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Therapiemöglichkeiten bei Psoriasis (Schuppenflechte) Drucken
Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 17. Oktober 2007 )

Konservative Therapiemöglichkeiten bei Psoriasis (Schuppenflechte)

Der Artikel wird in Kürze vidiert.

Ärztinnen, Ärzte und Zentren

medHELP GUIDE - Psoriasis - Therapie und Behandlungen; Wer macht was?


Inhaltsübersicht:


Weitere Informationen

  • PSORIASIS - Definition, Ursache, Behandlungen, Leben mit Psoriasis.

  • Alle Berichte aus der Kategorie Hautkrankheiten zeigen.

Einleitung

Schuppenflechte kann heute noch nicht kausal (d. h. durch Eliminierung ihrer Ursache) behandelt werden. Es stehen vielmehr zahlreiche verschiedene Therapieformen zur Verfügung, deren Auswahl (und oft auch deren Kombination) durch den sachkundigen Hautarzt/die sachkundige Hautärztin erfolgt. Die Wahl der Behandlung richtet sich vorwiegend nach Schweregrad und Ausdehnung der Psoriasis. Bei geringer Ausdehnung kann mit Lokaltherapie (äußerliche Behandlung mit Salben, Cremen und Tinkturen) oft ein ausreichend gutes Ergebnis erreicht werden. Bei starker Ausdehnung oder bei fehlendem Ansprechen auf Lokaltherapeutika muß zu einer der Formen der Ultraviolett-Bestrahlungsbehandlung bzw. zur Systemtherapie gegriffen werden (d. h. zur Zufuhr von Medikamenten durch orale Einnahme oder Injektion/Infusion). Die Psoriasisarthritis ist klarerweise nur der Systembehandlung zugänglich. Schuppenflechte wird in der Regel ambulant behandelt, in besonderen Fällen wie der erythrodermischen und der generalisierten pustulösen Psoriasis ist eine stationäre Behandlung erforderlich.

Lokale Therapie - äußerliche (topische) - Psoriasis-Behandlung

Die topische Therapie stellt die tragende Säule in der Behandlung der meisten Patienten mit leichter Psoriasis dar. Topische Präparate wirken im allgemeinen relativ schnell nach dem Auftragen, sind effektiv in der Beseitigung der akuten Läsionen und werden zudem generell gut vertragen. Für PatientInnen wichtig zu wissen ist, daß die Behandlung der Schuppenflechte mit den verschiedenen Lokaltherapeutika zwar meist zu einer wesentlichen Besserung führt, eine vollständige Abheilung aber selten erreicht wird. Topische Therapien sind aber auch bei der mittelschweren und schweren Psoriasis unverzichtbare Bestandteile. Sie werden insbesondere zur Behandlung von einzelnen Stellen eingesetzt, wenn die systemische Therapie dort zu wenig bewirkt.

Salicylsäure

Salicylsäure (Acidum salicylicum) dient vor allem zu Beginn der Therapie dazu, die häufig dichte Schuppenauflagerung abzulösen. Dadurch wird das Eindringen anderer Wirkstoffe zur äußerlichen Behandlung erleichtert. Salicylsäure wird in Konzentrationen von 3 bis 5 % in verschiedene Grundlagen (z. B. Vaseline, Olivenöl) eingearbeitet und ist in vielen Fertigpräparaten enthalten. Sie ist darüber hinaus geringfügig entzündungshemmend und hat als erwünschten Nebeneffekt eine dosisabhängige Wirkung gegen Bakterien und Pilze.

Harnstoff-Präparate

Harnstoff (Urea) ist hygroskopisch, das heißt, er bindet Feuchtigkeit. So vermag Harnstoff die sehr trockene psoriatisch veränderte Haut zu befeuchten. Zusätzlich besitzt die Substanz eine geringe keratolytische (schuppenlösende) Wirkung: In erster Linie durch die Auflockerung der Zellverbände, die dann leichter abschuppen. Wie die Salicylsäure ermöglicht Harnstoff so ein besseres Eindringen anderer Wirkstoffe in die Haut. Darüber hinaus hat Harnstoff selbst eine geringe anti-schuppenbildende Wirkung, indem die Zellteilung gehemmt wird. Es besteht eine geringe bakteriostatische, das heißt das Bakterienwachstum hemmende, Wirkung.

