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Zittern - Tremor, Übersicht: Definition, Erscheinungsformen, Krankheiten und Ursachen Drucken
Letzte Aktualisierung ( Freitag, 25. April 2008 )

Zittern - Tremor, Übersicht: Definition, Erscheinungsformen, Krankheiten und Ursachen

Stw: Gehirn_Nerven_344

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Definition - Tremor

Der Tremor (=Zittern) ist eine unwillkürliche, rhythmische, annähernd gleich schwingende (oszillierende) Bewegung in mindestens einer funktionellen Region (d. h. Finger, Hand, Kopf, Kiefer) und ist eines der häufigsten neurologischen Symptome. Das normale Zittern wie z.B Kälte-Zittern, Angst-Zittern, Erregungs-Zittern, Stress-Zittern u.s.w. dürften die Meisten kennen, wobei dieses Zittern keinen Krankheitswert hat.

Zittern kann als Krankheit selbst vorkommen (essentieller Tremor), es ist aber auch ein Symptom, ein Krankheitszeichen für zahlreiche andere neurologische und internistische zugrunde liegende Erkrankungen. Für viele Betroffene ist es ganz besonders belastend, da das Zittern auch sozial mit Vorurteilen belegt ist. Sie trauen sich kaum mehr in der Öffentlichkeit zu essen oder zu schreiben und meiden das Zusammentreffen mit anderen Menschen.

Auffälliges Zittern – egal ob Sie es einfach als unangenehm empfinden, oder ob es bereits Ihre alltäglichen Aktivitäten behindert – sollten Sie in jedem Fall rasch ärztlich (Hausarzt, Neurologen, Internisten oder je nach zugrundeliegender Erkrankung) abklären und behandeln lassen. Je früher die richtige Diagnose gestellt werden kann, desto effektiver kann das Symptom oder die Erkrankung Zittern behandelt oder zumindest gemildert werden. Nur eine genaue Diagnose der unterschiedlichen Tremorformen (Tremorsyndrome) ermöglicht eine Erfolg versprechende Therapie. Eine laienhafte Fehlbewertung verursacht nicht nur unnötige Angst – z.B. bei Patienten, deren gutartiger essenzieller Tremor als Parkinsonsyndrom interpretiert wird – oft wird dadurch auch eine erfolgreiche Behandlung verzögert bzw. sogar unmöglich.

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Unterscheidungsformen - Tremor:

Man unterscheidet einen Ruhetremor von den verschiedenen Formen eines Aktionstremors (Haltetremor, Bewegungstremor, Intentionstremor, aufgabenspezifischer Tremor - z.B. Schreibtremor und isometrischer Tremor). Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal für den Arzt ist die Tremorfrequenz (wird in Hz gemessen; 1 Hz = 1 Schwingung pro Sekunde), also die Schwingungshäufigkeit. Dabei unterscheidet er zwischen
  • niederfrequenter (2 - 4 Hz), grobschlägiger Tremor
  • mittelfrequenter Tremor (4 - 7 Hz)
  • hochfrequenter (mehr als 7 Hz), oft feinschlägiger Tremor (eine Art feines Zittern)

Ruhetremor

Ruhetremor tritt bei fehlender gewollter Bewegung auf (Willküraktivität). Im Gegensatz zum Haltetremor, nimmt der Ruhetremor typischerweise bei willkürlichen Bewegungen ab. Er ist deshalb bei Willkür-Bewegungen selten hinderlich. Wie bei allen Tremorformen wird Ruhetremor bei Stress schlimmer und verbessert sich bei Erholung. Der Tremorausschlag (Amplitude) nimmt zu, wenn andere Körperteile als die beobachteten oder betroffenen, bewegt werden. Er ist am häufigsten beim M. Parkinson und nur sehr selten bei anderen Krankheiten. In der überwiegenden Mehrzahl der Fälle sind eine oder beide Hände des Patienten betroffen. Er kann auch an den Beinen beginnen, was bei den anderen Tremorformen sehr selten ist.

Test zur Feststellung des Ruhetremores durch den Arzt: Der Arzt wird den Patienten auffordern, beide Hände möglichst entspannt in den Schoß zu legen. In dieser Situation lässt sich ein klassischer Ruhetremor am besten beobachten. Typisch für den Ruhetremor ist auch die Provokation durch mentale Anstrengung oder durch komplizierte Bewegungen nicht betroffener Körperteile. So wird der Patient z. B. gebeten, von 100 (je nach Rechenstärke) in verschiedenen Schrittweiten rückwärtszuzählen. Diese Aufgabe führt beim klassischen Ruhetremor typischerweise nach einigen Sekunden zu einer deutlichen Zunahme der Tremorstärke. Bei vielen Patienten tritt der Tremor in der Ruheposition auch erst unter diesem Provokationsmanöver auf.

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Aktionstremor

Beim Aktionstremor unterscheidet man einen Haltetremor, Bewegungstremor (kinetischer Tremor; z.B. Arme beugen und strecken) und Intentionstremor (=Zittern bei zielgerichteter Bewegung; z.B. Greifen nach einem Glase), also Tremorformen, die bei verschiedenen Arten willkürlicher Muskeltätigkeit auftreten können.

