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PARODONTITIS (Zahnfleischentzündung, Gingivitis, Parodontose) - Definition, Risiken,Behandlungen |
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Letzte Aktualisierung ( Samstag, 14. Februar 2009 )
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PARODONTITIS (Zahnfleischentzündung, Gingivitis, Parodontose) - Definition, Ursache, Symptome, Risiken, Behandlungen, VorbeugenDer Artikel wird in Kürze vidiert.
Inhaltsübersicht:
DefinitionUnter Parodontitis versteht man eine durch Bakterien verursachte Entzündung des Zahnhalteapparates die mit einer nicht mehr umkehrbaren Zerstörung des Zahnhalteapparates enden kann.
Der Zahnhalteapparat ist das Verankerungssystem des Zahns und besteht aus dem Zahnfleisch (Gingiva), dem Zahnzement, dem Zahnfach (Alveole) und der Wurzelhaut.
Die Parodontitis kann als Volkskrankheit bezeichnet werden und ist im Erwachsenenalter häufiger Ursache für einen Zahnverlust als Karies. Untersuchungen haben gezeigt dass zirka 50% der Bevölkerung ab dem 35. Lebensjahr unter Zahnfleischproblemen leiden.
Ursachen - ParodontitisIn der Mundhöhle kommen ungefähr 500 verschiedene Bakterienarten vor von denen nur wenige krankheitseregend sind. Wenn sich diese Bakterien beispielsweise durch unzureichende Mundhygiene stark vermehren bilden sie auf der Zahnoberfläche und am Zahnfleischrand einen klebrigen, festhaftenden Film. Dieser Zahnbelag (Plaque) kann eine Entzündung des Zahnfleisches (Gingivitis) auslösen. Unbehandelt kann diese Entzündung auf den Zahnhalteapparat und auch auf den Kieferknochen übergreifen.
Die von den Bakterien freigesetzten Stoffwechsel- und Zerfallsprodukte lösen eine Abwehrreaktion (Immunantwort) des Körpers aus. Dabei versucht der Körper in einer vielfältigen Abfolge von Reaktionen die Bakterien zu zerstören. Jedoch kommt es dabei auch zu einer Zerstörung von eigenem Gewebe und letztlich zum Verlust von Bindegewebe und Knochen. Das Resultat dieser Reaktion ist Zahnfleischbluten, Bildung von Zahnfleischtaschen, zurückweichen des Zahnfleisches und als letzte Konsequenz Lockerung und Verlust der Zähne.
Risikofaktoren - ParodontitisHauptursache für die Entstehung von Parodontitis ist die Anwesenheit bestimmter Bakterien und die Reaktion des Immunsystems auf diese. Es gibt aber einige Risikofaktoren, welche die Gesundheit des Zahnfleisches und des Zahnhalteapparates beeinflussen.
Unzureichende Mundhygiene - ZahnbelagUnzureichende Munddygiene verursacht Zahnbelag und Zahnstein, das bietet die Grundlage für eine starke Vermehrung von krankheitserregenden (pathogenen) Bakterien. Offene Zahnkaries stellt ebenso ein erhöhtes Risiko dar an Parodontitis zu erkranken.
RauchenRaucher haben ein bis zu sechsfach höheres Risiko an Parodontitis zu erkranken.
ErnährungUnausgewogene Ernährung mit ungenügender Versorgung des Körpers mit Vitaminen und Spurenelementen hat generell negativen Auswirkungen auf die Gesundheit und das Immunsystem und ist ein Risikofaktor, der die Entstehung von Parodontitis fördert.
StressStress und Stresssituationen haben (lange Zeit vernachlässigt) eine wichtige Auswirkung auf die Gesundheit des Zahnfleisches und des Zahnhalteapparates. Es konnte nachgewiesen werden, dass unter psychischer Belastung die Mundhygiene vernachlässigt wird und insbesondere die wenig sichtbaren Innenflächen der Zähne mangelhaft geputzt werden. Das fördert die Bildung von Zahnbelag. Weiters wird durch Stress das Immunsystem geschwächt und verändert. Dadurch können sich die Bakterien in der Mundhöhle leichter vermehren und im Immunsystem steigen jene Faktoren an, die letztendlich für die Zerstörung des Zahnhalteapparates und Knochens verantwortlich gemacht werden (Interleukin-1ß). Gleichzeitig sinkt im Speichel die Konzentration eines wichtigen schützenden Eiweißstoffes den das Immunsystem produziert (Immunglobulin A). In Untersuchungen wurde festgestellt dass z.B.: bei jungen Menschen durch Prüfungsstress regelrechte Parodontitisschübe ausgelöst werden können. Auch meistens stressbedingtes unbewusstes Zähneknirschen oder Aufeinanderpressen der Zähne (Bruxismus) kann zu den Risikofaktoren gezählt werden.
ErkrankungenErkrankungen wie Diabetes Mellitus (besonders wenn der Blutzuckerspiegel schlecht eingestellt ist) und durch Infektionen erworbene Abwehrschwäche (wie z.B.: HIV-Erkrankte) sind ein seit längerem bekanntes Risiko. Aber auch durch Medikamente bedingte Abwehrschwäche des Körpers (Chemotherapie bei Tumorpatienten, Unterdrückung des Immunsystems bei Transplantationspatienten) haben ein höheres Risiko an Parodontose zu erkranken.
SchwangerschaftIn der Schwangerschaft ist sorgfältige Mundhygiene besonders wichtig. Durch die schwangerschaftsbedingte Hormonumstellung kommt es zu einer Auflockerung des Bindegewebes mit Anschwellen des Zahnfleisches. Dadurch können Bakterien leichter in die Tiefe vordringen.