Teerpräparate (Steinkohlenteer)

Bis vor einigen Jahren war die Anwendung von Teeren eine Standardbehandlung der Psoriasis, verfügen sie doch über entzündungshemmende Eigenschaften und können auf die gestörte Zellerneuerung einwirken. Verglichen mit anderen lokal angewendeten Medikamenten ist die Wirkung von Teeren eher schwach. Zur Beseitigung von Schuppen der Kopfhaut stehen teerhaltige Shampoos zur Verfügung. Teerpräparate haben den Nachteil, daß sie unangenehm riechen und Haut und (Bett-)Wäsche dunkel verfärben können. Außerdem muß man unkontrollierte Lichtbestrahlung vermeiden, weil Teer die Lichtempfindlichkeit steigert.

Kortisonpräparate (Glukokortikoide)

Kortisonpräparate sind immer noch die wichtigsten Medikamente der Lokaltherapie. Sie sind die am einfachsten und angenehmsten einsetzbaren Lokaltherapeutika, die für wenig ausgedehnte Formen der Schuppenflechte in Frage kommen. Es ist wieder Aufgabe des/der Hautarztes/-ärztin, ein Medikament geeigneter Stärke und in geeigneter Grundlage (Salbe, Creme, Tinktur – Letzteres für die behaarte Haut) auszuwählen. Die in der Bevölkerung immer noch erheblichen Vorbehalte gegen Kortisonsalben sind zwar größer, als es die Datenlage rechtfertigt, doch kann langfristiger Gebrauch selbstverständlich zu Nebenwirkungen wie Verdünnung der Haut führen, vor allem im Gesicht und in den großen Körperfalten. In diesen Regionen sollte der Gebrauch von Kortisonsalben daher nur kurzfristig erfolgen, und es ist generell die Aufgabe des/der Hautarztes/-ärztin, durch Wechsel und Kombination verschiedener Arten der Lokalbehandlung das Auftreten von Nebenwirkungen möglichst gering zu halten. Die Behandlung wird zu Beginn ein- bis zweimal täglich durchgeführt und erst nach deutlicher Besserung reduziert.

Vitamin-D3-Analoga und Vitamin-A-Derivate

Obwohl diese Wirkstoffe als „Vitamine oder Vitaminanaloga“ bezeichnet werden, handelt es sich um potente Medikamente. Seit vielen Jahren erprobt ist die Behandlung mit Vitamin-D-Abkömmlingen (Calcipotriol, Tacalcitol) und etwas kürzer jene mit Vitamin-A-Derivaten (Tazaroten). Diese als Salben, Cremen und Lösungen verschreibbaren Medikamente haben nicht die Wirksamkeit von starken Kortisonpräparaten, stellen aber hervorragende Ergänzungen und Alternativen dar: Sie sollten daher primär bei leichteren Formen der Psoriasis angewendet werden oder die Anwendung von Kortisonpräparaten ergänzen. Sehr gut wirken sie bei eruptiv-exanthematischen Formen der Psoriasis, vor allem in Kombination mit einer UV-B-Bestrahlung. Ein Kombinationspräparat eines starken Kortikoids mit Vit-D3 scheint bei manchen PatientInnen eine besonders gute Wirkung zu entfalten.

Dithranol (Cignolin, Anthralin)

Dieser Wirkstoff wird seit über 100 Jahren erfolgreich in der Behandlung von Schuppenflechte eingesetzt. Er ist in Österreich in Fertigpräparaten in Konzentrationen von ein Prozent und drei Prozent erhältlich, kann aber auch in der gewünschten Konzentration in Apotheken gemischt werden. Die Therapie wird als Kurzzeittherapie bezeichnet, weil die Präparation zwei bis 20 Minuten nach dem Auftragen wieder abgewischt und mit Wasser abgespült werden muss. PatientInnen müssen genau über die Anwendungsweise informiert werden, da Cignolin bei unsachgemäßer Verwendung zu Hautirritationen und auch Verschmutzung der Wäsche führt.

Lichttherapie (Phototherapie) bei Psoriasis

Einleitung - Lichttherapie

Die Licht- oder Phototherapie ist eine wichtige Säule in der Behandlung der Schuppenflechte. Dabei wird der Effekt von natürlicher oder künstlich erzeugter ultravioletter (UV) Strahlung genutzt. Mithilfe moderner Bestrahlungsgeräte lassen sich Strahlen in einem bestimmten Wellenlängenbereich produzieren, die speziell bei Psoriasis eine günstige Wirkung haben. Die Phototherapie kann sowohl alleine als auch in Kombination mit äußerlich anzuwendenden Mitteln eingesetzt werden.