Haltetremor

Von einem Haltetremor (posturaler Tremor) spricht man, wenn er bei ausgestreckter Extremität (Hände, Beine) nachweisbar ist. Entsprechend tritt er auch beim Halten eines Löffels oder eines Glases auf.

Test zur Feststellung des Haltetremores durch den Arzt: Bei der Prüfung ob ein Haltetremor vorliegt, wird der Patient aufgefordert, die Hände sowie beide Arme anzuheben, auszustrecken und etwa auf Schulterhöhe zu halten. Diese Stellungsänderung der Arme und Hände sollte unmittelbar im Anschluss an die Ruhetremorprovokation (s. o.) durchgeführt werden. In der Regel wird der klassische Ruhetremor bei dieser Bewegung unterdrückt und tritt erst nach längerem statischen Vorhalten der Arme in ähnlicher Ausprägung wie in Ruhe wieder auf. Der reine Haltetremor dagegen ist im entspannten Ruhezustand nicht vorhanden und zeigt sich unmittelbar und ausschließlich nach der Muskelaktivierung. Bei einigen Patienten lässt sich der Haltetremor mit auf Schulterhöhe gehaltenen Armen besonders gut provozieren, wenn die Ellenbogengelenke maximal gebeugt sind, sodass die Hände unter dem Kinn gehalten werden.

Bewegungstremor

Ein Bewegungstremor (kinetischer Tremor) tritt bei jeder Willkürbewegung auf.

Es werden folgende Bewegungstremor-Formen unterschieden:
  • Einfachen kinetischen Tremor
    Einfacher kinetischer Tremor tritt bei nicht zielgerichteten Bewegungen auf.
  • Intentionstremor
    Kinetischen Tremor, der am Ende einer visuell (unter Sicht) geführten zielgerichteten Bewegung ausgelöst wird nennt man Intentionstremor. Der Bewegungsausschlag nimmt am Ende der zielgerichteten Bewegung zu.
  • Aufgaben-spezifischen Tremor
    Aufgaben-spezifischer Tremor tritt bei hochspezialisierten Bewegungen wie Schreiben, Rasieren, spielen eines bestimmten Instrumentes auf.
Test zur Feststellung des Bewegungstremores durch den Arzt: Zur Untersuchung des „kinetischen Tremors“ wird der Patient zunächst aufgefordert, die Hände bei vorgehaltenen Armen langsam auf und ab zu bewegen. Häufig lässt sich der kinetische Tremor aber besonders gut bei zielgerichteten Bewegungen des Zeigefingers auf die eigene Nase (Finger-Nase-Versuch), den Zeigefinger des Untersuchers oder den Zeigefinger der anderen Hand provozieren.

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Tremorarten (Tremorsyndrome) - Auslöser (Ursachen)

Der Tremor ist ein Symptom (Hinweis), das verschiedenste Krankheiten begleitet bzw. Ursachen haben kann. So kann das Zittern als Krankheit selbst auftreten, aber auch ein Frühzeichen für eine Reihe von neurologischen, organischen bzw. psychischen Krankheiten sein. Darüber nachfolgend eine kurze Übersicht der häufigsten Ursachen bezüglich des krankheitsbedingten Zitterns. Es ist wichtig, wenn man darüber Bescheid weiß, denn je früher dem Arzt vorgestellt - insbesondere auch dem Neurologen - kann er möglichst schnell die Ursache für das Zittern zu finden und eine möglichst wirkungsvolle Therapie einleiten.

Die nachfolgende Übersicht listet die häufigsten Tremorsyndrome mit der entsprechenden Tremorfrequenz und die Erscheinungsform, wodurch das Zittern aktiviert wird.
Durch klicken auf die jeweilige Zeile gelangen Sie zur auführlicheren Beschreibung des entsprechenden Tremorsyndroms.

Übersichts- und Navigationstabelle - Häufige Tremorsyndrome

Psychogener (seelischer) Tremor Tremor durch Medikamente und Toxine (Gifte) verursacht Tremor bei peripheren Neuopathien Gaumensegel (palataler) Tremor Holmes (Mittelhirn) Tremor Kleinhirn (zerebellärer) Tremor Tremor beim Parkinson-Syndrom (Schüttellähmung) Tremor bei Dystonien (Bewegungsstörungen) Aufgaben- und positionsspezifische Tremores Primärer orthostatischer Tremor Klassischer essentieller Tremor Verstärkter physiologischer Tremor

Verstärkter physiologischer Tremor

Unter Physiologie versteht man in der Medizin: normale Lebensvorgänge und Funktionen des menschlichen Körpers. Physiologisch heißt also letztlich soviel wie "normal".
Der "normale" physiologische Tremor, ist meist mit dem bloßen Auge nicht sichtbar. Dieser Tremor kann sichtbar gemacht werden, in dem die Versuchsperson eine Blatt Papier mit ausgestreckten Armen weit vor sich hält oder mit einem Laserpointer auf einen entfernten Punkt zeigt. Dieser Tremor kann in jedem Gelenk auftreten, das frei oszillieren (zittern) kann. Der "normale" physiologische Tremor ist kein Hinweis auf eine Krankheit und ist der Vollständigkeit halber aufgeführt.