AnsteckungEin höheres Risiko an Parodontitis zu erkranken haben auch Menschen, deren Lebenspartner an Parodontitis leidet. Eine Ansteckung kann auch von Mutter auf Kind erfolgen.
PiercingsPiercings an ungünstiger Lokalisation (Lippe, Lippenbändchen, Zunge) zählen ebenfalls zu den Risikofaktoren.
VererbungEine vererbte Neigung (genetische Prädisposition) an Parodontitis zu erkranken wurde in letzter Zeit durch Studien bewiesen, das Ausmaß des Einflusses ist aber noch unbekannt.
Beschwerden - SymptomeEiner Parodontitis geht immer eine Entzündung des Zahnfleisches (Gingivitis) voran. Die Symptome dieser Entzündung sind rotes geschwollenes Zahnfleisch das bei Berührung blutet, in weiterer Folge Zahnfleischrückgang und eventuell Mundgeruch und schlechter Geschmack im Mund.
Schmerzen an Zähnen und Zahnfleisch, lange Zahnhälse, Lockerung der Zähne, Knochenabbau und in letzter Konsequenz Verlust von Zähnen sind die Symptome der Parodontitis.
Vorsorge - VorbeugenUm einer Parodontitis Vorzubeugen oder ein Wiederauftreten zu verhindern, soll neben der gründlichen Reinigung mit der Zahnbürste auf eine Pflege der Zahnzwischenräume mit Zahnseide und auf eine Entfernung der Beläge auf der Zunge geachtet werden.
Eine regelmäßige Kontrolle beim Zahnarzt mit einer professionellen Zahnreinigung sollte mindestens alle 6 Monate erfolgen. Bei erhöhtem Risiko wie Schwangerschaft und Stress ist eine Verkürzung der Kontrollintervalle sinnvoll.
Wichtig ist es auch die oben genannten Risikofaktoren zu minimieren (z.B.: Diabetes gut einstellen, mit dem Rauchen aufhören).
Parodontitis: Behandlung - Therapie
Exakte zahnärztliche UntersuchungAm Beginn jeder Behandlung steht die gewissenhafte Untersuchung zur Befundaufnahme (Anamnese) bei der auch Vorerkrankungen (z.B.: Diabetes, Bluthochdruck etc.), regelmäßige Medikamenteneinnahme und Lebensgewohnheiten, in erster Linie die Qualität der Mundhygiene abgefragt werden.
Im Mundbereich wird der Gesamtzustand des Gebisses, die Lockerung der Zähne, die Tiefe der Zahnfleischtaschen, und das Ausmaß des Zahnfleischrückgangs beurteilt. Zusatzuntersuchungen wie Röntgenaufnahmen, wo der Knochenverlauf festgestellt wird, mikrobiologische (zum Nachweis bestimmter Bakterien) und genetische (zum Ausschluss einer genetischen Neigung) Tests können durchgeführt werden.
TherapiekonzeptDie Therapie erfolgt in einem Stufenkonzept und hat das Ziel die Entzündung des Zahnfleisches und des Zahnhalteapparates zu beseitigen.
An erster Stelle steht das Erlernen der richtigen Mundhygiene, Probleme bei der Reinigung treten vor allem im Bereich der Zahnzwischenräume und der Backenzähne auf. Für diese Regionen gibt es Hilfsmittel deren Handhabung erlernt werden muss.
Dann werden systematisch sämtliche Bakterien- und Zahnsteinbeläge von den Zähnen der Zahnwurzeloberflächen und aus den Zahnfleischtaschen entfernt. Das erfolgt in mehreren Sitzungen und wird bei Bedarf in lokaler Betäubung durchgeführt. In manchen Fällen ist es sinnvoll die Behandlung durch Antibiotikagabe zu unterstützen. Wenn das Ziel der Entzündungsfreiheit erreicht ist, die Zahnfleischtaschen geschlossen sind und die Zähne sich wieder gefestigt haben muss durch sorgfältige Mundhygiene und lebenslange Kontrolle dieser Zustand bewahrt werden.
In sehr fortgeschrittenen Fällen muss zusätzlich ein chirurgisches Vorgehen gewählt werden, um tiefe Taschen zu reduzieren und eventuelle Knochendefekte aufzufüllen.
Auswirkung auf die AllgemeingesundheitParodontitis kann auch schwerwiegende Auswirkungen auf die allgemeine Gesundheit des Körpers haben. Gesichert gilt ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von Herzinfarkten und Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises.
Es konnte gezeigt werden dass unbehandelte Parodontitis das Risiko von Frühgeburten um das siebenfache steigert.
Ein Zusammenhang zwischen Parodontitis und Gefäßerkrankungen (Arteriosklerose) konnte nachgewiesen werden. Ob dieser Zusammenhang zufällig oder ursächlich ist wurde noch nicht bewiesen.
Wichtiger Hinweis:
Die angegebenen Krankheitszeichen (Symptome) werden sehr häufig bei der Diagnose zu dieser Erkrankung beobachtet. Jedoch kann diese Erkrankung auch ohne bzw. mit anderen Krankheitszeichen vorliegen. Sollten Sie an ähnlichen Krankheitszeichen wie beschrieben leiden, dürfen Sie nicht daraus schließen, dass diese Erkrankung auf sie zutrifft.
Fragen Sie bitte Ihre Ärztin oder Ihren Arzt!
Bei nahezu allen Erkrankungen ist eine frühzeitige Erkennung
und damit die rasche ärztliche Intervention für den Heilungserfolg von größter Bedeutung.
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