Alle gebräuchlichen Formen der Lichttherapie wirken stärker und anhaltender als die genannten Lokaltherapien. Sie werden daher in der Regel nicht als Therapie erster Wahl, sondern bei unzureichender Wirkung der Lokalmaßnahmen eingesetzt. Sie haben den Nachteil, daß sie zeitaufwändig sind, von PatientInnen nicht selbst und zu Hause durchgeführt werden können und an Hautabteilungen/Ordinationen gebunden sind, die über eine entsprechende apparative Ausstattung verfügen.

Lichttherapien führen nicht selten zum völligen Verschwinden der erkrankten Hautstellen (was aber natürlich nicht bedeutet, daß nicht neue Schübe auftreten können). Sie können sehr gut mit verschiedenen Lokaltherapien kombiniert werden. Alle Formen der Lichttherapie entsprechen einer gezielten begrenzten Schädigung der Haut (es kommt unter anderem zum Untergang der die Schuppenflechte auslösenden und erhaltenden Entzündungszellen und dadurch zur verringerten Produktion von Entzündungsmediatoren), daher können sie zu akuten und chronischen Schäden führen. Es ist Aufgabe des/der Hautarztes/-ärztin, diesen Folgezuständen durch Begrenzung der verwendeten Lichtmenge vorzubeugen.

Ultraviolett-B-Therapie

Die Bestrahlungstherapie mit dem (kurzwelligen) UV-B-Licht, vor allem mit Schmalbandlicht einer Wellenlänge von 311/312 nm, findet heute in den Hautarztordinationen breite Anwendung: Sie ist einfach durchzuführen und dauert pro Sitzung nur Sekunden bis wenige Minuten.

UV-B-Strahlen wirken, indem sie immunologische Prozesse in der Haut beeinflussen und das beschleunigte Zellwachstum bremsen. UV-B-Strahlen dringen nur in oberflächliche Schichten der Haut ein, daher eignen sie sich besonders zur Behandlung der eruptiven Psoriasis, aber auch der Psoriasis inversa und gegebenenfalls auch der psoriatischen Erythrodermie. Meist wird die Behandlung mit vier Bestrahlungen pro Woche begonnen, die Häufigkeit nach Besserung aber kontinuierlich reduziert. Manche PatientInnen sprechen hervorragend an und heilen innerhalb von drei bis vier Wochen vollständig ab. Bei anderen kann die Therapie bis zu zwei und drei Monaten dauern, manchmal muß sie auch wegen Wirkungslosigkeit abgebrochen werden. Eine Kombination mit Vitamin-D- und Vitamin-A-Präparaten, die nach der Bestrahlung aufgetragen werden, ist sinnvoll.

Photochemotherapie (PUVA)

Unter Photochemotherapie (PUVA) versteht man eine Bestrahlung mit UV-A-Licht in Kombination des chemischen Wirkstoffes Psoralen. Psoralene sind Medikamente, die die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen. Psoralen kann sowohl innerlich in Tablettenform eingenommen werden als auch äußerlich angewendet werden. Bei der äußerlichen Anwendung wird die Substanz in Form einer Salbe oder Lösung direkt auf die Psoriasisherde aufgetragen oder bei einem Teil- oder Ganzkörperbad dem Badewasser zugesetzt (Bade-PUVA). Die erhöhte Lichtempfindlichkeit erlaubt Bestrahlungen mit einer weit geringeren Strahlenintensität als jener, der man sich z. B. in kommerziellen Sonnenstudios aussetzt.

Bestrahlungen werden zunächst viermal pro Woche durchgeführt und, dem Heilungsverlauf angepaßt, fortlaufend reduziert. Die Behandlungsdauer erstreckt sich meist über mehrere Wochen bis Monate.

Zur Behandlung einzelner Hautherde (z. B. des Befalls von Handflächen und Fußsohlen) kann auch vor der Bestrahlung lokal eine Präparatur mit Psolarenen aufgebracht werden („lokale PUVA-Therapie“).