Im Gegensatz dazu, ist der "verstärkte" physiologische Tremor häufig ein Hinweis auf das Vorliegen von internistischen oder neurologischen Krankheiten. Diese Tremorform wird aber auch oft durch bestimmte Medikamente (Überdosierung, Unverträglichkeit) bzw. Toxine (Gifte) ausgelöst. In jedem Fall muss die primäre Krankheit oder Ursache für dieses verstärkte Zittern gefunden werden, um dann die entsprechenden therapeutischen Maßnahmen ergreifen zu können.

Der verstärkte physiologische Tremor ist definiert durch:
  • Sichtbarkeit des Tremors, besonders bei Haltebedingungen (im Gegensatz zum physiologischen Tremor),
  • eine hohe Tremorfrequenz (über 6 Hz),
  • fehlenden Hinweis auf eine zugrunde liegende neurologische Erkrankung,
  • eine meist, jene nach Grundkrankheit, heilbare Ursache des Tremors.
Ausschluss folgender möglicher Ursachen erforderlich (Differentialdiagnose):
  • Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)
  • Medikamente (besonders Antidepressiva, Lithium, Antiepileptika, u.v.m.)
  • Medikamenten- und Drogenentzug
  • Elektrolytstörungen, Leber-/Nierenerkrankungen
  • Alkoholerkrankung, Nikotinsucht
  • Toxine (Gifte; Kohlenmonoxid, Blei)
  • Kälte
  • Störungen im Gehirn bzw. Rückenmark

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Essentieller Tremor

Der essentielle Tremor ist häufigste Tremorform und er tritt ohne erkennbare Grunderkrankung auf. Die Ursache des essentiellen Tremors ist unbekannt. Eine genetische Veranlagung spielt bei dieser Erkrankung auf jedem Fall eine große Rolle (bei mehr als 50 % der Betroffenen), deshalb nennt man diese Tremorform auch familiären essenziellen Tremor. Es wird aber auch eine ganze Reihe von Tremorformen unbekannter Ursache als "essentiell" bezeichnet, obwohl sie eindeutig vom klassischen essentiellen Tremor abgrenzbar sind.
Der essentielle Tremor führt am häufigsten zur Fehldiagnose Parkinson-Syndrom und damit oft zu übertriebenen Befürchtungen und falschen, erfolglosen Behandlungsmaßnahmen. Am häufigsten beginnt die Erkrankung in der Pubertät oder nach dem 50. Lebensjahr.
Betroffene werden oft für Alkoholiker, drogenabhängige oder ängstliche Menschen gehalten. Die Reaktionen der Umwelt erzeugen in Gegenzug, dass dann manchmal genau dies passiert. Die Betroffenen trauen sich nicht mehr in der Öffentlichkeit zu essen oder zu schreiben. Sie meiden Menschen und entwickeln nicht selten eine soziale Phobie. Die Ängste und Aufregung verschlimmern dann wiederum in solchen Situationen das Zittern. Da Alkohol bei 50-70% der Patienten zeitweilig das Zittern vermindert, entwickeln manche Patienten auch tatsächlich ein Alkoholproblem.

Klassischer essentieller Tremor

Dieses Tremorsyndrom ist definiert durch:
  • häufig einseitiger Beginn, dann fast immer beidseitiger, meist symmetrischer Tremor unter Halte- und Aktionsbedingungen,
  • eine hohe Tremorfrequenz (5 - 9 Hz),
  • Am häufigsten die Hände betroffen (mehr als 90%),
  • es können auch die Beine (12%), der Kopf- und Halsbereich (33%) bzw. Kombinationen der betroffenen Regionen vorkommen,
  • aber ein zusätzlicher oder isolierter Kopftremor (7%) kann vorkommen, jedoch ohne abnormale Kopfposition,
  • aber auch Stimmlippenbereich (16%), Kiefer (7%), Gesicht (3%), Rumpf (3%) betroffen sein,
  • keine neurologische Grundkrankheit feststellbar.
Zusätzliche Bestätigung der Diagnose "klassischer essentieller Tremor"
  • langes Bestehen der Symptome,
  • andere Betroffene in der Familie,
  • Besserung des Ausschlages des Tremors nach Alkoholgenuss möglich (je nach Literatur 50% - 70%). Oft verschwindet der Tremor fast vollständig für 2–4 Stunden, danach kommt es allerdings oft zu einer Verschlechterung am nächsten Tag.
  • Zunahme des Tremors bei Ermüdung, bei Präzision erfordernde Bewegungen, Angst und erhöhten Kohlendioxidgehalt im Blut.
Ausschluss folgender möglicher Ursachen erforderlich (Differentialdiagnose):
  • Ausschluss möglicher neurologischer Erkrankungen (speziell andere Bewegungsstörungen; Dystonie, Morbus Parkinson )
  • Ausschluss eines verstärkten physiologischen Tremors, einschließlich der Krankheiten die diesen verursachen können (Medikamente, Schilddrüsenüberfunktion , Entzugssyndrom, - siehe dort)
  • Hinweise für einen psychogenen Tremor (siehe dort)
  • primärer orthostatischer (nur im Stehen) Tremor (siehe dort)
  • isolierter Positions- oder aufgabenspezifischer Tremor (siehe dort)
  • isolierter Zungen- oder Kinntremor
  • isolierter Beintremor

