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Fieber (erhöhte Körpertemperatur): Definition, Messung, Ursachen, Therapie, Maßnahmen, Fieberkrampf Drucken
Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 21. August 2007 )

Fieber (erhöhte Körpertemperatur): Definition, Messung, Ursachen, Therapie, Maßnahmen, Fieberkrampf

Stw: Sonstige_Erkrankungen_346

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Definition: Körpertemperatur - Fieber

Die Körpertemperatur des menschlichen Organismus wird im Gehirn gesteuert. Dort ist ein kleiner Bereich, der ähnlich einer Schaltzentrale jegliche Temperaturänderung registriert und überwacht: der Hypothalamus. Ähnlich einem Thermostat hält er die Körpertemperatur zwischen 36°C und 37°C (°=Grad; C=Celsius). Die Tagesschwankungsbreite kann bis zu 1°C betragen, mit dem niedrigsten Wert am frühen Morgen (zirka 4 Uhr) und dem Höchsten am späten Nachmittag (zirka 17 Uhr). Die Körpertemperatur variiert außerdem aufgrund physiologischer (=normalen; nicht krankheitsbedingten) Faktoren, z. B. bei sportlicher Betätigung. Bei Frauen erhöht sich nach dem Eisprung (Follikelsprung; Ovulation), sowie im ersten Drittel der Schwangerschaft die Körpertemperatur durchschnittlich um 0,5°C.

Gelangen jedoch Krankheitserreger (Bakterien, Viren, usw.) in den Körper bzw. entstehen organische Krankheiten, werden verschiedene Abwehrmechanismen in Gang gesetzt. Dabei werden fieberauslösende Botenstoffe (Pyrogene) gebildet, die im Temperaturregulationszentrum des Gehirns eine Sollwertverstellung auslösen und eine Erhöhung der Körpertemperatur bewirken. Fieber ist somit keine Krankheit, sondern ein Symptom, eine Schutzreaktion des Körpers auf Krankheitserreger oder eine sonstige Schädigung des Organismus und stimuliert die Abwehrkräfte.

Kinder fiebern im Vergleich zu Erwachsenen in der Regel häufiger, weil ihr Abwehrsystem die verschiedenen Krankheitserreger erst "kennenlernen" muss, um darauf mit Abwehrreaktionen antworten zu können. Außerdem ist die Wärmeregulation besonders bei kleinen Kindern leichter aus dem Gleichgewicht zu bringen, da ihre vergleichsweise kleinere Körperoberfläche geringere Ausgleichsmöglichkeiten hat.

Was passiert beim Fieberanstieg?

Wenn der Befehl zur Temperaturerhöhung gegeben wird, setzt der Körper verschiedene Strategien ein, um Wärme zu halten und neu zu erzeugen - solange, bis der erhöhte Sollwert erreicht ist. Zunächst wird die Durchblutung der Haut zurückgefahren, um die Wärmeabgabe einzuschränken. Dies geschieht durch ein Engstellen der kleinen Blutgefäße. Die Haut wirkt blass, Hände und Füße sind kalt und man friert. Durch feines oder grobes Muskelzittern wird dann auch noch Wärme erzeugt. Ähnlich wie bei anstrengender körperlicher Arbeit erzeugt die Muskelaktivität Wärme. In der Fieberanstiegsphase kann sich diese Muskelaktivität durch eine vermehrte Muskelanspannung (Tonus) bis hin zum Schüttelfrost mit Zähneklappern äußern.

Was passiert beim Fieberabfall?

Der Körper erhält den Befehl, alles zu tun, um abzukühlen, bis die Normaltemperatur wieder erreicht ist. Die kleinen Blutgefäße der Haut weiten sich, die Hautdurchblutung steigt, wodurch sie rosig erscheint. Die Wärmeabgabe nach außen wird beim Erwachsenen und älteren Kindern auch durch vermehrtes Schwitzen gefördert. Der Schweiß verdunstet auf der warmen Haut und kühlt sie dadurch. Schließlich werden auch die weit außen liegenden Körperpartien - Hände und Füße - warm, rosig und schweißfeucht. Säuglinge und kleine Kinder dagegen schwitzen wenig oder gar nicht. Schließlich wird die Normaltemperatur wieder erreicht und das Fieber ist überstanden.

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Tabelle: Bewertung der Körpertemperatur

Körpertemperaturbereich in Grad (°) Celsius
Bezeichnung
Messort
After
Mund, Achsel
Untertemperatur
 - 36,2
 - 35,8
Normaltemperatur
 36,3 - 37,4
 35,9 - 37
Erhöhte Temperatur
 37,5 - 38,0
 37,1 - 37,5
Leichtes Fieber
 38,1 - 38,5
 37,6 - 38,0
Mäßiges Fieber
 38,6 - 39,0
 38,1 - 38,5
Hohes Fieber
 39,1 - 39,9
 38,6 - 39,5
Sehr hohes Fieber
 40,0 - 42,5
 39,6 - 42,0
Tod durch Eiweißgerinnung
 ca. 42,6
 ca. 42,1

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Welche Fiebertypen gibt es?

Der Verlauf des Fiebers kann erste Hinweise auf die Ursache des Fiebers geben und sollte, wenn möglich, erfasst und dem Arzt mitgeteilt werden. Folgende Fiebertypen werden unterschieden:
  • Subfebril: Die Temperatur bleibt rektal gemessen unter 38,0°C. Subfebrile Temperaturen treten beispielweise bei Tuberkulose, bei rheumatischen Erkrankungen oder bei Tumoren auf.


  • Febril: Die Temperatur liegt über 38,0°c. Darunter unterscheidet man:


    • Kontinuierliches Fieber (febris continua): Meist hohes Fieber ohne größere Temperaturschwankungen im Verlauf des Tages (bis 1°C). Dieser Fiebertyp tritt bei bakteriellen und schweren viralen Infektionen auf.


    • Remittierendes Fieber (febris remittens = zurückkehrendes Fieber): Schwankungen der Temperatur im Tagesverlauf (bis zirka 1,5°C), wobei keine normalen Temperaturen erreicht werden. Typisch für lokal begrenzte bakterielle Infektionen wie Mittelohrentzündungen, Nasennebenhöhlenentzündungen und Harnwegsinfektionen.


