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Übergewicht - Adipositas, Fettleibigkeit, Fettsucht, Fettspeicherkrankheit, Obesitas Drucken
Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 21. August 2007 )

Übergewicht - Adipositas, Fettleibigkeit, Fettsucht, Fettspeicherkrankheit, Obesitas

Stw: Obesitas,
Zusatz-STW-Ern: Sonstige_Erkrankungen_334

Die Beschreibung der Erkrankung wurde auf Richtigkeit geprüft, korrigiert und erweitert von: Frau Dr. Martha Böck,   Ärztin für Allgemeinmedizin und Ernährungsmedizin,  1020 Wien und 1220 Wien; Juni 2007


Inhaltsübersicht


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Einleitung: Übergewicht - Adipositas

Adipositas ist der medizinische Fachausdruck für Übergewicht, auf Englisch: Obesity. Damit bezeichnet man den Zustand eines Menschen, der durch eine übermäßige Ansammlung von Fettgewebe im Körper charakterisiert ist. Adipositas wird heute als eine chronische Störung der Gesundheit verstanden. Übergewicht entsteht, wenn die Energiezufuhr höher ist als der Energiebedarf des Körpers.

Fett und insbesondere Fettspeicher der Bauchorgane waren in der Vergangenheit wichtig für das Überleben, da es häufig Hungerperioden gegeben hat. In diesen Perioden wurden solche Speicher erschlossen und dienten als Quelle für die Energieproduktion. Im heutigen Österreich sind diese Fettspeicher aufgrund des Überangebotes und die jederzeitige Verfügbarkeit von Nahrung nicht mehr nötig. Damit kann sich dieses von Natur aus mitgegebene Fettspeicherprogramm zu einem krankmachenden Mechanismus entwickeln.

Somit besteht für die Menschen unserer Wohlstandsgesellschaft das Problem darin, aus einem übergroßen Angebot an Lebensmitteln das Richtige in der richtigen Menge für eine ausgewogene, vernünftige Ernährung (siehe Lebesmittelpyramide) auszuwählen. Viele haben verlernt, auf natürliche Gefühle (Hunger, Sättigung) zu achten und dem Körper das zuzuführen, was er auch wirklich benötigt. Dabei spielt oft die Tatsache eine Rolle, dass Essen häufig auch die Funktion hat, Frust, Ärger, Langweile oder innere Spannungen abzubauen und trotz Sättigung (Heiß)-Hunger besteht. Aus einem ständigen Missverhältnis zwischen Energieaufnahme (Nahrungszufuhr - "falsches und zu viel Essen") und Energieverbrauch (Muskelarbeit - "Bewegungsarmut") entsteht Übergewicht.

Übergewicht ist kein Schönheitsfehler! Es ist ein Schlüsselfaktor für die Entwicklung zahlreicher chronischer Erkrankungen wie Herz- und Atemwegskrankheiten, nicht insulinabhängiger Diabetes mellitus (auch Typ-II-Diabetes genannt), Bluthochdruck, Gicht, Gallensteine, Krankheiten des Bewegungsapparates, einige Krebsarten sowie für das damit verbundene erhöhte Sterberisiko. Neue wissenschaftliche Studien und Daten haben gezeigt, dass Gesundheitsrisiken, die durch übermäßiges Körperfett entstehen, schon mit einem relativ geringen Anstieg des Körperfetts und nicht erst mit einem ausgeprägten Übergewicht verbunden sind.

Die Anzahl übergewichtiger Menschen nimmt seit Jahren in alarmierender Weise zu. Rund jeder dritte Österreicher ist übergewichtig und sollte aus gesundheitlichen Gründen sein Gewicht verringern. Mehr als 11% Prozent der Österreicher leiden unter Adipositas (Body Mass Index > 30kg/m² - siehe unter Beurteilung des Gewichts). Bei diesen ist eine Gewichtsreduktion aus medizinischer Sicht sogar dringend notwendig, wenn nicht eine durch die Folgen von Übergewicht erhöhte Sterblichkeit in Kauf genommen werden soll.
Personen in zweiten Lebenshälfte sind zwar am häufigsten von Übergewicht betroffen, aber immer mehr Kinder und Jugendliche sind übergewichtig. Der Anteil an Kinder- und Jugendlichen mit Diabetes nimmt kontinuierlich zu, aber auch Bluthochdruck oder erhöhte Cholesterinwerte werden als Folge von Übergewicht, immer häufiger in dieser Personengruppe, diagnostiziert.

Vorsicht: Nicht jeder, der sich übergewichtig fühlt, hat tatsächlich zu viel Körperfett! Der Wunsch, schlanker zu sein, ist häufig beeinflusst durch einen übertriebenen, gesellschaftlichen Schönheitskult. Ob jemand wirklich zu übergewichtig ist, lässt sich objektiv anhand einer einfachen Rechnung (Body Mass Index - BMI) und mit dem Messband durch Messung des Taillenumfanges bestimmen.