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Primärer orthostatischer Tremor

Dieses Tremorsyndrom ist definiert durch:
  • Eine subjektive Unsicherheit beim Stehen, die selten auch beim Gehen auftritt. Gelegentlich können Patienten aus dem Stand hinfallen. Die Patienten haben aber keine Probleme beim Sitzen oder Liegen.
  • Meist Haltetremor, seltener bei zielgerichteter Bewegung, sehr hohe Tremorfrequenz (14 - 18 Hz),
  • beginnt meist im mittleren Lebensalter.
Ausschluss folgender möglicher Ursachen erforderlich (Differentialdiagnose):
  • Verschiedene Tremores können zu Problemen beim Stehen führen (zerebellärer Tremor, klassisch essentieller Tremor, Parkinson-Tremor). In diesen Fällen liegt aber immer eine niedrigere Tremorfrequenz vor. Entscheidend ist daher der elektromyographische Nachweis der hohen Tremorfrequenz.
  • Andere neurologische Erkrankungen (Morbus Parkinson, Restless legs).
  • Ein medikamentös verursachter Termor ist ebenfalls auszuschließen.

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Aufgaben- und positionsspezifische Tremores

Aufgabenspezifische Tremores treten besonders bei professionellen Musikern oder Sportlern auf. Gemeinsam ist den Betroffenen die hochspezialisierte motorische Beanspruchung, die die Grenze der Koordinationsfähigkeit erreicht. Der Tremor kommt typischerweise nur bei der spezialisierten, übertrainierten Tätigkeit vor, nicht aber bei anderen motorischen Aufgaben. Das Schreiben und Sprechen gehört ebenfalls zu den hochspezialisierten motorischen Tätigkeiten. Es werden hier nur die beiden häufigsten aufgabenspezifischen Tremores beschrieben.

Bei einer zweiten Gruppe von Patienten tritt der Tremor nur bei bestimmten Haltungen einer oder mehrerer Extremitäten auf. Man spricht dann vom positionsspezifischen Tremor.
  • Meist Tremor bei Zielbewegung, seltener bei Halte-Bewegung, hohe Tremorfrequenz (5 - 8 Hz),

Primärer Schreibtremor

Der primäre Schreibtremor ist dadurch charakterisiert, dass er nur beim Schreiben auftritt, aber nicht bei anderen Aufgaben mit der dominanten Hand. Nach der Erstbeschreibung (Rothwell et al. 1979) wurde dieser Tremor ausführlich studiert, und es wurden zwei Formen beschrieben (Bain et al. 1995). Im ersten Fall tritt der Tremor nur beim Schreiben auf (Typ A), während er im zweiten Fall bereits vorkommt, wenn die Hand eine Schreibposition einnimmt, möglicherweise sogar ohne Kugelschreiber oder Bleistift (Typ B).

Isolierter Stimmtremor

Beim isolierten Stimmtremor ist lediglich die Aussprache tremorartig dargestellt, während sonst keine weiteren Körperteile einen Tremor aufweisen. Stimmtremor im Rahmen eines generalisierten Tremorsyndroms (z. B. bei zerebellärem Tremor oder beim essentiellen Tremor) kommt häufiger vor als der isolierte Stimmtremor. Ein dystoner Stimmtremor ist wahrscheinlich, wenn der Tremor bei emotionaler Sprachproduktion, beim Singen oder bei Veränderungen der Stimmhöhe zu bemerken ist. Beim essentiellen Tremor kommt dies nicht vor.


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Tremor bei Dystonien (Bewegungsstörungen)

Dystone Erkrankungen sind Störungen des natürlichen Spannungszustandes der Muskulatur. Das kann alle Muskeln betreffen, seien es Arme oder Beine, die Gebärmutter, der Herzmuskel u. a. Im neurologischen Bereich sind es beispielsweise der Schreibkrampf oder das krampfhafte Zusammenziehen der Augenmuskulatur (Fachbegriff: Blepharospasmus), aber auch der Schiefhals u. a.

Das Zittern kann als erstes Krankheitszeichen auftreten, bevor die primäre Muskelerkrankung nachgewiesen werden kann. Der Schiefhals (Torticollis) kann z.B. als Krankheitszeichen einen Kopftremor erzeugen, wobei bei bis zu 55% der Patienten auch einen Armtremor auftritt. Zittern des Kinns, des Gesichts und der Zunge können bei Bewegungsstörungen des Mundes, des Kiefers oder der Zunge produziert werden.