    • Intermittierendes Fieber (febris intermittens): Starke Temperaturschwankungen über 1,5°C im Tagesverlauf, phasenweise werden Normaltemperaturen erreicht. Dieser Fieberverlauf ist typisch für eitrige Infektionen mit wiederkehrender Ausschwemmung von Erregern in die Blutbahn wie bei Blutvergiftung (Sepsis) oder Eitergeschwüren (Abszessen).


    • Wiederkehrendes Fieber (febris recurrens): Regelmäßige, periodische Fieberepisoden, die durch einen oder mehrere fieberfreie Tage unterbrochen sind. Die Tagesschwankungen können bis über 2°C auftreten. Häufig beobachtet man diese Art des Fiebers bei Malaria.

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Der Fieberkrampf

Fieber kann in seltenen Fällen zu den sogenannten Fieberkrämpfen bei Säuglingen bzw. Kleinkindern vom 6. Lebensmonat bis zum 5. Lebensjahr führen. Sie treten während in der Phase des schnellen Fieberanstiegs- oder -abfalls auf. Dadurch kommt es zu zerebralen (=Gehirn) Krampfanfällen des Säuglings bzw. Kleinkindes. Typischerweise erstarrt das Kind für einige Minuten, bevor dann der ganze Körper für 5–10 Min. von grobschlägigen Zuckungen geschüttelt wird. Fieberkrämpfe treten im Rahmen von Infekten auf, das Wiederholungsrisiko bei weiteren Infekten beträgt etwa ein Drittel.
Obwohl Fieberkrämpfe für Eltern und Kinder ein bedrohliches Ereignis darstellen, sind sie meist harmlos. Ca. drei bis vier Prozent aller Kinder erleiden im Laufe der Kindheit einen Fieberkrampf, bei 20 bis 30 Prozent kommt es zu einem erneuten Anfall.

Eltern sind bei einem Fieberkrampf, insbesondere wenn es sich um den Ersten handelt, meistens sehr erschrocken und haben Angst um das Leben des Kindes, da ein Fieberkrampf sehr dramatisch aussehen kann. Erfreulicherweise laufen die Krämpfe in der ganz überwiegenden Mehrzahl aber unkompliziert und unproblematisch ab, vor allem wenn der Krampf nicht länger als 10-15 Minuten dauert. Ein Arzt sollte aber in jedem Fall aufgesucht werden. Die Prognose ist in der Regel ausgezeichnet.


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Messung der Körpertemperatur

Sobald der Verdacht auf Fieber besteht, weil beispielsweise die Stirn "glüht" oder Schüttelfrost auftritt, sollte sofort die Körpertemperatur bestimmt werden.

Die Genauigkeit der Körpertemperaturmessung hängt vom Messort und vom Messverfahren ab. Die höchste Genauigkeit wird durch eine Messung in der Lungenarterie, der unteren Speiseröhre und im Innenohr erreicht. Da diese Methoden sogenannte invasive Methoden sind, können sie in der Praxis nicht angewandt werden und dies ist auch nicht erforderlich.

Diese vorgenannten idealen Messstellen werden am besten durch Körperhöhlen in der Nähe großer Blutgefässe wiedergespiegelt. Es sind die bekannten Messorte im Mund, im Mastdarm, in der Achselhöhle und im Innenohr.

Wenn man sich unwohl fühlt, sollte die Temperatur gemessen werden, um zu sehen, ob man Fieber hat. Um festzustellen, ob es sich um Fieber oder nur einen vorübergehenden Anstieg der Körpertemperatur handelt, können die Messungen mehrfach – z. B. alle 2 Stunden – wiederholt werden. Durch Aufzeichnung der Messergebnisse und Notizen über Auffälligkeiten des Patienten erhält der Arzt gegebenenfalls wertvolle Informationen für eine schnellere Diagnose-Findung.

Die Körpertemperatur ist an verschiedenen Stellen und an verschiedenen Tageszeiten unterschiedlich. Um den Fieberverlauf kontrollieren und dokumentieren zu können bzw. um vergleichbare Werte zu erhalten, sollte man die Temperatur immer zur gleichen Tageszeit (z.B. Früh-Mittag-Abend) und an den gleichen Messstellen mit dem gleichen Thermometer messen.

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Messmethoden und Messstellen

  • Die Genaueste ist die Messung im After (rektal):
    Für die rektale Messung ist sowohl des digitale Thermometer als auch ein Quecksilberthermometer geeignet. Elektronische Digitalthermometer bieten Vorteile gegenüber Quecksilberthermometern. Die Temperaturmesswerte werden schneller angezeigt und die Digitalanzeige ist einfacher zu lesen. Die neuesten Modelle besitzen eine biegsame Spitze, was eine für den Patienten angenehmere Messung ermöglicht. Zudem besteht keine Verletzungsgefahr durch Glasscherben oder Quecksilber. Bei der Anwendung eines Quecksilberthermometers müssen Sie die Quecksilbersäule zuerst auf unter 36 Grad Celsius herunterschütteln.
    Das Einführen des Fiebermessers ist besonders einfach, wenn Sie die Spitze des Thermometers mit etwas Vaseline o. Ä. bestreichen. Das Thermometer wird bei Kleinkindern zirka 1,5 cm bzw. bei größeren Patienten zirka 2 - 3 cm weit in den Enddarm (After) eingeführt. Ein Quecksilberthermometer benötigt etwa 4 Minuten, ein digitales Thermometer zirka 2 Minuten Messzeit. Lassen Sie kleine Kinder beim Fiebermessen nicht unbeaufsichtigt; ihre Bewegungen führen oft zum Verrutschen des Thermometers. Säuglinge werden am besten bäuchlings auf den Schoß genommen.
    Bei erhöhter Blutungsneigung und nach einer Hämorrhoiden-Operation darf die Temperatur nicht rektal gemessen werden!


