöhung führen.
  • Menschen mit Übergewicht haben oft erhöhten Blutdruck.
  • Das so genannte obstruktive Schlafapnoesyndrom:
    Hierbei handelt es sich um eine Strömungsbehinderung in den Atemwegen, die zu Phasen längerer Atemaussetzer im Schlaf führt. Patienten mit dieser Schlafstörung haben ebenfalls oft einen erhöhten Blutdruck. Vermutlich führt hier der vorübergehende Sauerstoffmangel während der Atempausen zu einer Fehlsteuerung der Mechanismen, die den Blutdruck regulieren.
  • Psychosoziale Einflüsse: Die Bedeutung seelischer Einflüsse auf das Blutdruckverhalten ist schwer einzuschätzen. Vermutet wird jedoch, dass Faktoren wie Angst, unterdrückter Ärger und Stress ohne genügenden Ausgleich ebenfalls zu einer Blutdruckerhöhung führen.


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Beschwerden - Hypertonie

Wie bereits oben erwähnt, macht eine erhöhte Blutdrucklage eher selten Beschwerden, so dass die Betroffenen meistens und auch naturgemäß diese gestörte Kreislaufregulation nicht bemerken und ihr keine Aufmerksamkeit schenken, dadurch bleibt der Bluthochdruck in der Mehrzahl der Fälle über längere Zeit unbehandelt. Dies ist der Grund, warum je nach Alter und Veranlagung der Blutdruck von Zeit zu Zeit kontrolliert werden sollte, um überhaupt eine Unregelmäßigkeit zu erfassen und weiter zu beobachten, da durch das rechtzeitige Erkennen von Bluthochdruck und konsequenter Behandlung der Verlauf wesentlich beeinflusst werden kann und schwere Komplikationen – u. a. Herzinfarkt und Schlaganfall – verhindert werden können.

Ein über längere Zeit nicht erkannter und behandelter Bluthochdruck führt schleichend zu einer Beschleunigung der Arterienverkalkung (dies geschieht auch zuerst unbemerkt) und dann im fortgeschrittenen Stadium zu schweren Organschädigungen – z. B. auch im Bereich der Nieren, des Herzens und des Gehirns.

Jeglicher Bluthochdruck (egal, ob primär oder sekundär) kann allerdings das so genannte „hypertensive Syndrom“ verursachen:
  • Müdigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Leistungsknick
  • Schwindel
  • Ohrensausen
  • Herzklopfen
  • Nasenbluten
  • Schlaganfälle
  • Nierenfunktionseinschränkung
  • Herzbelastung

Hypertensive Krise:

Beim so genannten malignen (bösartigen) Bluthochdruck oder bei Bluthochdruckkrise (mit vorübergehenden oder dauerhaften Blutdruckwerten von über 120 mmHg oder mehr für den diastolischen (unteren) Wert) haben die Patienten erheblich verstärkte Beschwerden, mit:
  • starken Kopfschmerzen
  • Sehstörungen
  • starken Schwindel
  • starke Atemnot
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Benommenheit bis zu Krampfanfällen
  • auch ein als Angina pectoris bezeichnetes schmerzhaftes Engegefühl in der Brust tritt dabei häufig auf
Tritt plötzlich eine Bluthochdruckkrise (>120 mmHg diastolisch) auf, so ist dies ein Notfall, der sofort ärztlich behandelt werden muss!

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Diagnostik, Therapie, Vorsorge - Hypertonie

Aus den oben beschriebenen Gründen sollten Sie Ihren Blutdruck regelmäßig durch Ihren Arzt oder in der Apotheke kontrollieren lassen.

Eine Übersicht der bei medHELP registrierten Ärztinnen und Ärzte, Spezialisten und Zentren mit ihrem diagnostischen und therapeutischen Angebot finden sie im medHELP GUIDE - HOHER BLUTDRUCK: Untersuchung, Therapie und Behandlungen; Wer macht was?

Sie können auch selbst Ihren Blutdruck messen. Nach Empfehlung der Österreichischen Gesellschaft für Hypertensiologie sollten Patienten in der Selbstmessung des Blutdruckes geschult werden. Selbstmessungen sollten weder zeitlich noch örtlich eingeschränkt werden. Lassen Sie sich dazu von Ihrem Arzt beraten und begeben Sie sich in Behandlung, wenn bei mehreren Messungen erhöhte Werte auftreten.