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Beurteilung des Gewichts: Der Body Mass Index (BMI)

Damit eine einheitliche, objektive Beurteilung über die Gewichtssituation (Unter-, Normal- oder Übergewicht) möglich ist, wurde ein einfaches Maßsystem entwickelt, das das Verhältnis zwischen Körpergewicht und Körpergröße zeigt und Body Mass Index (BMI) genannt wird. Der BMI ist eine nützliche Messmethode, die von Ärzten und in Gesundheitsberufen verwendet wird, um das Vorhandensein von Über- oder Untergewicht sowie Fettleibigkeit bei Erwachsenen zu diagnostizieren. Er wird wie folgt definiert: Körpergewicht in Kilogramm, dividiert durch das Quadrat der Körpergröße in Metern (kg/m²). Als Beispiel: Ein Erwachsener, der 70 kg wiegt und 1,75 m groß ist, hat einen BMI von 22,9.

Aufgrund vieler Studien der Medizin und Forschung wurden international folgende Grenzwerte für den BMI festgelegt:


BMI Klassifikation Risiko von Krankheiten durch Übergewicht
- 19
Untergewicht
untergewichtsbedingtes Krankheitsrisiko
19 - 25
Normalgewicht
kein erhöhtes Risiko durch Übergewicht
25 - 30
Übergewicht
erhöhtes Krankheitsrisiko
30 - 35
Adipositas Typ I
deutlich erhöhtes Krankheitsrisiko
35 - 40
Adipositas Typ II
hohes Krankheitsrisiko
40 -
Adipositas Typ III
sehr hohes Krankheitsrisiko

Der BMI ist für Personen unter dem 19. Lebensjahr, sowie schwangere Frauen und sehr sportliche, muskulöse Menschen (Muskeln sind schwerer als Fett, deshalb kann ein erhöhter Wert vorgetäuscht werden) nicht geeignet.
Die Beurteilung des BMI-Wertes bei Kindern und Jugendlichen ist schwierig, weil hier alters- und geschlechtsspezifische Veränderungen der Körpermaße berücksichtigt werden müssen. Deshalb gibt es für Kinder und Jugendliche jeden Alters und Geschlechts Referenzwerte, die auf einer Stichprobe von über 34.000 deutschen Kindern und Jugendlichen basieren und mit sogenannten Perzentilkurven grafisch dargestellt werden können (insofern sind Vergleiche zwischen Individualwert mit Referenzwert auch nur für mitteleuropäische Kinder und Jugendliche aussagekräftig). Mit Hilfe von "BMI-Perzentilen" kann der Spezialist die ermittelten BMI-Werte relativ leicht einschätzen. Weiters sei daraufhingewiesen, dass nicht allein das Körpergewicht sondern mehr das Ausmaß des Körperfettes sowie die Fettverteilung das Krankheitsrisiko beeinflussen (aiehe nächste Abschnitt).


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Beurteilung der Fettverteilung durch den Taillenumfang

Der BMI gibt keine Informationen über das gesamte Fett oder die Fettverteilung in unserem Körper. Dies ist jedoch deshalb wichtig, weil Fett, das im Übermaß im Bauchbereich gespeichert ist, Auswirkungen auf gesundheitliche Probleme haben kann. Ein Weg, diese Fettverteilung festzustellen, ist es, den Taillenumfang zu messen. Der Taillenumfang hat keinen Bezug zur Körpergröße und stellt so eine einfache und praktische Methode dar, Übergewichtige, die ein erhöhtes Krankheitsrisiko haben zu identifizieren.

Die Messmethode mit dem Taillenumfang teilt die Menschen in zwei Gruppen ein:
  • Menschen mit einer androiden Fettverteilung (= bauchbetone Fettverteilung; häufig auch "Apfelform" genannt).
    Eine androide Fettverteilung bedeutet, dass das Fett innerhalb des Bauchraums liegt und um die inneren Organe verteilt ist. Dies stellt ein größeres Risiko dar, Krankheiten zu entwickeln, die einen Bezug zu Fettleibigkeit haben.
  • Menschen mit einer gynoiden Fettverteilung (= hüftschenkelbetonte Fettverteilung; häufig auch als "Birnenform" bezeichnet).
    Anders ist dies bei den Menschen mit einer gynoiden Fettverteilung. Diese bedeutet, dass der Großteil des Körperfetts um Hüften, Oberschenkel und Gesäß verteilt ist. Sie haben ein erhöhtes Risiko für mechanische (Gelenk, Knochen) Probleme.
Der Taillenumfang wird in der Mitte zwischen Rippenbogen und Beckenkamm, etwa auf Höhe des Bauchnabels, gemessen.