  • Die Messung in der Achselhöhle (axillar):
    Für die axillare Messung ist ebenfalls sowohl das digitale Thermometer (zirka 2 Minuten) als auch das Quecksilberthermometer (zirka 8 Minuten) geeignet.
    Das Thermometer wird in die trockene Achselhöhle eingelegt, wobei es ganz von Haut umschlossen sein sollte. Messfehler können durch zu kurze Messdauer oder starken Achselschweiß (Verdunstungskälte) entstehen. Der ermittelte Wert liegt ca. 0,5 °C unter der Rektaltemperatur.
    Bei Kindern ist diese Methode nicht zu empfehlen, da sich bei der Anwendung Schwierigkeiten ergeben können: Das Thermometer fällt bei jeder Bewegung aus der Idealposition, deshalb liefert diese Methode oft ungenaue Ergebnisse.


  • Die Messung im Mund unter der Zunge (oral, sublingual):
    Für die axillare Messung ist ebenfalls sowohl das digitale Thermometer (zirka 2 Minuten) als auch Quecksilberthermometer (zirka 10 Minuten) geeignet.
    Das Thermometer wird unter die Zunge gelegt; die Lippen sind während der gesamten Messzeit fest geschlossen, damit der Mund nicht durch Verdunstungskälte auskühlt. Vor der Messung dürfen keine kalten oder heißen Speisen gegessen werden. Der ermittelte Wert liegt 0,3°–0,5 °C unter der Rektaltemperatur. Dem digitalen Thermometer ist wegen der Gefahr des Zerbeißens bei Kindern oder unruhigen Kranken der Vorzug zu geben. Bei Atemnot, Hustenreiz oder Gesichtslähmung sollte eine andere Körperstelle zur Temperaturmessung gewählt werden, da das Thermometer sonst nicht sicher fixiert werden kann.


  • Die Messung im Ohr:
    Die Messung im Ohr mittels Ohrthermometer hat heute weite Verbreitung gefunden: Die Ergebnisse liegen ca. 0,5 Grad Celsius unter den im After gemessenen Werten. Die Messung ist mit einer Sekunde Dauer die schnellste Methode.
    Die Genauigkeit der Messung ist sehr von der Handhabung des Thermometers und der Ausführung des Messkopfes abhängig. Da der Ohrkanal nicht gerade ist, erfordert es einige Übung, um mit dem optischen Messsystem genau die Infrarotstrahlung des Trommelfells zu erfassen. Trifft man nur den Gehörgang, werden falsche Messergebnisse produziert, dabei liegen die Temperaturen bis zu 1 °C unter der tatsächlichen Körpertemperatur.
    Bei Kindern unter 3 Jahren ist die exakte Platzierung der Sondenspitze im Ohr oft ein Problem, das zu Mess-Ungenauigkeiten führt. Ebenso ist es sehr schwierig, genaue Messergebnisse bei aktiven, etwas unruhigen Kleinkindern zu erhalten, weil sich auch bei dieser Altersgruppe die Sonde schwierig platzieren lässt. Damit verbunden ist eine eindeutige Fiebererkennung von Kindern im Alter von einem Monat bis zehn Jahren nicht immer gegeben, weshalb diese Methode in der Altersgruppe bis zirka 10 Jahre nicht empfohlen wird.
    Bei Erwachsenen wurden sehr gute Messergebnisse erreicht, wenn der Gehörgang durch leichtes Ziehen am Ohr gestreckt wird und damit die Sonde nicht den Gehörgang, sondern das Trommelfell als eigentlichen Messort aufnehmen kann.


  • Die Messung an der Stirn oder Schläfe:
    Eine angenehme Methode der Fiebermessung bieten auch Stirn- oder Schläfenthermometer. Ein Infrarotsensor misst in wenigen Sekunden die Temperatur, nachdem er auf die Haut an Stirn oder Schläfe aufgelegt wurde. Die Temperatur wird auf einem LCD-Display angezeigt. Beide Thermometerarten sind noch relativ neu, sodass wenig Erfahrungen über ihre Zuverlässigkeit vorliegen.


  • Die Messung mit Einmal-Klebestreifen:
    Einmal-Klebestreifen sind meist aus Kunststoff, für die Messung im Mund, an der Haut oder im After; sie liefern in etwa 70 Sekunden eine Ja/Nein-Auskunft. Durch unterschiedliche Hauttypen und Umgebungstemperaturen können erhebliche Ungenauigkeiten auftreten. Diese Klebestreifen sind daher zur Temperaturkontrolle nicht zu empfehlen.

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Ursachen - Fieber:

Ein Anstieg der Körpertemperatur im Körper wird durch verschiedenste Faktoren ausgelöst. Wie bereits beschrieben gibt es physiologische (normale) Faktoren, die für eine Erhöhung der Körpertemperatur verantwortlich sind. So ist z.B. eine erhöhte Körpertemperatur (selten über 38°C) bei Kleinkindern, die besonders am Nachmittag und Abend nach körperlicher Anstrengung ("Toben") auftritt, als normal zu werten. Beim Erwachsenen kann es z.B. bei sportlicher Betätigung zu einer physiologischen Temperaturerhöhung um zirka 0,5°C kommen, ebenso bei Frauen im ersten Schwangerschaftsdrittel oder beim Eisprung. Diese physiologischen Faktoren haben keinen Krankheitswert

Fieber ist eine Abwehrreaktion gegen anormale (pathologische) Vorgänge in unserem Körper und als Begleiterscheinung von vielen Erkrankungen eines der häufigsten bzw. wichtigsten frühen Krankheitszeichen (Symptome).