Dieses Tremorsyndrom ist definiert durch:
  • Tremor in einem Körperteil, das zumindest minimale Zeichen einer Dystonie aufweist
  • Tremor, der häufig unregelmäßig oder variable Tremorfrequenz (unter 7 Hz)
  • Meist Halte- und Aktionstremor, in Ruhe selten

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Tremor beim Parkinson-Syndrom (Schüttellähmung)

Die Parkinson Krankheit ist eine kontinuierlich (=stetig) fortschreitende neurologische Erkrankung, bei der die Zellen der so genannten Substantia nigra, der „schwarzen Hirnsubstanz“, langsam degenerieren (funktionslos werden, absterben), in weiterer Folge auch andere Hirnzellen.

Bei der Parkinson-Erkrankung treten verschiedene, Erscheinungsformen des Tremors auf. Unabhängig davon ist aber allgemein akzeptiert, dass neben Rigor (erhöhter Spannungszustand der Muskulatur) und Akinese (Bewegungseinschränkung) der Ruhetremor ein typisches Zeichen der Parkinson-Erkrankung ist. Das Vorliegen eines klassischen Ruhetremors ist eines der zuverlässigsten Kriterien für die Diagnose des Morbus Parkinson und hat eine sehr hohe diagnostische Trefferquote. Dieses Tremorsyndrom ist definiert durch:
  • Ein "reiner" Ruhetremor ist häufig, der Patient kann aber auch zusätzlich einen Halte- und/oder Aktionstremor haben.
  • Die Frequenz des reinen Ruhetremors liegt zwischen 3 und 6 Hz. In früheren Stadien können aber auch höhere Tremorfrequenzen bis 9 Hz nachgewiesen werden
  • Typischerweise wird die Ausschlagstärke unter mentaler Belastung - z.B. Rückwärtszählen - größer und bei gewollten Bewegungen kleiner

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Kleinhirn (zerebellärer) Tremor

Das Zerebellum ist das Kleinhirn in der hinteren Schädelgrube. Das Kleinhirn ist zuständig für willentliche und unwillkürliche Bewegungen, und unter anderem für die Koordination verschiedener Körperstellungen verantwortlich. Nur wenige Tremor-Formen lassen mit hoher Wahrscheinlichkeit auf die Funktionsstörung einer bestimmten Hirn-Region schließen. Der zerebelläre Tremor gehört dazu. Ursächlich am häufigsten handelt es sich dabei um die neurologische Erkrankungen wie Multiple Sklerose, aber auch andere Erkrankungen wie bestimmte Atrophien (Hirnschwund) und Verletzungen bzw. deren Folgeschäden in der Hirn-Regionen (Schädel-Hirn-Trauma) können für den zerebellären Tremor verantwortlich sein. Auch an chronischen Alkoholismus ist zu denken (vor allem wenn noch zusätzlich Hände, Kopf und sogar Rumpf zu zittern beginnen).

Dieses Tremorsyndrom ist definiert durch:
  • Reiner oder überwiegender ein- oder beidseitiger Bewegungstremor (Intentionstremor) mit einer Zunahme des Zitterns vor Erreichung eines Zielpunktes (z. B. Finger-Nase-Test). Es kann bei zerebellären Funktionsstörungen aber auch ein Haltetremor vorkommen, jedoch kein Ruhetremor.
  • Niedere Tremorfrequenz (unter 5 Hz),
Suche nach möglichen Ursachen ist unbedingt erforderlich, z.B.:
  • Multiple Sklerose
  • Neurolues (psychiatrischen oder neurologischen Symptomen bei unbehandelter oder nicht ausgeheilter Syphilis-Erkrankung), HIV-Infektion, FSME (Zecken-Hirnhautentzündung), Windpocken, Masern, Pocken, Tyhphus
  • Raumforderungen im Gehirn durch Tumore, Zysten, Blutungen, Schlaganfall, Schädel-Hirn-Trauma

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Holmes (Mittelhirn) Tremor

Der so genannte Holmes-Tremor oder Ruber-Tremor ist ein eher seltenes krankhaftes Zittern, dafür ist es aber eindeutig definiert: Schädigung im Bereich von Hirnstamm und Kleinhirn. Häufig finden sich dabei weitere typische Krankheitszeichen einer Hirnstamm- und Kleinhirnschädigung. Betroffen sind vor allem die körpernahen Abschnitte der Arme. Diese Art von Tremor beeinträchtigt massiv den betroffenen Patient und führt in der Regel zu einer völligen Unbrauchbarkeit der betroffenen Körperteile, teils einseitig, manchmal sogar beidseitig.

Ursächlich ist am häufigsten eine Erkrankung an Multiple Sklerose verantwortlich. Weitere Ursachen können Hirnschwund in bestimmten Gehirnregionen (so genannte olivo-ponto-zerebelläre Atrophien), Schlaganfall (Hirnstamm-, Kleinhirn-Insulte), um Tumoren im Hirnstamm, im Mittelhirn und angrenzenden Bereichen sowie um die Parkinson-Krankheit (wenn zusätzliche Hirnstamm-Veränderungen zu ertragen sind) sein.