In der Tabelle sehen Sie die Grenzwerte die auf ein erhöhtes Krankheitsrisiko durch übermäßiges Bauchfett hinweisen:

Geschlecht Taillenumfang Risiko von Krankheiten durch Übergewicht
Männer
 94 - 102 cm
erhöhtes Krankheitsrisiko
> 102 cm
deutlich erhöhtes Krankheitsrisiko
Frauen
80 - 88 cm
erhöhtes Krankheitsrisiko
> 88 cm
deutlich erhöhtes Krankheitsrisiko

Es gibt auch verschiedene, mehr oder weniger verlässliche Geräte (Waagen, Handgeräte) bzw. genauere computerunterstützte Meßmethoden von Experten, (BIA – BioImpedanzAnalyse ) die den Fettgehalt (bei der BIA auch Körperwasser und Muskelmasse) bestimmen können.


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Ursachen: Übergewicht - Adipositas

Übergewicht und Fettleibigkeit werden von vielen Faktoren beeinflusst, einschließlich ererbter Veranlagungen, Umwelt- und Verhaltensfaktoren, Alter oder z.B. Schwangerschaft. Klar ist, dass Fettleibigkeit nicht immer einfach das Resultat eines Übergenusses sehr schmackhafter Speisen oder eines Mangels an körperlicher Aktivität ist. Biologische Faktoren (Hormone, Gene), Stress, Medikamente und das Altern können ebenfalls eine Rolle spielen.

Ein häufig unterschätzter Faktor ist der psychologische bzw. psychische. Eine Erklärung, warum auch beste, gesunde, und wissenschaftlich fundierte Ernährungsempfehlungen an der Umsetzung scheitern, obwohl viele Übergewichtige willens sind ihr Essverhalten zu verändern!

Auf jeden Fall aber haben Ernährungsfaktoren und körperliche Aktivitäten einen starken Einfluss und sind somit die bedeutendsten Einflussfaktoren. Ein hoher Fettgehalt und eine hohe Energiedichte der Nahrung sowie ein bewegungsarmer Lebensstil sind typischer Weise sehr stark mit der Entstehung von Übergewicht verbunden. Von großer Bedeutung ist auch die körperliche Betätigung. Bewegungsmangel ist eine der Hauptursachen für die steigende Zahl übergewichtiger Menschen in einer Überflussgesellschaft. Generell gilt: Übergewicht entsteht, wenn die Energiezufuhr in Form von Nahrung grösser ist als der Energieverbrauch des Körpers. Verschiedene Faktoren führen zu einer positiven Energiebilanz und zu einer Gewichtszunahme. Der Übergewichtige isst nicht unbedingt mehr als andere, doch meist isst er falsch!
Übergewichtige Menschen, vor allem jene, die schon als Kind übergewichtig waren, können fünfmal mehr Fett einlagern als Normalgewichtige. Da die Anzahl der Fettzellen nicht verringert werden kann, lässt sich das Gewicht nur abbauen, wenn man die Fettmenge pro Zelle verringert.

Ernährungswissen, Bewegung UND Wissen um psychologische Zusammenhänge sind bei Übergewicht wesentliche Faktoren.



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Faktoren die zu Übergewicht führen können

Essverhalten:

Wie bereits beschrieben nehmen Übergewichtige erheblich mehr Kalorien zu sich , als sie für die Deckung ihres Energiebedarfs benötigen - manchmal unbewusst und unbeabsichtigt. Wesentlichen Anteil daran hat die Zusammensetzung der aufgenommenen Nahrung, mit einem zu großen Anteil an Fetten, zu wenig wertvollem Eiweiß und zu wenig komplexe Kohlehydrate. Unterschätzt wird häufig auch der Energiegehalt respektive die Energiedichte der zugeführten Nahrung und insbesondere auch der Getränke (z.B. Fruchtsäfte, Bier und andere alkoholische Getränke), sowie das zu häufige Essen, das das Wahrnehmen von Hunger und Sattheit stört und die Fettverbrennung verhindert. Darüber hinaus spielen Essstörungen eine bedeutende Rolle - siehe psychische Faktoren .

Bei der Nahrungsaufnahme kommt es zur Dehnung des Magens und zur Aussendung von Nervenimpulsen an das Gehirn (wobei noch andere komplexere Mechanismen eine Rolle spielen) - so entsteht das Sättigungsgefühl. Ist man zu schnell, stellt sich dieses Sättigungsgefühl erst ein, wenn bereits mehr Nahrung als eigentlich benötigt aufgenommen wurde.