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Akutes Fieber kann folgende Ursachen haben:

  • Infektionskrankheiten durch Viren, Bakterien, Parasiten, Pilze sind die häufigsten Ursachen für Fieber (bis 70%):
    z.B.: Mittelohrentzündung, Angina, Grippe mit Atemwegs- oder/und Magen-Darm-Beschwerden, Harnwegsinfekte, Kinderkrankheiten (z.B. Dreitagefieber, Röteln, Masern, Mumps, Windpocken, Scharlach), Hirnhautentzündung, Lungenentzündung, Blinddarmentzündung und andere Entzündungen


  • Wundinfektionen:
    z.B. nach Operationen, Verletzungen


  • Zu hohe Umgebungstemperatur:
    z.B. Starke Sonneneinstrahlung, heißes Klima, Überheizung der Wohnung, zu warme Kleider oder zu warmes Bettzeug


  • Austrocknung (sogenanntes Durstfieber):
    Bedingt Brechdurchfall und/oder durch zu wenig trinken. Weitere Beschwerden bei Flüssigkeitsmangel sind schlaffe Haut, Schläfrigkeit, Durchfall oder Erbrechen, trockene Zunge und Schleimhäute, starker Durst.


  • Seltene Ursachen:
    Reaktion auf Impfung, Fieber im Zusammenhang mit dem Zahnen (normales Zahnen stellt an sich keine Fieberursache dar, Fieber kann jedoch von der Zahnbildung "angetrieben" werden)


  • Sehr seltene Ursachen (Häufigkeit zirka 20%):
    Endokrine Krankheit, (z.B. Schilddrüsenüberfunktion), Störung im Gehirn (z.B. Enzephalitis), bösartige Krankheit (z.B. Blut- oder Lymphknotenkrebs), Lebererkrankungen, vegetativ-psychogenes Fieber, Überempfindlichkeit (Allergie) auf Medikamente oder Nahrungsmittel.


  • Fieber unbekannten Ursprungs (FUU):
    Bei Patienten (zirka 10%) mit einer Temperaturerhöhung von mehr als 38°C (rektal gemessen), die mehr als 3 Wochen besteht, kann trotz intensiver Untersuchungen keine Ursache gefunden werden.

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Tabelle: Krankheiten mit Fieber und zusätzlichen Beschwerden

Diese Übersicht erhebt natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit, da wie im oben beschriebenen Text die Ursachen für Fieber extrem vielfältig sind. Fieber in Kombination mit anderen Beschwerden gibt jedoch häufig einen Hinweis für das Vorliegen einer bestimmten Krankheit.

Im Folgenden werden einige Krankheiten, die häufig mit Fieber und anderen typische Begleitsymptome einhergehen, aufgeführt.

Tabellenübersicht: Ursachen für Fieber


Fieber und Schmerzen im Kopf bzw. Hals bzw. Brustbereich und/oder Husten

Durch klicken auf die farblich hervorgehobenen Krankheiten erhalten Sie ausführlichere Informationen mit einem Link zu den behandelnden Ärzten der jeweiligen Erkrankung.

Ursachen für Fieber mit zusätzlichen Beschwerden

Fieber und Schmerzen im Kopfbereich bzw. Halsbereich bzw. Brustbereich und/oder Husten

zusätzliche Beschwerden  
 wahrscheinliche Ursachen
 Erste Maßnahmen
Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Husten, Halsschmerzen, Schnupfen
 Arztbesuch
Fieber und Halsschmerzen, oft Mundgeruch, Schluckstörungen
 Arztbesuch, da eine eitrige Entzündung dahinterstecken kann
Fieber und starke Ohrenschmerzen
 Arztbesuch
Fieber und stark druckschmerz-
haft im Halsbereich
, ev. Kiefer- Ohrenschmerz, ev. beschleunigter Herzschlag
Sofortiger Arztbesuch
Fieber und Kopfschmerzen im Stirnbereich, oft auch Schnupfen
Nasennebenhöhlen-
entzündung,

selten Horton-Krankheit (Riesenzellarteriitis)
 Arztbesuch
Fieber und starke Kopfschmerzen, Lichtscheu, Nackensteifigkeit
Meningitis,

Enzephalitis 
 Sofortiger Arztbesuch bzw. Notarzt rufen
Hohes Fieber, häufig Schüttelfrost, Husten, gelbgrüner oder blutiger Auswurf, Atemnot, Schmerzen beim Atmen
Sofortiger Arztbesuch bzw. Hausarzt rufen. Auswurf in einem Gefäß sammeln und dem Arzt zeigen
Leichtes Fieber, Husten, Auswurf, evtl. Atemnot, Augenjucken und -tränen, Niesanfälle
Arztbesuch. Bei Atemnot sofortiger Arztbesuch
Fieber, Atemnot, Herzjagen, Brustschmerzen, evtl. Husten
Herzbeutel-
entzündung,

Herzmuskel-
entzündung,

Lungenembolie  
Sofortiger Arztbesuch bzw. bei schlechtem Allgemeinzustand Notarzt rufen

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Fieber und Leibschmerzen bzw. Knochen- oder Gelenksschmerzen

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Ursachen für Fieber mit zusätzlichen Beschwerden

Fieber und Leibschmerzen bzw. Knochen- oder Gelenksschmerzen

zusätzliche Beschwerden  
 wahrscheinliche Ursachen
 Erste Maßnahmen
Fieber, Schmerzen beim Wasserlassen, Rückenschmerzen, häufiges Wasserlassen, Druck auf der Blase
 Wärmflasche, viel trinken. Arztbesuch
Fieber und starke, rechtsseitige Unterbauch-
schmerzen, Appetitlosigkeit,
evtl. Erbrechen
Appendizitis
(Blinddarm-
entzündung)  
 Sofortiger Arztbesuch. Nichts mehr essen oder trinken. Keine Wärmeanwendung oder Schmerzmittel
Fieber, meist einseitige, ziehende Unterbauch-
schmerzen bei einer Frau,
eitriger, übel riechender Ausfluss
 Sofort Frauenarzt aufsuchen. Keine Wärmeanwendung
Fieber und Schüttelfrost nach Entbindung, bei stillenden Müttern, Unterbauch-
schmerzen
oder Brustschmerzen
Brustdrüsen-
entzündung,