Auch wenn die Erkrankung über lange Zeit ohne Beschwerden verlaufen kann, ist sie gefährlich. Denken Sie daran: Unbehandelt kann der Bluthochdruck schwerwiegende Folgeerkrankungen auslösen und Ihre Lebenserwartung deutlich senken. In westlichen Industriestaaten sterben heute mehr Menschen an den Folgen von Bluthochdruck als an Krebs.

Die Untersuchung des Patienten mit Bluthochdruck besteht aus

  • der Befragung durch den Arzt (Anamnese)
  • der genauen Blutdruckmessung,
  • der körperlichen Untersuchung,
  • verschiedenen apparativen Untersuchungen
  • sowie Laboruntersuchungen von Blut- und Urinproben.
Die Untersuchungen beim Bluthochdruck haben das Ziel, mögliche Ursachen, das Ausmaß des Bluthochdruckes und eventuelle Schäden am Herz-Kreislauf-System oder anderen Organen festzustellen.


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Blutdruckmessung

  • Die einzelne Blutdruckmessung beim Arzt ist aufgrund der spontanen Variabilität (Veränderlichkeit) und des „white coat“-Effekts (Weißkitteleffekt; Blutdruckerhöhung beim Arztbesuch) als Beurteilungskriterium alleine nicht aussagekräftig und sollte unbedingt von Selbstmessungen des Patienten zu Hause zu verschiedenen Tageszeiten begleitet werden. Die Regeln für eine genaue Blutdruckdiagnostik besagen daher, dass unbedingt 30 Messwerte innerhalb von 15 Tagen gebraucht werden, um die Höhe des Blutdrucks einschätzen zu können. Führen Sie diesbezüglich einen "Blutdruckkalender". Sollten von diesen Messwerten sieben oder mehr über 135/85mmHg liegen, so besteht eine Hypertonie. Wesentlich sind eine Schulung der Patienten in der Technik der Selbstmessung vor allem bei Handgelenksgeräten, die Verwendung von geeichten Messgeräten und der Hinweis, dass die Messung in Ruhe und auf Herzhöhe erfolgen sollte.
  • Während der körperlichen Untersuchung wird auch die korrekte Messung des Blutdrucks durchgeführt. Sie erfolgt am sitzenden Patienten nach einer Ruhepause von etwa fünf Minuten. Der Patient sollte eine halbe Stunde vor der Messung keinen Kaffee trinken und nicht rauchen, da dies zu einer Blutdruckerhöhung führen kann. Die Blutdruckmanschette muss dem Umfang des Oberarms angemessen sein. Bei besonders dicken Armen ergibt eine zu kleine Manschette zu niedrige Messwerte. Auch sollte der Blutdruck bei der Erstuntersuchung an beiden Armen gemessen werden, um mögliche Seitenunterschiede festzustellen.
  • Langzeit-Blutdruckmessung - meist 24 Stunden: Die Langzeit-Blutdruckmessung ist eine genaue Aufzeichnung der Blutdruckwerte über 24 Stunden außerhalb der Arztpraxis. Mit einer speziellen Blutdruckmanschette wird alle 15 bis 30 Minuten der Blutdruck gemessen und aufgezeichnet. Dies umfasst sowohl Alltags-, Arbeits- als auch Ruhe- und Schlafbedingungen. Der Patient notiert seine Aktivitäten, damit Rückschlüsse auf die Blutdruckunterschiede im Verlauf der Messzeit gemacht werden können. Bei dieser Untersuchung kann auch die sogenannte "Praxishypertonie" oder "Weisskitteleffekt", bei dem die Patienten ausschließlich bei Messungen in der Arztpraxis erhöhte Blutdruckwerte aufweisen, ausgeschlossen werden.