Durch wissenschaftliche Erfahrung belegt ist, dass Menschen, die eine weitere Gewichtszunahme verhindern wollen, dazu neigen, ihr eigenes Essverhalten zu zügeln. Dies kann zur Entwicklung von Verhaltenskontrollen (z. B. „Ich esse nie mehr Schokolade!“) führen, die als Selbsthilfemaßnahmen verstanden werden können, mit denen der Übergewichtige versucht, seine Essprobleme zu lösen. Leider sind diese an sich vernünftigen Verhaltenskontrollen aber sehr störanfällig (der "psychische Druck" wird dadurch größer), bei der kleinsten Überschreitung brechen sie völlig zusammen, der Betroffene fällt ins andere Extrem („Jetzt ist auch alles egal!“). Damit kommt es zur Destabilisierung des Verhaltens und verschärft letztendlich die Verhaltensprobleme bei Essen und Trinken.

Bewegungsmangel:

Mangelnde Bewegung und körperliche Betätigung stellen ein immer größeres krankheitsverursachendes Problem dar. Selbst kürzeste Strecken werden mit dem Auto statt zu Fuß zurückgelegt. Technische Errungenschaften ersetzen zunehmend die direkte körperliche Arbeit, sei es im Haushalt, am Arbeitsplatz oder in der Freizeit. Der Lift und Rolltreppen ersetzen immer öfter das Treppensteigen. Sport und Spiele werden sowohl von Erwachsenen als auch von Kindern und Jugendlichen lieber vor dem Computer bzw. Fernseher betrieben, als aktiv körperlich und eventuell gemeinsam, daran teilzunehmen. Generell ist die Bewegung einfach nicht mehr in den Alltag integriert. Dadurch besteht ein Ungleichgewicht zwischen Energiezufuhr und Energieverbrauch, das die Entstehung von Übergewicht und Adipositas entscheidend begünstigt. Ausreichende Bewegung hat auch positiven Einfluss auf unser psychisches Gleichgewicht, Körpergefühl und allgemeines Wohlbefinden.

Genetische und familiäre Faktoren:

Da Übergewicht und Adipositas in bestimmten Familien häufiger vorkommen als in anderen, scheinen genetische Ursachen eine wichtige Rolle bei ihrer Entstehung zu spielen. So vermuten die Wissenschaftler, dass der individuelle Grundumsatz im Stoffwechsel eines Menschen genetisch festgelegt ist: Manche Menschen verbrauchen in Ruhe viele Kalorien und können entsprechend viel essen, ohne zuzunehmen. Andere haben nur einen geringen Grundumsatz und legen bei gleicher Ernährung schneller an Körpergewicht zu.

Die Prägung durch Verhaltensmuster scheint allerdings eine größere Rolle zu spielen und oft als „Vererbung“ angesehen zu werden.
Kinder- und Jugendliche bei denen bereits ein Elternteil übergewichtig ist neigen durch die Weitergabe von Ernährungs- und Verhaltensgewohnheiten zu einer übermäßigen und vor allem falschen Nahrungsaufnahme. Eltern übergewichtiger Kinder werden manchmal als überbehütend, überfürsorglich beschrieben. Kinder werden in diesen Familien häufig mit Essen getröstet, belohnt oder beruhigt. Manchmal dient Essen aber auch als Ersatz für Zuwendung bei Langweile oder Überforderung. Diese Verhaltensmuster werden dann häufig auch ins Erwachsenenalter übernommen. Liegt bereits in der Kindheit ein deutliches Übergewicht vor, so erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, auch als Erwachsener übergewichtig zu sein.

Psychische Faktoren:

Seelische Belastungen, Ärger, Ängste, Stress, Einsamkeit oder Langeweile sind häufige Auslöser für ein gestörtes Essverhalten, z.B. für "Frustfraß" oder "Heisshungerattacken".
Essen wird zur Stressbewältigung, Belohnung oder generell zur Überbrückung negativer Empfindungen eingesetzt. Essen hat neben der Energiezufuhr eben auch bei allen Menschen die Funktion des Genusses, dient der Kommunikation und dem Wohlbefinden. Sogesehen ist Essen manchmal auch bei Belastungen ein „Hilfsprogramm“. Problematisch wird es , wenn für manche darin eine Abhängigkeit entsteht bzw. keine Alternativen gesehen werden.
Viele Esssüchtige leiden unter Minderwertigkeitsgefühlen, und die meisten haben bereits unzählige Diätversuche hinter sich, die durch den „Jo-Jo-Effekt" häufig ins Gegenteil umschlagen und damit zu einer weiteren Gewichtszunahme führen.
Aber auch generell leiden Übergewichtige oft unter der alltäglich spürbaren sozialen Diskriminierung, der sie aufgrund sozialer Normen ausgesetzt sind. So ist Untersuchungen zu entnehmen, dass Angststörungen und Depressionen seit Ende der achtziger Jahre bei Adipösen häufiger festgestellt werden als früher. Der Körperkult in unserer Gesellschaft stellt für viele eine weitere psychische Belastung dar, die vor allem im Zusammenhang mit Esssucht das problematische Essverhalten und etwaige psychische Belastungen noch weiter verstärken kann. Somit kann eine psychotherapeutische Begleitung durchaus der erste Schritt zum Normalgewicht sein.