Eine andere Modifikation, die an manchen Zentren angeboten wird, ist die „Bade-PUVA-Therapie“. Dabei nehmen die PatientInnen vor der Bestrahlung ein Vollbad in Psoralenehältigem Badewasser. Diese Therapie ist zwar aufwändig, aber auch sehr wirksam und vermeidet die systemische Verabreichung von Psoralenen.

Jede Form der Lichttherapie kann zu akuten und chronischen Schädigungen der Haut führen: Bei zu intensiver UV-B- oder PUVA-Bestrahlung können Sonnenbrände bzw. sonnenbrandähnliche schmerzhafte Rötungen auftreten. Wichtig für PatientInnen ist, daß bei der PUVA-Therapie die Lichtempfindlichkeit noch einige Stunden über die Bestrahlung hinaus bestehen bleibt und daher die Sonne zu meiden und UV-undurchlässige Sonnenbrillen zu tragen sind (Gefahr der Förderung von grauem Star). Wird langfristig bestrahlt (Jahre), altert die Haut, sie wird dünn, Pigmentflecken können entstehen, auch ein erhöhtes Hautkrebsrisiko ist bekannt. Psoralene können bei oraler Aufnahme zu Übelkeit und Erbrechen führen. PUVA wird überwiegend in Spitalsabteilungen und nur selten in Ordinationen durchgeführt.

Lasertherapie (Excimer-Laser)

Für Patienten mit kleinen Psoriasis-Herden kann die Lasertherapie eine hilfreiche Therapie sein. Dabei werden die betroffenen Hautstellen ganz gezielt mit speziellem Laserlicht, dem Excimer-Laser mit einer langgepulsten Wellenlänge von 308 nm, bestrahlt. Die umliegende, nicht betroffene Haut wird nicht mitbestrahlt, wie es bei den anderen Lichttherapien der Fall ist. Deshalb kann das Laserlicht von Therapiebeginn an stärker dosiert werden.

Die Therapie mit dem Excimer-Laser ist bestens geeignet für die kleinflächige Psoriasis, z. B. in Form hartnäckiger Herde an Ellenbogen, Knien oder anderen Körperstellen. Für die großflächige Psoriasis kann die Excimer-Laser-Therapie mit anderen Therapie-Verfahren kombiniert werden; z. B. mit anderen UV-Licht-Ganzkörperbestrahlungen oder auch mit manchen systemischen Psoriasis-Medikamente. Hierbei werden die hartnäckigsten Herde mit dem Laser behandelt und die Wirksamkeit der Therapie dadurch verbessert.

Bei der Schuppenflechte reichen in der Regel 10 bis 15 Sitzungen aus, um eine weitgehende Abheilung der behandelten Flächen zu erzielen. Die Sitzungen erfolgen anfangs zweimal wöchentlich, später einmal wöchentlich.

Interessant ist die Therapie auch nach vollständiger Abheilung, um das erneute Auftreten der Psoriasis zu verhindern (Nachsorge-Konzept). Neue Psoriasis-Herde treten in der Regel in Form kleiner Herde auf, die erst allmählich an Größe zunehmen. Werden die frischen Herde frühzeitig mit dem Laser behandelt, so genügen wenige Bestrahlungen, um diese zum Verschwinden zu bringen.

Nebenwirkungen: Durch die Lasertherapie kommt es nicht selten zu einer gewissen Entzündung in den Psoriasisherden, ähnlich einem Sonnenbrand. In manchen Fällen kann diese Entzündung auch stärker ausfallen, so dass Krusten, Bläschen oder Blasen und vorübergehende Schmerzen auftreten. Solche Reaktionen sind zwar nicht erwünscht, kommen jedoch gelegentlich vor und gehen meist mit einer guten Wirkung gegen die Schuppenflechte einher. Die Laser-Therapie führt an den behandelten Hautstellen zu einer Pigmentierung (Braunfärbung) der Haut - wie nach jeder Sonnen- oder UV-Bestrahlung. Bei manchen Patienten bleibt diese Pigmentierung relativ gering, bei anderen ist sie ausgeprägt. Sie läßt nach Beendigung der Therapie allmählich im Laufe einiger Monate nach.