Lochialstauung,

selten Kindbettfieber
Sofort Frauenarzt aufsuchen bzw. Hausarzt rufen
Fieber und rechtsseitige Oberbauch-
schmerzen
, oft Kolik und Übelkeit, Erbrechen, Schüttelfrost, Fettunver-
träglichkeit
Sofortiger Arztbesuch. Bei starker Kolik Notarzt rufen
Fieber, Schmerzen im rechten Oberbauch, evtl. Gelbfärbung von Haut und Augenbindehaut
Sofortiger Arztbesuch, da die Erkrankung ansteckend sein kann
Fieber, Gelenkschmerzen nach Mandelentzündung, außerdem evtl. Hautveränderungen
Rheumatisches Fieber
Arztbesuch
Fieber, Gelenkschmerzen, ein oder mehrere Gelenke gerötet und geschwollen, evtl. Husten, Hautveränderungen
Arztbesuch
Fieber, Rötung, Schwellung und Schmerzen, in der Region des betroffenen Knochens
Knochenmarks-
entzündung (Osteomyelitis)
Sofortiger Arztbesuch

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Fieber und Hautausschlag oder - rötung bzw. Lymphknotenschwellung

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Ursachen für Fieber mit zusätzlichen Beschwerden

Fieber und Hautausschlag oder - rötung bzw. Lymphknotenschwellung

zusätzliche Beschwerden  
 wahrscheinliche Ursachen
 Erste Maßnahmen
Fieber und Hautausschlag bei Kindern
Masern,

Scharlach,

Röteln,

Ringelröteln,

Windpocken,

Dreitagefieber, Kawasaki-
Syndrom
 Sofortiger Arztbesuch (dabei auf möglicherweise ansteckende Krankheit hinweisen!), da unbehandelt Komplikationen auftreten können
Fieber, umschriebene Hautrötung, Schmerzen und Schwellung in dem betroffenen Bereich, evtl. Schüttelfrost
Wundrose,

Venenentzündung,

Abszess,

Phlegmone
Entsprechenden Körperteil ruhig stellen und hochlagern. Hausarzt aufsuchen bzw. rufen
Hohes Fieber, schmerzhafte Lymphknoten-
schwellung am Hals
, Halsschmerzen, Abgeschlagenheit, oft Mundgeruch
Pfeiffer-
Drüsenfieber
 Arztbesuch,
da die Erkrankung ansteckend ist und unbehandelt Komplikationen auftreten können
Leichtes Fieber, harte, nicht druck-
schmerzhafte Lymphknoten-
schwellung am Hals
, evtl. Leistungsminderung
Tuberkulose
Arztbesuch, da die Erkrankung ansteckend ist
Fieber, harte, nicht druckschmerz-
hafte Lymphknoten-
schwellung
, oft an mehreren Körperstellen, evtl. Nachtschweiß, Gewichtsverlust
Hodgkin-
Krankheit,

Leukämie,

andere Formen von Krebs
Arztbesuch

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Fieber und Durchfall bzw. Fieberschübe

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Ursachen für Fieber mit zusätzlichen Beschwerden

Fieber und Durchfall bzw. Fieberschübe

zusätzliche Beschwerden  
 wahrscheinliche Ursachen
 Erste Maßnahmen
Fieber und Durchfall , evtl. auch Übelkeit und Erbrechen
Magen-Darm-
Entzündung (Enteritis),

meist Virusinfektion,

Lebensmittel-
vergiftung,

selten auch
Crohn-Krankheit
oder
Colitis ulcerosa
 Temperatur messen, evtl. Bettruhe, 3–4 Std. lang nichts essen oder trinken, dann teelöffelweise Flüssigkeit. Bei anhaltenden Beschwerden Arztbesuch
Fieber, rasch am Nachmittag oder Abend ansteigend und gegen Morgen auf normale Werte abfallend, oft mit Schüttelfrost, Kopfschmerzen
Schwere Infektion:
z. B.
Wundinfektion,

Sepsis,

Lungen-
entzündung,


Nierenbecken-
entzündung
(Pyelonephritis),

Meningitis  
 Hausarzt rufen.
Bei Bewusstseins-
störungen Notarzt rufen
Fieberschübe bis 40 °C, Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Beschwerden treten nach einer Fernreise auf
Malaria
Sofortiger Arztbesuch bzw. Hausarzt rufen


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Therapie und Maßnahmen gegen Fieber:

Wie Sie aus dem oben Beschriebenen entnehmen können, reicht das Spektrum der Fieberursachen von harmlosen, selbst heilenden Virusinfektionen über bakterielle Infektionen, die mit Antibiotika behandelt werden müssen, bis hin zu schweren Erkrankungen, die eine schnelle ärztliche Behandlung erfordern. Steht die ursächliche Erkrankung, die für das Symptom Fieber verantwortlich ist fest, steht die Behandlung der ursächlichen Krankheit im Vordergrund.

Deshalb gilt Prinzipiell, dass bei Fieber eine Ärztin oder ein Arzt konsultiert werden sollte und danach die weitere Vorgangsweise festgelegt werden kann. Eine exakte Ursachenfindung ist wichtig, damit durch eine frühzeitige Fiebersenkung das Vorliegen einer ernsteren Erkrankung nicht verdeckt bleibt.

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Wann sollte unbedingt ein Arzt konsultiert werden?

  • Bei allen in der Tabelle: "Krankheiten mit Fieber und zusätzlichen Beschwerden" angeführten Symptom-Kombinationen

  • Mit Kindern sofort zum Arzt, wenn:
    • Ihr Kind jünger als drei Monate ist
    • das Fieber auf 41°C oder höher steigt
    • Ihr Kind untröstlich schreit
    • es schwer weckbar ist
    • es einen Fieberkrampf hat
    • sein Nacken steif oder die Fontanelle (weiche Knochenlücke am Schädel des Säugling) vorgewölbt ist
    • Sie bei Ihrem Kind einen oder mehrere dunkelrote oder blaue nicht wegdrückbare Flecken auf der Haut bemerken
    • es schwer oder geräuschvoll atmet, was sich nicht bessert, nachdem Sie seine Nase von Schleim befreit haben
    • es nicht schlucken und trinken kann oder Speichel durch den Mund verliert
    • Ihr Kind schlecht aussieht oder sich auffällig verhält
    • Sie Fragen oder Ängste haben

  • Mit Kindern innerhalb von 24 Stunden zum Arzt, wenn:
    • Ihr Kind jünger als sechs Monate ist (außer kurz nach einer Impfung)
    • das Fieber 40,0 – 40,9°C beträgt, besonders wenn es jünger als zwei Jahre ist
    • Brennen oder Schmerzen auftreten beim Urinlassen oder der Urin „scharf“ riecht
    • Ihr Kind länger als 24 Stunden Fieber hat, ohne dass Sie wissen warum

  • Jugendliche und Erwachsene zum Arzt, wenn:
    • das Fieber länger als einen Tag anhält
    • Hautausschlag auftritt oder ernste Krankheitszeichen das Fieber begleiten
    • Fieber ohne erkennbaren Grund auftritt
    • es zu neurologischen Auffälligkeiten oder Krampfanfällen kommt
    • nach einer Reise in ferne Länder Fieber auftritt

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Welche Maßnahmen ergreift Arzt?