Medikamentöse Faktoren:

Medikamente wie gewisse Glukokortikoide (z.B. Kortison), Antibabypillen, Antidiabetika, ältere Antidepressiva oder Antipsychotika können den Appetit steigern und zu einer vermehrten Nahrungsaufnahme bzw. zu erhöhtem Körperfett führen. Erhöhtes Körpergewicht ist in diesen Fällen also eine Nebenwirkung.

Andere Faktoren und Erkrankungen:

Einige hormonelle Erkrankungen wie zum Beispiel die Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) und das so genannte Cushing-Syndrom (durch erhöhtem Kortisolspiegel im Blut bei bestimmten Erkrankungen bzw. Medikamenten) können ebenfalls zu Übergewicht und erhöhtem Körperfett führen.
Eine typische Situation, die häufig mit Gewichtszunahme gekoppelt ist, ist Nikotinentzug. Dieser Effekt ist für viele Raucher und Raucherinnen ein Hindernis bei dem Versuch, mit dem Rauchen aufzuhören. Aber auch dafür gibt es Unterstützung von Experten.
Einige Frauen nehmen in der Schwangerschaft mehr an Gewicht zu als in den medizinischen Richtlinien vorgesehen, trotzdem sollte eine Gewichtsreduktion nicht während der Schwangerschaft und Stillzeit durchgeführt werden.
Erkrankungen, die mit einer länger andauernden oder totalen Immobilität einhergehen, können aufgrund des gesenkten Energieverbrauchs zu Übergewicht führen.


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Die sechs Übergewichtstypen

Achtung: Menschen mit Übergewicht und Adipositas sollten sich (auch) an spezialisierte Ärzte/Innen wenden und nicht in die Hände von Wellness-Trainern und nichtmedizinischen Institutionen aller Art oder Selbstversuchen aussetzen. Dies gilt noch mehr für "Binge Eaters" und "Nightly Eaters". Sie leiden an so schweren Essstörungen, dass unbedingt medizinische und psychologische Abklärungen nötig sind, bevor im Einzelfall bestimmte Maßnahmen und Therapien empfohlen und begonnen werden können.

Große Esser oder Schlinger ("Big Eaters"):

  • essen zwei bis viermal pro Tag
  • haben nach einer normalen Portion (ein Teller, mäßig gefüllt) nicht genug
  • essen zwei, drei oder mehr Portionen, ehe sie satt sind; essen gerne
  • haben keine Schuldgefühle, wenn sie (zu) viel gegessen haben
  • essen selten Zwischenmahlzeiten
Darauf müssen "Big Eaters" achten: Sie brauchen zwar große Portionen, um satt zu werden – aber sie müssen aufpassen, dass diese nicht zu viel Energie enthalten. Sie müssen Energiedichte vermeiden, das heißt die Portionen mit viel Gemüse anreichern, sich mit Reis, Teigwaren, Brot und nicht mit kalorienreichen und vor allem fettreichen Lebensmitteln satt essen. Trotzdem darf der Eiweißanteil nicht fehlen.

Ärzte und Spezialisten auf dem Gebiet der Ernährungsmedizin werden Sie diesbezüglich ausführlich informieren und beraten!

Süßesser ("Sweet Eaters"):

  • nehmen mehr als ein Viertel ihres täglichen Kalorienbedarfs in Form von süßen Speisen oder Getränken zu sich (zum Beispiel Glace, Süßwaren, zuckerhaltige Kohlensäuredrinks, Fruchtsäfte u. a.), und zwar dreimal oder mehr pro Woche
  • süßen ihren Kaffee und Tee stark mit Zucker
  • streuen Zucker auf Frühstücksflocken und Müesli
  • haben keine Schuldgefühle, wenn sie (zu) viel gegessen haben
  • sind Schokoladeliebhaber, essen viel Schokolade in jeder Form
Darauf müssen "Sweet Eaters" achten: Sie brauchen nicht ganz auf Süßes zu verzichten, es ist die Menge, die die Gesundheit gefährden kann.