Systemische - konventionelle - Psoriasis-Behandlung

Einleitung - konventionelle systemische Therapie

Bei mittelschweren oder schweren Krankheitsverlauf von Psoriasis kann zusätzlich zur Lichttherapie, oder an deren Stelle, eine systemische Therapie erforderlich sein. Ihre Verabreichung erfolgt "oral" in Form von Tabletten oder Kapseln oder "parenteral" in Form von Spritzen.

Man unterscheidet dabei zwischen herkömmlichen (konventionellen) Medikamenten, die bereits seit vielen Jahren eingesetzt werden, und den neueren, so genannten biologischen Substanzen (Biologika, Biologics), die mittels gentechnologischer (biologischer) Verfahren hergestellt werden und erst seit einigen Jahren zur Verfügung stehen.

Wenn Sie solche Arzneimittel einnehmen müssen, ist es wichtig, dass Sie die Anweisungen des Arztes genau einhalten und nicht selbst Dosierungen ändern oder die Behandlung abbrechen. Denn gerade bei der Psoriasis kann dies unangenehme Folgen haben wie einen Rückfall oder sogar eine Verschlechterung des Hautzustands.

Um mögliche Nebenwirkungen rechtzeitig zu erkennen, müssen bei all diesen Medikamenten vor Beginn und während der Behandlung in bestimmten zeitlichen Abständen Kontrolluntersuchungen von Laborwerten oder andere Untersuchungen durchgeführt werden.

Retinoide (Acitretin)

Retinoide sind Abkömmlinge der Vitamin-A-Säure und werden auch zur Behandlung anderer Hauterkrankungen eingesetzt. Sie greifen vor allem in den Lebenszyklus von Epithelzellen ein, wirken entzündungshemmend und fördern auf noch nicht ganz klare Weise den Reifungsprozeß der Epithelzellen. Meist werden Retinoide mit anderen Therapieformen, vor allem einer Lichttherapie kombiniert, sie können aber auch gleichzeitig mit verschiedenen Lokaltherapien (Kortison, Vitamin-D und Vitamin-A-Präparaten oder Cignolin) verabreicht werden.

Wenn die Symptome einer mittelschweren bis schweren Psoriasis abgeklungen sind, kann eine Dauertherapie mit Retinoiden über mehrere Monate alleine einen zufriedenstellenden Hautzustand erhalten.

Acitretin ist insbesondere bei pustulösen Psoriasisformen gut wirksam und kann auch mit UV-Therapie kombiniert werden. Retinoide haben auch eine mäßig gute Wirkung auf Psoriasisarthritis; meist müssen sie mit „Rheumamitteln“ kombiniert werden - Medikamente, die speziell bei Gelenkskrankheiten entzündungshemmend (aber nicht ursächlich) wirken.

Nebenwirkungen: Häufige Nebenwirkungen sind trockene Haut und Schleimhäute, oft begleitet von Juckreiz und vorübergehendem Haarausfall.
Von Retinoiden ist bekannt, daß sie eine starke fruchtschädigende Wirkung besitzen oder anders ausgedrückt: Nimmt eine Schwangere dieses Medikament ein, so kommt es mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Fehlbildungen beim Kind. Deshalb dürfen Frauen im gebärfähigen Alter nicht mit Retinoiden behandelt werden. Hat eine Frau Retinoide bekommen und es besteht nun ein Kinderwunsch, so sollten zwischen Absetzen des Medikaments und Empfängnis mindestens zwei Jahre vergehen. So lange dauert es, bis die Abbauprodukte des Medikaments den Körper endgültig verlassen haben.

Methotrexat (MTX)

Ursprünglich wurde Methotrexat in der Tumorbehandlung eingesetzt. Später wurde es erfolgreich in der Rheumatherapie und hat sich sowohl bei der Schuppenflechte (Psoriasis) als auch Schuppenflechte mit Gelenkbeteiligung (Psoriasis-Arthritis) bewährt.

MTX hat zwei therapeutische Angriffspunkte: einerseits wirkt es immunsuppressiv (Hemmung sowohl der Neubildung von Immunzellen als auch deren Fähigkeit, Entzündungsmediatoren zu produzieren), andererseits hat es wahrscheinlich auch eine direkt hemmende Wirkung auf die überschießende Zellteilung der Epithelzellen (Keratinozyten). MTX wird in Form von Tabletten eingenommen, selten als intramuskuläre Injektion verabreicht.