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Weitere apparative Untersuchungen

  • Ein Elektrokardiogramm (EKG) sollte bei jedem Patienten mit Bluthochdruck durchgeführt werden. Es gibt Aufschluss über Folgeschäden des Bluthochdrucks an Herzmuskel oder Herzkranzgefäßen. Eine Erweiterung des EKG stellt die Ergometeruntersuchung dar. Hierbei wird das EKG unter Belastungsbedingungen (auf einem speziellen Fahrradergometer) abgeleitet und erlaubt eine weiter reichende Beurteilung der Herzfunktion.
  • Mit einer Echokardiographie (Ultraschalluntersuchung des Herzens) kann die genaue Herzgröße ermittelt werden.
  • Ultraschalluntersuchungen der Halsschlagadern und der Hauptschlagader zeigen, ob es hier durch den Bluthochdruck zu Gefäßveränderungen wie Ablagerungen und Verengungen gekommen ist.
  • Die Ultraschalluntersuchung von Niere und Nebenniere zeigt, ob diese Organe vergrössert oder verkleinert sind. Eine Vergrößerung der Nebenniere könnte Hinweis auf eine Geschwulst (Tumor) sein, die Blutdruck steigernde Hormone produziert. Eine Nierenverkleinerung kann als Folge eines lange bestehenden Bluthochdrucks auftreten.

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Laboruntersuchungen

  • Untersuchungen von Blut- und Urinproben sollen mögliche Ursachen des Bluthochdrucks feststellen oder ausschließen, aber auch helfen, das Risiko von Herz- oder Nierenschäden als Folge des Bluthochdrucks oder von Begleiterkrankungen (z.B. Zuckerkrankheit) abzuschätzen.
Je nach gewonnener Befundlage wird Ihr Arzt gegebenenfalls weitere diagnostische Maßnahmen anordnen.


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Therapie - Hypertonie

Das primäre Ziel einer Blutdrucktherapie ist das Risiko und der damit verbunden Folgen von Herz- und/oder Gefäßkrankheiten zu reduzieren bzw. zu verhindern. Dies verlangt die Behandlung aller damit verbundenen Risikofaktoren und der herzbedingten, gefäßbedingten und nierenbedingten Begleiterkrankungen, wie auch das passende Management des Blutdruckes an sich.

Bereits ab einem Blutdruck über 115/75mmHg nimmt das Risiko für Herz- und Gefäßerkrankungen zu. Daher sollten bereits bei Blutdruckwerten ab 120/80mmHg Lebensstiländerungen vorgenommen werden und konsequent beibehalten werden. Durch Änderungen des Lebensstiles kann der Blutdruck gesenkt bzw. ein weiteres Ansteigen verhindert oder verzögert werden.

Für die Notwendigkeit zu einer medikamentösen Therapie spielt neben der Blutdruckhöhe das Ausmaß des kardiovaskulären Gesamtrisikos eine wesentliche Rolle. Dieses wird durch Risikofaktoren, Zielorganschäden und Folge- bzw. Begleiterkrankungen bestimmt.

Eine Übersicht der bei medHELP registrierten Ärztinnen und Ärzte, Spezialisten und Zentren mit ihrem diagnostischen und therapeutischen Angebot finden sie im medHELP GUIDE - HOHER BLUTDRUCK: Untersuchung, Therapie und Behandlungen; Wer macht was?

Nichtmedikamentöse Maßnahmen:

Wie beschrieben soll ab einem Blutdruck von höher als 120/80 mmHg der Lebensstil überprüft werden und gemäß den untenstehenden Maßnahmen verändert werden, da dies einerseits ein Ansteigen des Blutdrucks verhindern bzw. verzögern und andererseits einen bereits erhöhten Blutdruck deutlich senken kann. Zusätzlich werden auch andere Krankheits-Risikofaktoren positiv beeinflusst. Im günstigsten Fall kann dadurch ein erhöhter Blutdruck wieder in den Normalbereich zurückgeführt und damit eine anfangs erforderliche medikamentöse Therapie „überflüssig“ gemacht werden. Da es derzeit jedoch (noch) keinen Beweis dafür gibt, dass dadurch allein die Herz- Gefäßproblematik bei Bluthochdruck-Patienten gesenkt werden kann, darf damit der Beginn einer medikamentösen Therapie, wenn eine solche indiziert ist (siehe medikamentöse Therapie), nicht verzögert werden.