Wichtig: Genießen Sie Schokolade nur in kleinen Portionen als Nachspeise und nicht zwischendurch. Das gilt auch für zuckerhaltige Getränke, denen Sie meist nicht ansehen, welche Unmengen von Zucker sie enthalten (sie verhindern die Fettverbrennung und erzeugen "Hunger" bzw. Appetit). Dazu gehören auch "gesunde" Fruchtsäfte, von Orangen- über Apfel- bis zu Traubensaft. Hier ist eine Umgewöhnung nötig: Trinken Sie anderthalb bis zwei Liter Flüssigkeit täglich, möglichst ungesüßt. Reines Wasser ist der beste Durstlöscher, am besten ohne Kohlensäure, aber auch Tees aller Art, kalt oder warm und ungesüßt.

Ärzte und Spezialisten auf dem Gebiet der Ernährungsmedizin werden Sie diesbezüglich ausführlich informieren und beraten!

Fettesser ("Fat Eaters"):

  • nehmen mehr als ein Viertel ihres täglichen Kalorienbedarfs in Form von süßen Speisen oder Getränken zu sich (zum Beispiel Glace, Süßwaren, zuckerhaltige Kohlensäuredrinks, Fruchtsäfte u. a.), und zwar dreimal oder mehr pro Woche
  • lieben fettreiche Nahrungsmittel (Kuchen, Gebäck, Glace)
  • streichen die Butter dick aufs Brot
  • verwenden beim Kochen viel Fett
  • frittieren die Nahrungsmittel
  • essen im Schnitt pro Tag mehr als 100 Gramm Fett
Darauf müssen "Fat Eaters" achten: Als erstes ist wichtig zu wissen, wie hoch der Fettgehalt der einzelnen Lebensmittel ist. Es gilt dasselbe wie für die Sweet Eaters: Die Menge ist entscheidend. Nicht fettlos, sondern fettarm sollte gegessen werden (Fette sind wichtig für den Geschmack und zur Aufnahme mancher Vitamine). Fat Eaters sollten nicht der Täuschung verfallen, von fettarmen Lebensmitteln könnten sie dafür umso mehr essen. Wichtig ist, dass Fat Eaters mit der Zeit einen Überblick gewinnen, wie viel Fett sie im Lauf des Tages zu sich nehmen – nicht mehr als 30 bis 60 Gramm sollten es sein.


Ärzte und Spezialisten auf dem Gebiet der Ernährungsmedizin werden Sie diesbezüglich ausführlich informieren und beraten!

Snackesser ("Snack Eaters"):

  • essen häufig während des ganzen Tages (fünf- bis siebenmal)
  • essen regelmäßig zwischen den Mahlzeiten
  • essen verschiedenste Nahrungsmittel durcheinander (Chips, Käse, Biskuits, Schokolade, Joghurt, Früchte)
  • essen, weil es ihnen danach zumute ist oder weil sie Hunger haben
  • essen, weil es ihnen langweilig ist oder weil sie sich beruhigen müssen
Darauf müssen "Snack Eaters" achten:  Sie tun gut daran, schon beim Einkauf auf all jene Dinge zu verzichten, die ihnen gefährlich werden könnten, wenn sie sich zu Hause in ihrer Reichweite befinden. Aufgepasst: Im Personalrestaurant am Arbeitsplatz ist der Griff zum Nussgipfel, zum Schokoladeriegel oder zum Tortenstück oft so leicht, dass sie sich erst auf frischer Tat ertappen, wenn es zu spät ist. Fettarmes Joghurt oder Topfen bieten ideale Alternativen.
Wichtig: Snack Eaters sollten sich bewusst werden, dass sie diesem Eßtyp angehören, um die kalorienreichen Nahrungsmittel gezielt einzuschränken. "Richtige" Mahlzeiten helfen auf Snacks zu verzichten und wieder Hunger und Sättigung zu "spüren".

Ärzte und Spezialisten auf dem Gebiet der Ernährungsmedizin werden Sie diesbezüglich ausführlich informieren und beraten!

Nachtesser ("Nightly Eaters"):

  • lassen an vier oder mehr Tagen in der Woche das Frühstück aus
  • essen vor allem abends, nehmen damit mehr als die Hälfte ihres täglichen Kalorienbedarfs nach 19 Uhr zu sich
  • leiden an Schlafstörungen, haben Mühe, ein- und durchzuschlafen
  • gehen an vier oder mehr Tagen pro Woche auch in der Nacht an den Kühlschrank
  • diese Symptome dauern länger als drei Monate
  • sind keine Zwangsesser (siehe unten)
ACHTUNG Nachtesser leiden an einer schweren Essstörung, sodass sie unbedingt medizinische und psychologische Hilfe in Anspruch nehmen sollten!