Der Arzt wird sich zunächst durch eine Befragung (Anamnese ) ein Bild über Dauer, Höhe des Fiebers und das Auftreten von anderen Begleitsymptomen machen. Anschließend erfolgt eine genaue körperliche Untersuchung , um weitere Hinweise auf die Fieberursache zu erhalten.
Tipp: Bereiten Sie sich eventuell auf den Arztbesuch vor - siehe Leitfaden für das Arztgespräch .

Die weitere Behandlung hängt entscheidend von der gestellten Diagnose ab. Liegt eine harmlose Virusinfektion vor, reichen evtl. fiebersenkende Maßnahmen aus. Auch die meisten Infektionen der oberen Luftwege und des Magen-Darm-Traktes werden nur symptomatisch, beispielsweise durch Nasentropfen, Hustensaft bzw. vermehrte Flüssigkeitszufuhr behandelt. Gibt es Hinweise für eine bakterielle Infektion, wird der Arzt eventuell ein Antibiotikum (z. B. Penizillin) verordnen.

Bleibt die Fieberursache unklar, sind gegebenenfalls weitere Untersuchungen bzw. die Konsultation von anderen Ärzten spezieller Fachrichtungen notwendig. Manchmal ist eine vorübergehende Behandlung im Krankenhaus erforderlich, vor allem wenn es dem Patienten (vor allem Kinder und Alte) sehr schlecht geht, ein massiver Flüssigkeitsmangel vorliegt, ein Fieberkrampf aufgetreten ist oder der Verdacht auf ernstere Erkrankungen besteht.


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Wann soll man Fieber senken?

Fieber ist kein grundsätzlich behandlungsbedürftiges Krankheitszeichen. Im Zusammenhang mit Infektionen - vor allem durch Viren - ist Fieber in der Regel eine sinnvolle Reaktion des Körpers, da Viren bei Fieber ihre Vermehrung einstellen.

Studien, in denen der Nutzen fiebersenkender Medikamente untersucht wurde, haben gezeigt: Fiebersenkung kann zwar das Befinden bessern, aber nicht das Endresultat (das so genannte Outcome) der Erkrankung. Fiebersenkung bewirkt also keine kürzere Krankheitsdauer und Folgeerkrankungen werden nicht weniger. Außerdem können fiebersenkende Medikamente, wie alle pharmakologisch wirksamen Substanzen, Nebenwirkungen auslösen. Nicht selten wird auch darüber berichtet, dass die besonders rasche Fiebersenkung, die durch Medikamente herbeigeführt werden kann, wiederum den Organismus (speziell bei Kindern) belastet. Der Griff zur fiebersenkenden Tablette, zum Zäpfchen (oder Saft) sollte also nicht automatisch erfolgen, sondern wohl durchdacht sein und nach Rücksprache mit Ihrem Arzt erfolgen.

Achtung: Fiebersenkung ersetzt keine Diagnose durch den Arzt und kann sogar gefährliche Krankheitsbilder verschleiern.

Wenn das Fieber beginnt, den Organismus zu belasten, sollten nach Rücksprache mit dem Arzt fiebersenkende Maßnahmen ergriffen werden. Die Körpertemperatur sollte auch gesenkt werden, wenn anhaltendes Fieber darauf hinweist, dass der Organismus mit der Erkrankung nicht fertig wird und weitere Krankheitszeichen eine ernsthafte Erkrankung vermuten lassen.

Fieber senken sollte man:

  • Nach Anordnung durch die Ärztin bzw. den Arzt
  • Temperatur über 39,5° C im After gemessen
  • Temperatur unter 39,5° C im After gemessen und zusätzlich eine starke Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens vorhanden ist
  • Bei jeder Temperatur über 38° C bei Kindern unter 6 Jahren, die bereits einen Fieberkrampf durchgemacht haben

Möglichst rasch sollte Fieber gesenkt werden:

  • Wenn der Patient direkt oder indirekt durch das Fieber gefährdet ist, besonders bei anhaltendem Fieber.
  • Es gibt Situationen, in denen temperatursenkende Maßnahmen von lebenswichtiger Bedeutung sein können, so etwa bei Hitzschlag, Epilepsie und anderen Gehirnstörungen, bei Angina pectoris und Herzschwäche, bei älteren Patienten
  • In der Schwangerschaft. Aber hier sollen in erster Linie nichtmedikamentöse Maßnahmen gesetzt werden.


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Welche Möglichkeiten zur Fiebersenkung gibt es?

Wie bereits mehrfach hingewiesen, sollten fiebersenkende Maßnahmen immer nach Rücksprache Ihres Arztes erfolgen. Sollte eine Senkung des Fiebers erforderlich sein, stehen folgene Möglichkeiten zur Verfügung:

Nicht-Medikamentöse (physikalische) Maßnahmen

Auch physikalische Maßnahmen (vor allem bei Kindern und älteren Personen) sollten nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt erfolgen.
Die nicht-medikamentösen Maßnahmen unterstützen den Organismus in den Phasen des Fieberanstiegs- und -abfalls. Sie helfen ihm sozusagen das zu tun, was er sowieso gerade tun will und entlasten ihn dadurch.