  • Eine Körpergewichtsabnahme von 10 kg senkt bei Übergewichtigen den systolischen Blutdruck um 5–20 mmHg.
  • Diätetische Maßnahmen (mehr Obst, Salat, Gemüse, Fisch, Kalium und Kalzium, weniger Fett und gesättigte Fettsäuren) senken den systolischen Blutdruck um 8–14 mmHg.
  • Körperliche Aktivität von wenigstens 30 Minuten pro Tag senkt den systolischen Blutdruck um 4–9 mmHg.
  • Obwohl Nikotinabstinenz den Blutdruck nicht senkt, wird das gesamte kardiovaskuläre Risiko massiv reduziert.
  • Eine Reduktion der Kochsalzzufuhr unter 5–6 g/Tag senkt den systolischen Blutdruck um 2–8 mmHg und steigert die Wirksamkeit vieler Antihypertensiva.
  • Eine Reduktion eines erhöhten Alkoholkonsums auf unter 30 g/Tag bei Männern und unter 20 g/Tag bei Frauen senkt den systolischen Blutdruck um 2–4 mmHg.

Medikamentöse Therapiemaßnahmen:

Jede medikamentöse Therapie zielt darauf ab, die Krankheitsfolgen und Sterblichkeitsrate der Patienten maximal zu reduzieren und dementsprechend die Zielblutdruckwerte zu erreichen.
Letztendlich müssen, um die Zielblutdruckwerte zu erreichen, sehr häufig mehrere Medikamente verabreicht werden. Der Spezialist wird eine individuelle Therapie verordnen und zusätzliche Erkrankungen oder Zustände berücksichtigen (Übergewicht, Diabetes mellitus, koronare Herzkrankheit, Linksherzinsuffizienz, Nierenerkrankungen, zerebrovaskuläre Erkrankungen, höheres Alter, Schwangerschaft etc.) Die Patienten müssen auf die möglichen Nebenwirkungen der Medikamente, aber auch der Blutdrucksenkung an sich wie Müdigkeit, Schwächegefühl und Schwindel, die meist rasch vorübergehen, hingewiesen werden. Hat man den Zielblutdruck erreicht und diesen über längere Zeit (einige Monate bis Jahre) aufrecht erhalten, kann versucht werden, die Dosis langsam zu reduzieren beziehungsweise einzelne Komponenten wegzulassen.


Die medikamentöse Therapie erfolgt nach einem Stufenschema (siehe Abbildung).
  • Startmedikamente: Als Substanzen der ersten Wahl gelten Diuretika niedrig dosiert, Kalziumantagonisten, ACE-Hemmer und Angiotensin-II-AT1-Rezeptorblocker
  • Ergänzungsmedikamente: ß-Rezeptorblocker, a-Rezeptorblocker und zentral wirksame Sympathikolytika sind als Komponenten einer Kombinationstherapie zu verwenden, als Monotherapie nur bei speziellen Indikationen.
  • Je nach Therapieerfolg können weiterhin Dreifach- oder Vierfachkombinationen der verschiedenen Wirkstoffgruppen nötig sein.

Kombinationstherapie erhöhter Blutdruck
Abbildung: Kombinationsbehandlung des erhöhten Blutdruckes

Quelle: Slany J. et al: Journal für Hypertonie 2007; 11(1), 7-11


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Vorsorge bzw. Therapiebegleitung

Eine geregelte Lebensweise ohne Stress, mit ausreichend Schlaf und Erholung ist die beste Prävention für Bluthochdruck. Das Vermeiden von Übergewicht, optimalerweise durch leichten Sport, und eine Ernährungsumstellung tragen ebenfalls zur Normalisierung des Blutdruckes bei. Ausdauersportarten sind dem Kraftsport vorzuziehen. Erlernen von Entspannungstechniken wie ein autogenes Training können hilfreich sein.

Eine Übersicht der bei medHELP registrierten Ärztinnen und Ärzte, Spezialisten und Zentren mit ihrem diagnostischen und therapeutischen Angebot finden sie im medHELP GUIDE - HOHER BLUTDRUCK: Untersuchung, Therapie und Behandlungen; Wer macht was?

Es ist wichtig für Bluthochdruckkranke zu wissen, dass es verschiedene Ansatzmöglichkeiten neben der medikamentösen Behandlung gibt. Von großer Bedeutung ist gegebenenfalls eine Änderung der Lebensgewohnheiten, da dadurch Risikofaktoren möglichst reduziert werden können, wodurch folgende Wirkungen erreicht werden könnte:
  • Besserung der Blutdrucklage (z. B. durch Gewichtsreduktion)
  • Vorbeugen eines schweren Verlaufes
  • Einsparen von Medikamenten durch Reduktion der Dosis (auch z. B. bei Rauchern, Nikotinkonsum schwächt die Wirkung der blutdrucksenkenden Mittel ab)
Die medikamentöse Behandlung sollte natürlich parallel zu den allgemeinen Maßnahmen durchgeführt werden und vor allem unter ärztlicher Kontrolle. Sinnvoll für Betroffene mit Bluthochdruck ist das Besuchen einer Hypertonieschulung, die in bestimmten Zentren angeboten wird. Der Vorteil solcher Schulungen ist eine umfangreiche Aufklärung für den Patienten bzgl. seiner Erkrankung und hilfreich für seine Lebensführung; dies bedeutet einen Umgang mit der Erkrankung, der von weniger Angst geprägt ist, was wiederum die Akzeptanz der therapeutischen Maßnahmen vonseiten des Patienten erhöht.