Zwangsesser ("Binge Eaters"):

  • essen in kürzester Zeit ungewöhnlich große Mengen an Nahrung, auch ohne Hunger zu haben, was zu Schuldgefühlen und Depressionen führen kann
  • übergeben sich nicht, dieses Verhalten tritt regelmäßig auf, mindestens zweimal wöchentlich während eines halben Jahres oder länger
  • leben mit dem Gefühl, sich nicht unter Kontrolle zu haben, verbunden mit mindestens drei der folgenden Begleitumstände:
    • fühlen sich angewidert, schuldig oder depressiv wegen Völlerei
    • haben viel zu viel gegessen, auch ohne hungrig zu sein
    • essen, bis sich ein unangenehmes Völlegefühl einstellt
    • essen im Verborgenen aus Verlegenheit über die Menge des Gegessenen
    • essen schneller als üblich
ACHTUNG Zwangsesser leiden an einer schweren Essstörung, sodass sie unbedingt medizinische und psychologische Hilfe in Anspruch nehmen sollten!


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Erkrankungen bedingt durch Übergewicht - Adipositas

Die gesundheitlichen Risiken von Adipositas und Übergewicht sind vielfältig und unterschiedlich. Sie reichen von einem gesteigerten Risiko eines vorzeitigen Todes bis zu verschiedenen - zwar nicht tödlichen, jedoch entkräftenden und psychologischen - Beschwerden, die einen nachteiligen Effekt auf die Lebensqualität haben. Das Maß an Risiken wird beispielsweise durch die relative Höhe beeinflusst, in der das Körpergewicht überhöht ist, ferner dadurch, wo Körperfett eingelagert ist, durch das Ausmaß der Gewichtszunahme im Erwachsenenalter sowie durch das Maß an körperlicher Aktivität. Die meisten dieser Probleme lassen sich mit einer relativ geringen Gewichtsabnahme (10 bis 15 %) lösen, besonders dann, wenn auch gleichzeitig die körperlichen Aktivitäten gesteigert werden.

Die häufigsten Gesundheitsprobleme, die mit Übergewicht und Fettleibigkeit in zu Zusammenhang stehen, sind:

Typ-II-Diabetes

Von allen ernsthaften Krankheiten ist es der Typ-II-Diabetes (dieser Typ von Diabetes entwickelt sich üblicherweise im Erwachsenenalter), er wird auch als nicht insulinabhängiger Diabetes mellitus bezeichnet und hat die stärksten Zusammenhänge mit Fettleibigkeit und Übergewicht. Das Risiko, einen Typ-II-Diabetes zu entwickeln, steigt mit dem BMI, auch wenn dieser noch unter dem kritischen Punkt für Adipositas (BMI von 30) liegt. Frauen, die fettleibig sind, haben ein mehr als 12-fach höheres Risiko, an einem Typ-II-Diabetes zu erkranken, als Frauen, die ein gesundes Körpergewicht haben.
Wenn es gelingt, das Körpergewicht durch Umstellung der Ernährungsgewohnheiten und durch vermehrte Bewegung zu senken und auf einem tieferen Niveau zu stabilisieren, so besteht eine gute Chance, dass die Insulin-Rezeptoren wieder sensibler und zahlreicher werden. Das kann bedeuten, dass unter Umständen die  medikamentöse Therapie reduziert werden kann und man am Beginn der Erkrankung vielleicht sogar darauf verzichtet kann - nur in Absprache mit dem behandelnden Arzt natürlich.


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Andere Stoffwechselstörungen

Übergewicht verursacht Veränderungen im Fettstoffwechsel dadurch besteht zum Beispiel ein Überangebot an Cholesterin und Triglyzeriden im Blut. Dagegen sinkt die Konzentration des so genanntem HDL-Lipoproteins ("gute Cholesterin"). Seine Aufgabe besteht darin, Cholesterin aus dem Körpergewebe in die Leber zu transportieren und auf diese Weise dessen Abbau zu unterstützen. Im Gegensatz dazu steigt die Konzentration des LDL-Lipoproteins ("schlechte Cholesterin") im Blut an. LDL-Lipoproteine enthalten besonders viel Cholesterin und begünstigt eine Schädigung der Blutgefäßwände (Arterienverkalkung, Angina Pectoris, Herzinfarkt, u.a.).
Weitere Folgen von chronisch erhöhten Blutfettwerten sind: Fettleber mit Leberzirrhose-Gefahr sowie Bildung von Gallensteinen. Auch Störungen im so genannten Purin-Stoffwechsel (meist genetisch bedingt) können vorkommen. Dadurch steigt die Harnsäure-Konzentration im Blut, was manchmal zu Gicht führen.