Beim Fieberanstieg
Beim Fieberanstieg braucht der Körper Wärme, um sich aufzuheizen. Der Patient friert, zittert vielleicht sogar und ist oft blass. Hände und Füße sind kalt. Die benötigte Wärme kann man ihm zuführen, indem man den Patienten warm in seine Bettdecke einpackt und vielleicht sogar eine Wärmeflasche dazulegt.
Bei der Fiebersenkung
Während der Phase der Fiebersenkung will der Körper Wärme abgeben, um dadurch abzukühlen. Der Patient fühlt sich warm und feucht (bei Säuglingen auch trocken) an, die Haut ist oft gerötet. Die Bemühungen des Körpers, sich abzukühlen können unterstützt werden, indem man den Patient von den wärmenden Decken befreit, für eine kühlere Raumtemperatur und für kühle Getränke sorgt. Auch durch Kaltwasseranwendungen (z.B. Waschungen, Wadenwickel oder Eispackungen) kann die Abkühlung des Körpers unterstützt werden.
  • Kaltwasseranwendungen:
    Achten Sie bei allen Kaltwasseranwendungen darauf, dass der Körper warm sein muss, auch die Füße, und dass die Raumtemperatur mindestens bei 22-24°C liegt. Vermeiden Sie Zugluft und achten Sie darauf, dass die Wickel dicht am Körper anliegen. Das Fieber lässt sich durch Kaltwasseranwendungen etwa um 1-2°C senken. Empfindliche Personen können dem kalten Wasser ein Glas Obstessig beimischen.

    • Kalte Wadenwickel:
      Befeuchten Sie ein Tuch mit kaltem Wasser, drücken Sie das Wasser nur mäßig aus und wickeln Sie das feuchte Tuch gut anliegend um die Waden. Erneuern Sie den Wickel nach Erwärmung und wenden Sie die kalten Wadenwickel solange an, bis das Fieber eine verträglichere Höhe angenommen hat.
      Kalte Wadenwickel werden bei Fieber im Allgemeinen paarweise angewendet und bleiben jeweils 15 - 20 Min. liegen. Bei hohem Fieber und empfindlichen Patienten können sie auch nur einseitig, dann aber zweimal im Wechsel und nur je ca. 10 Min. aufgelegt werden. Die Gesamtanwendungsdauer soll 45 Min. nicht überschreiten.

    • Nasse Strümpfe:
      Nasse Strümpfe sind eine andere Form des kalten Wickels: Tauchen Sie Baumwollstrümpfe in kaltes Wasser, drücken Sie diese dann aus und ziehen Sie sie an. Über die feuchten Baumwollstrümpfe werden trockene Wollstrümpfe angezogen, nach Erwärmung können Sie die feuchten Strümpfe solange erneuern, bis das Fieber gesenkt ist.

    • Absteigendes Vollbad:
      Wärmen Sie vor dem Bad das Bett vor, damit Sie sich nach dem Bad ins warme Bett legen können. Füllen Sie die Badewanne mit warmem Wasser, dessen Temperatur nur wenige Grad unter der Körpertemperatur liegt. Steigen Sie dann in die Wanne und lassen Sie langsam kaltes Wasser zulaufen, so dass die Temperatur innerhalb von 10-15 Minuten auf 25°C gesenkt wird. Reiben Sie, während das kalte Wasser zuläuft, den Körper mit weichen Bürsten oder einem Waschlappen ab, das mildert das subjektive Kältegefühl und fördert die Wärmeabgabe. Beenden Sie das Bad nach 15 Minuten, trocknen Sie sich gut ab und legen Sie sich ins vorgewärmte Bett. Wenn Sie frösteln, trinken Sie eine Tasse heißen Tee.
      Vorsicht vor kühlenden Bädern! Sie werden zwar immer wieder empfohlen, im häuslichen Alltag kann sich dieses Vorhaben als sehr schwierig gestalten - und als gefährlich herausstellen. Kleine Kinder und alte Menschen haben eine noch ungenügende bzw. herabgesetzte Fähigkeit des Kreislaufs, den Blutdruck und die Blutverteilung rasch wechselnden Verhältnissen anzupassen. Auch kreislauflabile Erwachsene und hoch Fiebernde kann man mit einem - gut gemeinten - Abkühlungsbad in bedenkliche Schwierigkeiten bringen. Abkühlende Bäder sollten nur von "kundigen" Personen (Krankenschwestern) durchgeführt oder vom Arzt überwacht werden.

  • Hinweis:
    • Wenn der Patient bereits kalte Hände oder Füße hat oder fröstelt, sollte auf diese Methoden verzichtet werden.
    • Bei Anwendung bei Kindern unter 2 Jahren und sehr empfindlichen Personen sollte anstelle von kaltem Wasser zimmerwarmes Wasser (ca. 22 Grad) verwendet werden


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Medikamentöse Maßnahmen

In der Apotheke sind verschiedene fiebersenkende Medikamente erhältlich, auch ohne ärztliches Rezept. Bei kleinen Kindern empfiehlt sich die Gabe der fiebersenkenden Medikamente in Form von Zäpfchen, Saft oder evtl. auch Brausegranulat, weil Tabletten noch nicht geschluckt werden können. Auf diesem Wege kann die Substanz sehr schnell wirken und die Kinder können sich v. a. der Zäpfchen-Gabe nicht (so einfach) widersetzen. Ihr Arzt oder Apotheker wird Ihnen die für Sie geeigneten fiebersenkenden Medikamente empfehlen. Diese enthalten meist folgende Substanzen:
  • Paracetamol, Acetylsalicylsäure, Metamizol, Naproxen, Ibuprofen
  • Antibiotika sollten nur bei Vorliegen von bakteriellen Infektionen zum Einsatz kommen

Vorsicht bei Kindern und Jugendlichen: Medikamente mit den Wirkstoff Acetylsalicylsäure (Aspirin, ASS) sollten bei Personen in dieser Gruppe nicht eingenommen werden. Die Einnahme kann bei Kindern eine seltene, aber gefährliche Krankheit, das so genannte Reye-Syndrom, auslösen.