Dieses Tremorsyndrom ist definiert durch:
  • Ruhe- und Bewegungstremor. Ein Haltetremor kann vorkommen. Der Tremor ist oft nicht so rhythmisch wie bei anderen Zitternormen.
  • Langsame Tremorfrequenz, meist unter 4,5 Hz
  • Wenn eine umschriebene Hirnläsion identifiziert werden kann (z. B. Hirnstamminsult), dann findet sich zwischen der Läsion und dem Auftreten des Tremors typischerweise ein verzögertes Auftreten (4 Wochen bis 2 Jahre)

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Gaumensegel (palataler) Tremor

Der Gaumensegel-Tremor (früher auch irrtümlich als Gaumensegel-Myoklonus oder -Nystagmus bezeichnet) kann in zweifacher Form auftreten:
  • Zum einen durch Schädigung bestimmter Gehirn-Strukturen, die dann entsprechende Muskeln im Gaumen krankhaft aktivieren (und eigentlich nur auffallen, wenn auch noch andere Muskeln des Körpers betroffen sind und zu entsprechenden Tremor-Beeinträchtigungen führen). Es liegt fast immer eine Schädigung oder Rückbildung im Hirnstamm oder Kleinhirn zugrunde.
  • Zum anderen der eigentliche (essentielle) Gaumensegel-Tremor, der als einzige und höchst lästige Beschwerde ein zum Zittern zeitgleiches und sogar objektiv hörbares, nämlich klickendes Ohrgeräusch verursacht (rhythmische Aktivität eines Gaumensegel-Muskels). Eine Schädigung des Gehirns lässt sich nicht nachweisen.


Dieses Tremorsyndrom ist definiert durch:
  • Aktivierung häufig in Ruhe, seltener bei Halte- oder Zielbewegung.
  • Niedere bis mittlere Tremorfrequenz, 1 - 6 Hz
  • Wenn eine umschriebene Hirnläsion identifiziert werden kann (z. B. Hirnstamminsult), dann findet sich zwischen der Läsion und dem Auftreten des Tremors typischerweise ein verzögertes Auftreten (4 Wochen bis 2 Jahre)

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Tremor bei peripheren Neuopathien

Diese Tremorform bei peripheren (=außerhalb des zentralen Nervensystems, also außerhalb des Gehirns und Rückenmarks) Neuropathien (=Nervenschädigungen) ist sehr selten und tritt vor allem bei demyelinisierenden (=Zerstörung der Nervenzellen bzw. Nerven-Marksubstanz) Neuropathien auf. Der Tremor tritt nicht gleich zu Beginn der Neuropathie auf. Selbst nach erfolgreicher Behandlung kommt es nicht notwendigerweise auch zu einer Besserung des Tremors. Es wird angenommen, dass dieser Tremor auf ein gestörtes wechselseitiges Einwirken zwischen peripheren und zentralen Strukturen beruht.

Dieses Tremorsyndrom ist definiert durch:
  • Typischerweise handelt es sich um einen Aktionstremor und um meist um einen Halte- und Bewegungstremor
  • Mittlere bis hohe Tremorfrequenz, 4 - 8 Hz
  • Die Frequenz in Handmuskeln kann niedriger als in proximalen (körpernahen) Armmuskeln sein
Einige Beispiele für periphere Neuropathien sind:
  • Charcot-Marie-Tooth (= vererbliche Erkrankung der peripheren Nerven, bei der durch eine genetische Mutation entweder der Nervenzellfortsatz, Axon genannt, oder die isolierende Myelinschicht (Nervenhülle) geschädigt wird)
  • Roussy-Levy-Syndrom (= langsam fortschreitende erbliche Nervenerkrankung, die mit Zittern, Gangstörungen, Fehlen von Reflexen und Rückbildung der Beinmuskulatur einhergeht)
  • chronisch entzündliche Neuropathie (=entzündliche Erkrankungen des außerhalb des Rückenmarks und Gehirns gelegenen Nervensystems - periphere Nerven)
  • Guillain-Barré-Syndrom (auch akute idiopathische Polyradikuloneuritis; Erkrankung bei der sich das Immunsystem gegen die Markscheiden der peripheren Nerven des menschlichen Körpers richtet und diese zerstört. Durch den Verlust dieser "Myelinscheiden" kommt es zu einer Herabsetzung der Nervenleitgeschwindigkeit bis zum vollständigen Verlust der Nervenfunktion)
  • Polyneuropathien (= Erkrankungen der peripheren Nerven; häufig ausgelöst durch Alkoholmissbrauch, Zuckerkrankheit, aber auch Vergiftungen mit Chemikalien, verschiedene Medikamente, usw.)

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Tremor durch Medikamente und Toxine (Gifte) verursacht

Ein Tremor wird dann als medikamenteninduziert bezeichnet, wenn er in einem plausiblen zeitlichen Zusammenhang mit der Einnahme tremorogener Medikamente auftritt. Toxische Tremorformen kommen nach einer Vergiftung vor.