Nebenwirkungen: In der bei Psoriasis und Psoriasis-Arthritis eingesetzten Dosierung wird MTX im Allgemeinen relativ gut vertragen. Häufige unerwünschte Wirkungen sind: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall vorübergehende Erhöhung der Leberwerte, leichter Haarausfall, Mundschleimhautentzündung.
Wichtig ist, dass MTX wegen möglicher Wechselwirkungen nicht gleichzeitig mit einer Reihe anderer Medikamente eingenommen werden darf. Darüber hinaus müssen bei einer MTX-Therapie einige Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden. So sollten zum Beispiel die Patienten keinen Alkohol trinken und intensive Sonnenbestrahlung meiden.
Von Methotrexat ist bekannt, dass es in hohen Konzentrationen sowohl männliche Keimzellen als auch dem Embryo im Mutterleib schädigen kann. Deshalb sollten Frauen während der Behandlung auf einen sicheren Empfängnisschutz achten, Männer sollten unter Methotrexattherapie keine Kinder zeugen. Eine sichere Verhütung wird bis sechs Monate nach Therapieende empfohlen.

Cyclosporin A (CsA)

Ciclosporin ist ein aus der Transplantationsmedizin bekanntes Immunsuppressivum, d. h. ein Wirkstoff, der das Immunsystem unterdrückt. Zufälligerweise entdeckte man dabei, daß sich bei Patienten mit einer transplantierten Niere, die Ciclosporin als Dauertherapie erhielten, die Psoriasis zurückbildete.
Bei Psoriasis unterdrückt es die Vermehrung und Aktivierung der Immunzellen – dadurch wandern kaum mehr Entzündungszellen ins Gewebe, als Folge klingt die Entzündung ab. CsA wirkt sehr gut auf die Hautherde der Psoriasis, aber auch auf Psoriasisarthritis.

Ciclosporin wird als Kapsel oder Trinklösung eingenommen. Nach zirka zwei Wochen ist mit einer Besserung der Beschwerden zu rechnen, der Therapieerfolg ist allerdings erst nach acht bis zwölf Wochen sichtbar.

Nebenwirkungen: In der vergleichsweise geringen Dosierung, in der Ciclosporin in der Psoriasistherapie zur Anwendung kommt, wird es meist gut vertragen.
Ciclosporin kann vielfältige Nebenwirkungen haben wie Nierenschädigung und Bluthochdruck. Deshalb sind diesbezüglich regelmäßig Kontrolluntersuchungen erforderlich.

Zu den weiteren möglichen Nebenwirkungen zählen auch Müdigkeit, verstärkter Haarwuchs und Zahnfleischwucherungen.

Biologische (Biologika, Biologics) - systemische - Psoriasis-Behandlung

Einleitung - konventionelle systemische Therapie

Nach Definition handelt es sich bei Biologika um Eiweißstoffe (Proteine), die mittels gentechnischer Verfahren (biotechnologisch) hergestellt werden. Biologika werden von lebenden Zellen produziert werden.

Mit den Biologika hat in der Medizin generell und in der Behandlung von Psoriasis und Psoriasisarthritis im Besonderen ein neues Zeitalter begonnen. Obwohl erst wenige Jahre in großem Umfang eingesetzt, hat sich diese Therapie bereits hervorragend bewährt, wenngleich eine komplette Ausheilung auch heute noch nicht möglich ist.

Eine große Zahl von Biologika mit sehr unterschiedlichen Zielstrukturen wurde bereits entwickelt und wird schon in allen Fachbereichen der Medizin eingesetzt und viele weitere sind im Entstehen. Einige Biologika wurden spezifisch zur Behandlung von Psoriasis hergestellt; diese binden an für die Entstehung von Psoriasis wichtige Moleküle, entweder an der Zelloberfläche von Lymphozyten (z.B. CD11a) oder an bestimmte Entzündungsfaktoren (z. B. TNF-α) im Gewebe und im Blut.

Gelingt es mit einem Wirkstoff, die Botenstoffe direkt „anzugreifen“ und auszuschalten, lassen sich die Entzündungsprozesse stoppen, die zur Entstehung der psoriatischen Hautveränderungen führen.