Alle frei verkäuflichen Medikamente gegen Fieber sollten grundsätzlich nicht länger als drei Tage ohne ärztlichen Rat angewendet werden. Beachten Sie immer die Dosisangaben bzw. wenden Sie sich bei Fragen zur Einnahme an Ihren Arzt oder Apotheker.


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Naturheilkundliche (homöopathische) Medikamente

Verschiedene Mittel aus der Naturheilkunde oder Homöopathie (spezielle Zubereitung von z.B. Pflanzen oder Mineralien) haben eine fiebersenkende Wirkung. Hierzu gehören z.B. die einzelnen homöopathischen Substanzen: Aconitum, Belladonna, Ferrum phosphoricum.

Bei Kindern mit Fieber als erstes Symptom ohne ersichtliche Ursachen, empfiehlt die Ärztin, der Arzt mit homöopathischer Ausbildung meist folgende Mittel:
  • Aconitum C30 bei folgenden Beschwerden
    • Plötzlicher Fieberbeginn, Schweiß, starkes Frösteln, kalte Füße und heiße Wangen, ausgelöst durch Kälte oder kalten Wind. Ängstliche Unruhe, Kind wirft sich hin und her.
  • Belladonna C30 bei folgenden Beschwerden
    • Rascher Fieberanstieg, der vor allem nachts sehr hoch werden kann, Lichtempfindlichkeit und Benommenheit, die Haut ist heiß und feucht, wenn man die Bettdecke hebt, dampft es förmlich heraus. Pulsierender Kopfschmerz, die Pupillen sind meist geweitet.
  • Einnahme: Bei Kindern bis drei Jahre drei bis fünf Kügelchen oder Tropfen; ansonsten in ein Glas Wasser geben, auflösen und schluckweise trinken.


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Was ist zu tun bei einem Fieberkrampf?

Bei Auftreten eines Fieberkrampfes ist es wichtig, Ruhe zu bewahren. Schützen Sie Ihr Kind vor Verletzungen, indem Sie es auf eine weiche Unterlage legen, Gegenstände aus der Reichweite des Kindes entfernen und einengende Kleidung beseitigen. Versuchen Sie nicht, die Zuckungen zu unterdrücken. Nur wenn das Kind sich erbricht, dann müssen Sie es vorsichtig auf die Seite drehen, vielleicht mit dem Kopf nach unten, dadurch verhindern Sie, dass das Erbrochene in die Lunge des Kindes gelangt.

Beim ersten Fieberkrampf hat man meistens keine für das betroffene Kind geeigneten krampflösenden Medikamente im Haus, wohl aber fiebersenkende Zäpfchen. Diese sollten gegeben werden, so dass die Reizung des Gehirns verringert wird. Auch kalte Wadenwickel können zur Fiebersenkung gemacht werden. Immer ist ein Arzt, z. B. der Notarzt zu rufen, der das Kind untersucht und behandelt. Krampft das Kind bei Eintreffen weiter, kann der Arzt krampflösende Medikamente verabreichen. Eventuell ist eine vorübergehende stationäre Behandlung und Überwachung in einer Kinderklinik notwendig. Besonders dann, wenn es sich um den ersten Fieberkrampf handelt, andere auffällige Symptome bestehen oder der Verdacht auf eine Hirnhautentzündung besteht.
Bei Kindern mit bekannter Neigung zu Fieberkrämpfen werden frühzeitig fiebersenkende Mittel gegeben. Bei wiederholt auftretenden Fieberkrämpfen sollten außerdem krampfunterbrechende Medikamente im Haus verfügbar sein. Spätestens nach dem dritten Fieberkrampf wird der Kinderarzt eine genaue neurologische Abklärung einleiten, da ein Fieberkrampf Anzeichen einer Epilepsie sein kann.

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Sonstige allgemeine Maßnahmen bei Fieber

Viel Flüssigkeit!

Meistens hat man bei Fieber keinen Appetit. Es hat keinen Sinn, sich zum Essen zu zwingen. Wichtig ist aber eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, um den Elektrolythaushalt, der durch das Schwitzen beim Fieber durcheinanderkommen kann, wieder auszugleichen.

Bestens dafür geeignet sind Gemüsebrühen: Karotten, Sellerie, Petersilwurzel, Lauch und Zwiebeln werden mit viel Liebstöckel, Petersilgrün, Sellerieblättern und etwas Salz eine halbe Stunde gekocht. Abseihen und mittelwarm trinken.

Ach Obst- und Gemüsesäfte sind zu empfehlen: Rote Rüben, Holunderbeeren, Sanddorn oder Schwarze Ribisel liefern heilende Farbstoffe.

Bettruhe!

Die wichtigste Maßnahme bei Fieber bleibt körperliche Schonung und Bettruhe.

Frischluft!

Für ausreichend Frischluft im Krankenzimmer sorgen (Zugluft vermeiden!).

Wichtig bei Kindern!

Hat ein Kind Fieber, sollte ein Elternteil oder Erwachsener immer in Sicht- oder Rufweite bleiben. Treten plötzlich starke Schmerzen, Nasenflügel-Beben, Atembeschwerden, Bewusstseinsstörungen und andere bislang unbekannte Symptome auf, muss sofort ein Arzt gerufen werden – auch am Wochenende und in der Nacht!

Wache Kinder mit kleinen Spielen, vorlesen oder erzählten Geschichten von der Krankheit ablenken. Fröhliche Patienten – egal ob klein oder groß – werden erfahrungsgemäß schneller gesund.

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Wichtiger Hinweis:
Die angegebenen Krankheitszeichen (Symptome) werden sehr häufig bei der Diagnose zu dieser Erkrankung beobachtet. Jedoch kann diese Erkrankung auch ohne bzw. mit anderen Krankheitszeichen vorliegen. Sollten Sie an ähnlichen Krankheitszeichen wie beschrieben leiden, dürfen Sie nicht daraus schließen, dass diese Erkrankung auf sie zutrifft.
Fragen Sie bitte Ihre Ärztin oder Ihren Arzt! Bei nahezu allen Erkrankungen ist eine frühzeitige Erkennung und damit die rasche ärztliche Intervention für den Heilungserfolg von größter Bedeutung.

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