Medikamenteninduzierte Tremores können ganz unterschiedliche Erscheinungen annehmen. Die Ausprägung hängt von der Medikamentengruppe und den individuellen Verträglichkeit ab. Die häufigste Form ist der verstärkte physiologische Tremor, der z. B. nach Einnahme von Sympathomimetika oder Antidepressiva vorkommt. Eine andere, häufige Tremorform ist ein klassischer Parkinson-Tremor nach Einnahme von Neuroleptika oder anderen Dopamin-Rezeptorblockern. Zerebelläre Tremorformen können nach Intoxikation mit Lithium oder anderen Substanzen auftreten. Der Tremor nach Entzug von Alkohol oder anderen Drogen wurde als verstärkter physiologischer Tremor charakterisiert. Dieser Entzugstremor muss jedoch vom Intentionstremor des chronischen Alkoholikers unterschieden werden, der auf eine zerebelläre Schädigung durch chronischen Alkoholgenuss zurückgeht. Letzterer ist oft begleitet von einem 3-Hz-Standtremor, der auf eine des Kleinhirns zurückgeführt wird.


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Psychogener (seelischer) Tremor

Die Diagnose des psychogenen Tremors ist keine Ausschlussdiagnose, sondern eine positive neurologische oder psychiatrische Diagnose, basierend auf anamnestischen Daten und klinischen Befunden.
Die wenigsten diagnostischen Schwierigkeiten bereitet der so genannte "Ganz-Körper-Tremor", der also den gesamten Menschen betrifft - und dies auch noch mit unterschiedlicher Tremorfrequenz, also Schwingungshäufigkeit (von fein- bis grobschlägig oder gar ausfahrend). Meist hält es der Organismus auch nur wenige Minuten durch, dann kommt er wieder zur Ruhe, um aber nach einiger Zeit erneut zu irritieren.
Schwieriger wird es bei den so genannten unilateralen, d. h. einseitigen und dazu meist rechtsseitigen Zitter-Attacken von Armen und sogar Beinen. Dennoch gibt es einige Kriterien, die die Diagnose eines psychogenen (rein seelisch bedingten) Tremors relativ zuverlässig sichern lassen.

Dazu gehören:
  • Anamnestische Hinweise, d. h. was wurde in der (Kranken-) Vorgeschichte des Betreffenden bereits früher registriert. Und hier insbesondere so genannte Somatisierungen ("Verkörperlichungen" seelischer oder psychosozialer Probleme, früher auch als psychosomatische Störungen bezeichnet)
  • Plötzliches Auftreten des Tremors und vor allem sein genau so plötzliches Verschwinden (Fachbegriff: Spontanremission) ist typisch, d. h. fast immer anzutreffen
  • Wichtigstes Charakteristikum aber ist die fühlbare muskuläre Vorspannung von Armen oder Beinen, also die angespannte Muskulatur, die tonisch (durchgehend angespannt) oder zahnradartig sein kann (als ob beispielsweise im Ellenbogen oder Kniegelenk ein Zahnrad eingebaut wäre, das nur in leicht ruckartiger Bewegung durchgebeugt werden kann). Wird diese Vorspannung überwunden oder der Patient durch Ablenkung entspannt, verschwindet auch der Tremor. Natürlich ist dies vor allem ein ärztliches Diagnose-Hilfsmittel, kann aber auch dem Laien (Angehörige) nützlich sein. Ohne diese Muskel-Vorspannung ist es jedenfalls ohne krankhaften Tremor kaum möglich, ein solches Zittern auszulösen und eine gewisse Zeit durchzuhalten
  • Ein Hinweis ist auch eine öfters wechselnde Tremor-Frequenz, also Schwingungshäufigkeit: mal fein, mal mittel, mal grob
  • Hinweischarakter hat auch das Verschwinden des Tremors bei geistiger Ablenkung oder auch nur im beiläufigen Gespräch
  • Zuletzt fallen bei der fachärztlichen Untersuchung oft ausgesprochen variable und vor allem unübliche Konstellationen des Leidens auf, oder auf Deutsch: da passt nichts in das an sich bewährte diagnostische Schema. Beispielsweise die Erfahrung, dass der psychogene Tremor bei dieser oder jener Situation ausbricht, bei vergleichbaren Belastungen oder Beschäftigungen hingegen auch mal wieder nicht (z. B. beim Schreiben, aber nicht beim Essen mit Messer und Gabel)

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Diagnostik und Therapie:

Wie bereits oben beschrieben ist eine rasche genaue diagnostische Abklärung der Ursache für das Zittern entscheidend für das weitere therapeutische Vorgehen. Die Ursachenfindung wird meist über dem Hausarzt, Neurologen oder Internisten veranlasst und kann sehr vielfältig sein und erfordert oft sehr viel Geduld vom Patienten bzw. den behandelnden Arzt. Neben der Anamnese und exakten körperlichen Untersuchung wird der Arzt u.a. eine Blutuntersuchung, je nach Verdachtsdiagnose Untersuchungen wie Kernspin-Tomographie (MRT), Computertomographie, Ultraschalluntersuchungen und weitere Untersuchungen bei KollegInnen der verschiedensten Fachgebiete anordnen.

Medikamentöse Behandlung

Das therapeutische Vorgehen wird nach gestellter Diagnose festgelegt. So steht zum Beispiel bei einem internistisch, neurologisch oder medikamentös bedingten Tremor die optimale Therapie in der Behandlung der Grundkrankheit bzw. Absetzen bzw. Dosisreduktion des auslösenden Medikamentes (darf nur durch den Arzt erfolgen!).