Die oben genannten Behandlungsmöglichkeiten und die angepasste Lebensführung an die gestörte Kreislaufregulation zielt in erster Linie auf die Senkung des Blutdruckes, um das Herz und die Gefäße zu entlasten, die durch einen Bluthochdruck verursachte Schäden zu reduzieren und um schweren Folgekomplikationen vorzubeugen.


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Komplikationen - Hypertonie

Bluthochdruck kann eine Reihe von schwerwiegenden Folgeerkrankungen auslösen. Zu den gefährlichsten, die tödlich verlaufen oder zu Invalidität führen können, zählen die koronare Herzkrankheit, Herzinfarkt, Niereninsuffizienz und Schlaganfall.
  • Schädigung des Herzens:
    Um den erhöhten Druck zu erreichen, ist das Herz ständig stark gefordert. Auf Dauer führt dies zu einer Verdickung der linken Herzkammerwand, wodurch es zu einer Unterversorgung des Herzens und dadurch zu Herzmuskelschwäche beziehungsweise Herzversagen kommen kann. Aufgrund von Gefäßschädigungen kann es zu weiteren schwerwiegenden Herzproblemen kommen, die im Folgenden beschrieben sind.
  • Schädigung der Gefäße:
    Hypertonie ist ein Risikofaktor der Gefäßverkalkung (Arteriosklerose), die tödliche Folgen wie Herzinfarkt, Nierenversagen und Schlaganfall haben kann. Des weiteren kann es infolge der Arteriosklerose zur Angina pectoris (Herzenge) und arteriellen Verschlusskrankheit (bei Befall der unteren Extremitäten als Schaufensterkrankheit bekannt = Durchblutungsstörungen, die Schmerzen beim Gehen verursachen) kommen. Infolge des Bluthochdrucks kann sich außerdem die Hauptschlagader erweitern, wodurch die Gefahr entsteht, dass das Gefäß zerreißt.
  • Schädigung des Gehirns:
    Schlaganfälle werden bei 70 Prozent der Betroffenen, die älter als 65 Jahre sind, auf Bluthochdruck zurückgeführt.
  • Schädigung der Nieren:
    Die Hypertonie ist die häufigste Ursache für eine voranschreitende Niereninsuffizienz (Funktionsschwäche der Niere) mit Entwicklung einer Nephrosklerose, also einer Gefäßverkalkung der Nieren.


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Wichtiger Hinweis:
Die angegebenen Krankheitszeichen (Symptome) werden sehr häufig bei der Diagnose zu dieser Erkrankung beobachtet. Jedoch kann diese Erkrankung auch ohne bzw. mit anderen Krankheitszeichen vorliegen. Sollten Sie an ähnlichen Krankheitszeichen wie beschrieben leiden, dürfen Sie nicht daraus schließen, dass diese Erkrankung auf sie zutrifft.
Fragen Sie bitte Ihre Ärztin oder Ihren Arzt! Bei nahezu allen Erkrankungen ist eine frühzeitige Erkennung und damit die rasche ärztliche Intervention für den Heilungserfolg von größter Bedeutung.

Die Informationen bzw. Krankheitsbeschreibungen von www.medhelp.at ersetzen nicht die Betreuung, Beratung und Versorgung durch Ärzte, Krankenhäuser, Apotheker und anderen Leistungserbringern. Alle Informationen sind unverbindlich und für Patienten gedacht, die allgemeine medizinische und gesundheitliche Fragen haben. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Informationen wird, trotz gewissenhafter Prüfung, jede Haftung ausgeschlossen. Ebenso kann für Fehler bei der Übermittlung im Internet keinerlei Gewähr übernommen werden.
 
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