Um für eine Biologikatherapie in Betracht zu kommen, müssen PatientInnen mit Plaquepsoriasis bestimmte Voraussetzungen erfüllen, die von dem behandelnden Hautarzt/ der behandelnden Hautärztin sorgfältig festgestellt und dokumentiert werden müssen. Für diese Einschränkungen sind medizinische und ökonomische Gründe (Biologika sind wesentlich teurer als konventionelle Therapien) maßgeblich. So bleiben Biologika daher in der Regel Patienten mit mittelschweren bis schweren Formen der Plaque-Psoriasis und / oder Psoriasis-Arthritis vorbehalten, die auf herkömmliche systemische Medikamente oder eine PUVA-Therapie nicht ansprechen, oder bei denen diese wegen Gegenanzeigen oder Unverträglichkeit nicht angewendet werden können. Durch die Biologika lassen sich selbst in schweren Fällen oft beachtliche Behandlungserfolge erzielen.

Biologika müssen üblicherweise per Injektion oder Infusion verabreicht werden. In der Regel setzt ihre Wirkung relativ rasch ein, d. h. bei der Infusion bereits innerhalb von 1 – 2 Wochen, bei Injektion nach 2 – 4 Wochen.

Efalizumab

Efalizumab ist ein gegen das CD11a-Molekül an der Oberfläche von T-Lymphozyten gerichteter und an dieses bindender Antikörper. Durch die Bindung werden zwei in der Entstehung von Psoriasis wichtige Prozesse blockiert: die Entzündungszellen können einerseits die Blutgefäße nicht mehr verlassen und in die Haut wandern; andererseits wird ihre Fähigkeit eingeschränkt, mit anderen Immunzellen Wechselwirkungen einzugehen und damit die Entzündungsreaktion auszulösen.

Efalizumab wirkt hervorragend gegen die Hauterscheinungen von Psoriasis. Es kann angewandt werden bei erwachsenen Menschen, bei denen andere Therapien (Cyclosporin, Methotrexat und PUVA) bisher versagt haben oder nicht möglich sind, weil z. B. eine Unverträglichkeit besteht. Efalizumab bietet besonders für Menschen eine Alternative, denen bisher nicht geholfen werden konnte. Die Wirksamkeit von Efalizumab wurde in mehreren Studien belegt. Das Beschwerdebild der Betroffenen und die Lebensqualität konnte deutlich und dauerhaft verbessert werden. Bei Psoriasisarthritis ist Efalizumab nicht zugelassen.

Efalizumab wird in der Regel einmal wöchentlich durch subkutane Injektion verabreicht und kann damit auch vom Patienten selbst gespritzt werden.

Nach den ersten beiden Injektionen kann - etwas häufiger als normal - das Auftreten von untypischen grippeähnlichen Symptomen beobachtet werden, z. B. Fieber, Schüttelfrost, Kraftlosigkeit, Übelkeit oder Kopfschmerzen. Weil Efalizumab aber die T-Zell-Funktion sehr gezielt verändert, konnten keine Auswirkungen auf das Immunsystem festgestellt werden. Die Abwehrfunktion bleibt erhalten. Es gibt keine Hinweise auf ein erhöhtes Infekt- oder Tumorrisiko. Die Nebenwirkungen gingen nach den ersten beiden Wochen schnell zurück. In der Langzeitanwendung wurden nur selten schwerwiegende Nebenwirkungen festgestellt.

Während der Behandlung sollte regelmäßig eine Blutuntersuchung durchgeführt werden, die die weißen Blutkörperchen (Leukozyten) und die Blutplättchen (Thrombozyten) untersucht. Die Behandlung mit Efalizumab sollte von einem Facharzt verordnet und überwacht werden, der über Erfahrungen in der systemischen Psoriasistherapie verfügt.

Etanercept

Etanercept wirkt entzündungshemmend und immunsuppressiv (unterdrückt die Abwehrkräfte) und ist damit sehr gut als Therapie bei Plaque-Psoriasis als auch bei Psoriasis-Arthritis geeignet. Auch bei anderen Erkrankungen des rheumatoiden Formenkreisen ist diese Therapie wirksam (rheumatoide Arthritis, Morbus Bechterew, usw.).
Oft ist eine Wirkung bereits innerhalb von Stunden oder wenigen Tagen zu bemerken. Spätestens aber nach 1 bis 2 Wochen kommt es zu einer deutlichen Verbesserung der Beschwerden, die kontinuierlich fortschreitet. In Studien zeigte sich die maximale Wirksamkeit im Laufe von 3 Monaten. Nach Absetzen des Medikamentes kommt es aber durchschnittlich nach einem Monat zu einem erneuten Auftreten der Beschwerden. Bei einer Wiederaufnahme der Behandlung gehen diese aber erneut zurück.