Ist keine Ursache für das Zittern zu finden, also dem essentiellen Tremor, wird die Therapie meist in Absprache zwischen den verschiedenen Fachrichtungen (Hausarzt, Internist, Neurologe) festgelegt. Es gibt heute noch kein Medikament, das den familiären essenziellen Tremor heilen könnte, eine medikamentöse Behandlung (meist Betablockern) bringt aber in vielen Fällen eine deutliche Besserung.

Die Frage, ob eine (medikamentöse) Behandlung zwingend ist oder nicht, ergibt sich allerdings meist aus dem zwischenmenschlichen bzw. konkreter dem beruflichen Umfeld. Wem man ständig auf die Hände schaut (Angestellter im Publikumsverkehr, also am Kassenschalter, im Verkauf, Bedienungen im Restaurant, Friseur u. a.), der muss ggf. schon bei einem geringfügigen Tremor Hilfe in Anspruch nehmen, was anderen Patienten in nicht so exponierter Lage weniger zwingend erscheint. Ähnliches gilt für den Kopf-Tremor, der als gesellschaftlich besonders stigmatisierend gilt (Verdacht auf fortgeschrittenen Alterungsprozess, vielleicht sogar Alkoholmissbrauch und andere).

Krankengymnastik

Obgleich die physiotherapeutischen Möglichkeiten bei vielen neurologischen Krankheiten eine große Hilfe und damit unerlässlich sind, muss beim Tremor eingestanden werden: Krankengymnastik vermag die meisten Tremor-Formen kaum zu mildern, so die Experten. Die Entscheidung trifft allerdings der Arzt zusammen mit den entsprechenden Fachkräften und dem Patienten selber.

Psychotherapie

Fast alle organischen Tremorformen werden dann heftiger, wenn die Betroffenen unter Druck geraten (Fachbegriff: stress-induzierte Amplituden-Zunahme des Tremors). Sollte dies besonders ausgeprägt sein, muss man im Einzelfall eine psychotherapeutische Behandlung erwägen, die sich um einen Stress-Abbau im Alltag bemüht (z. B. durch gezielte Entspannungsübungen wie Autogenes Training, Yoga, progressive Muskelrelaxation nach Jacobson). Auch die Hypnose wird immer wieder in die Diskussion gebracht.

Noch wichtiger wird eine Psychotherapie, d. h. die Behandlung mit seelischen Mitteln dann, wenn die Betroffenen ungewöhnlich stark unter der (scheinbar, d. h. vor allem subjektiv empfundenen) sozialen Stigmatisierung durch ihren Tremor leiden. Wie bereits erwähnt, wird ein Tremor von der Allgemeinheit leider meist auf fortgeschrittenes oder vorzeitiges Altern, auf Alkoholmissbrauch oder -abhängigkeit bzw. einen hirnorganischen Schaden zurückgeführt (und alles zugleich mit der vorschnellen Kombination: geistiger Abbau).

Operative Behandlungsmöglichkeit

Seit einigen Jahren gibt es die Möglichkeit einer inzwischen gut geprüften operativ-sterotaktischen Behandlung. Stereotaktische Hirnoperationen sind gezielte, über kleine Knochenöffnungen ausführbare Ausschaltungen jener Strukturen unter der Hirnrinde, die für bestimmte Aufgaben zuständig sind (z. B. Nerven-Kerngebiete und -Bahnen). Dabei wird unter Einsatz eines speziellen Zielgerätes (mit Hilfe von koordinierten röntgenologisch-computertomographisch-neurochirurgischen Methoden) Einfluss auf diese Nerven-Strukturen genommen, z. B. in Form der Thermokoagulation, auch Elektrokoagulation genannt (operative Zerstörung umschriebener Gewebsbezirke durch Hochfrequenzstrom mit örtlicher Wärmeentwicklung). Diese Methode wurde gerade in den letzten Jahren deutlich verbessert und wird im Übrigen schon seit Jahrzehnten beim Parkinson-Tremor, beim essentiellen Tremor, beim zerebellären und bei anderen Tremor-Formen mit Erfolg eingesetzt. Die Erfolge liegen vor allem beim Morbus Parkinson und dem essentiellen Tremor zwischen 60 und 90 % (nach G. Deuschl und B. Koester). Selbst die Langzeitergebnisse nach drei bis zehn Jahren zeigen noch Besserungs-Möglichkeiten (obgleich es natürlich auch Rückfälle gibt). Solche Gehirn-Eingriffe werden aber nur nach sorgfältiger Vorauswahl, Planung und Aufklärung aller Beteiligten in Angriff genommen. Letztlich geht es wohl nur um jene Patienten, die - wie der Fachausdruck heißt - medikamentös "ausbehandelt" sind, d. h. bei denen man mit entsprechenden Arzneimitteln nichts mehr erreichen kann. Und natürlich nur bei jenen, bei denen der Tremor massiv in das Leben des Betreffenden eingreift - negativ.

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