Etanercept wird in der Regel zweimal wöchentlich unter die Haut (subkutan) gespritzt und kann auch vom Patienten selbst verabreicht werden.

Nebenwirkungen: Manchmal kommt es zu Rötungen und Juckreiz an der Einstichstelle, eventuell auch zu Schwellungen und Schmerzen. Eher seltener kann es auch zu Magen-Darm-Störungen, vermehrten Infektionen und Blutveränderungen bezüglich Leber und Niere kommen.

Während der Behandlung sollen regelmäßige Kontrolluntersuchungen durchgeführt werden, dabei wird auch eine Blutuntersuchung erforderlich . Die Behandlung mit Etanercept muß von einem Facharzt verordnet und überwacht werden, der über Erfahrungen in der systemischen Psoriasistherapie verfügt.

Infliximab

Dabei handelt es sich um einen so genannten monoklonalen Antikörper, der den Botenstoff TNF-α bindet und hemmt.

Infliximab ist zur Anwendung bei Psoriasis und/oder Psoriasis-Arthritis sowie bei Morbus Crohn und Morbus Bechterew zugelassen, die oft als Begleiterkrankungen bei Psoriasis auftreten.

Infliximab wird als intravenöse Infusion verabreicht. Nach der ersten Infusion folgen weitere Infusionen nach 2 und 6 Wochen und danach alle zwei Monate 6 – 8 Mal pro Jahr.

Nebenwirkungen: Manchmal kann es zu Magen-Darm-Störungen, vermehrten Infektionen und Blutveränderungen bezüglich Leber und Niere kommen.

Während der Behandlung sollen regelmäßige Kontrolluntersuchungen durchgeführt werden, dabei wird auch eine Blutuntersuchung erforderlich . Die Behandlung mit Infliximab muß von einem Facharzt durchgeführt werden, der über Erfahrungen in der systemischen Psoriasistherapie verfügt.

Adalimumab

Adalimumab ist das derzeit neueste Biologikum. Es ist ein rein humanes Immunglobulin, wirkt ähnlich wie Infliximab und ist bei Psoriasisarthritis, mit oder ohne Hautbefall, zugelassen. Seine Zulassung für PatientInnen, die nur Hautveränderungen haben, wird für die nächste Zukunft erwartet.

Adalimumab wird vom Patienten selbst mit einer Fertigspritze alle zwei Wochen unter die Haut injiziert.

Nebenwirkungen: Manchmal kann es zu Magen-Darm-Störungen, vermehrten Infektionen und Blutveränderungen kommen.

Während der Behandlung sollen regelmäßige Kontrolluntersuchungen durchgeführt werden, dabei wird auch eine Blutuntersuchung erforderlich . Die Behandlung mit Adalimumab muß von einem Facharzt verordnet und überwacht werden, der über Erfahrungen in der systemischen Psoriasistherapie verfügt.


Wichtiger Hinweis:
Die angegebenen Krankheitszeichen (Symptome) werden sehr häufig bei der Diagnose zu dieser Erkrankung beobachtet. Jedoch kann diese Erkrankung auch ohne bzw. mit anderen Krankheitszeichen vorliegen. Sollten Sie an ähnlichen Krankheitszeichen wie beschrieben leiden, dürfen Sie nicht daraus schließen, dass diese Erkrankung auf sie zutrifft.
Fragen Sie bitte Ihre Ärztin oder Ihren Arzt! Bei nahezu allen Erkrankungen ist eine frühzeitige Erkennung und damit die rasche ärztliche Intervention für den Heilungserfolg von größter Bedeutung.

Die Informationen bzw. Krankheitsbeschreibungen von www.medhelp.at ersetzen nicht die Betreuung, Beratung und Versorgung durch Ärzte, Krankenhäuser, Apotheker und anderen Leistungserbringern. Alle Informationen sind unverbindlich und für Patienten gedacht, die allgemeine medizinische und gesundheitliche Fragen haben. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Informationen wird, trotz gewissenhafter Prüfung, jede Haftung ausgeschlossen. Ebenso kann für Fehler bei der Übermittlung im Internet keinerlei Gewähr übernommen werden.
 
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