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Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Bluthochdruck

Kardiovaskuläre (= das Herz und das Gefäßsystem betreffende) Erkrankungen umfassen die koronaren Herzkrankheiten, Schlaganfall, Angina pectoris und periphere Gefäßerkrankungen . Diese Erkrankungen sind in Österreich sowie in den meisten industrialisierten für einen Großteil der Todesfälle (bis zu einem Drittel) bei Männern und Frauen verantwortlich.

Fettleibigkeit kann jeden Menschen für eine Anzahl von kardiovaskulären Risikofaktoren, einschließlich Bluthochdruck und erhöhte Blutcholesterinwerte, anfällig machen. Das Risiko, einen Herzanfall zu erleiden, ist bei Fettleibigen wesentlich höher als bei schlanken Personen.

Die Zusammenhänge zwischen Bluthochdruck und Adipositas sind gut dokumentiert, und der Prozentsatz an Bluthochdruck, der in der westlichen Bevölkerung auf Übergewicht zurückzuführen ist, wird auf zwischen 30 und 65 % liegend geschätzt.
Es ist eine Tatsache: Bluthochdruck steigt mit dem BMI - für je 10 kg Gewichtszunahme steigt der Blutdruck um 1 bis 3mmHg.
Und umgekehrt: Gewichtsabnahme lässt den Blutdruck fallen, wobei bei einer Gewichtsreduktion von 1 % der Blutdruck um 1 bis 2mmHg fällt.
Bluthochdruck kommt bei Personen mit Übergewicht nahezu dreimal häufiger vor, als bei nicht übergewichtigen Personen. In der Altersgruppe zwischen 20 und 44 Jahren ist das Risiko Übergewichtiger an Bluthochdruck zu erkranken fast sechsmal größer als bei Normalgewichtigen in der gleichen Altersgruppe.


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Atemwegserkrankungen (Schlaf-Apnoe-Syndrom)

Große Fettpolster behindern das normale Atmen. Kurzatmigkeit (Dyspnoe) und chronischer Sauerstoffmangel (Zyanose) können die Folge sein. Häufig leiden Übergewichtige auch am so genannten Schlafapnoe-Syndrom. Lautes Schnarchen in Verbindung mit langen Atemaussetzern zerstückelt den Schlafes. Die Betroffenen sind tagsüber sehr müde und abgeschlagen. Die Lebensqualität sinkt massiv.


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Krebserkrankungen

Obwohl die Zusammenhänge zwischen Fettleibigkeit und Krebs weniger gut geklärt sind, werden in einigen Studien Verbindungen zwischen Übergewicht und dem Vorkommen bestimmter Krebsarten, besonders von hormonabhängigen und Magen-Darm-Krebsarten, festgestellt. Bei adipösen Frauen besteht ein größeres Risiko, an Brustkrebs, Gebärmutter- und Gebärmutterhalskrebs und Eierstockkrebs zu erkranken, während bei Männern ein gesteigertes Risiko für Prostata- und Mastdarmkrebs auftritt. Die deutlichsten Zusammenhänge bezüglich der Entstehung von Dickdarmkrebs bestehen bei fettleibigen Männern und Frauen, und zwar mit einem nahezu dreifach höheren Risiko.


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Magen-Darm-Erkrankungen

Etwa ein Drittel aller übergewichtigen Frauen leiden an Erkrankungen der Gallenwege. Dazu gehören Entzündungen der Gallenblase (Cholezystitis) und Bildung von Gallensteinen (Cholezystolithiasis). Speziell gefährdet sind adipöse Frauen über dem 40. Lebensjahr, die noch nicht die Menopause erreicht haben.
Bei einer sehr großen Anzahl aller Übergewichtigen besteht eine geringe Verfettung der Leber, bei einem Drittel sogar eine Fettleber . Auch die so genannte Refluxkrankheit (saures Aufstoßen) verbunden mit einer Entzündung der Speiseröhre (Refluxösophagitis) ist bei Übergewicht häufig.


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Knochen- und Gelenkserkrankungen

Übergewicht führt zu einer Überbelastung der Gelenke. Betroffen sind der untere Wirbelsäulenbereich sowie die Hüft-, Knie- und Sprunggelenke. Frühzeitige Abnutzungserscheinungen, Knorpeldefekte und Schmerzen in den betroffenen Gelenken (Arthrose) sind die Folge - auch schon bei Jugendlichen. Der Teufelskreis beginnt: Die (Arthrose-) Patienten bewegen sich wegen ihrer oft ungenügend behandelter Schmerzen nicht mehr und nehmen noch weiter an Gewicht zu.

Psychologische Probleme

Fettleibige werden in vielen europäischen Ländern und auch in Österreich häufig abgewertet und diskriminiert: Ihr Aussehen passt nicht zum vorherrschenden Körperkult, Eigenschaften wie Trägheit, Unmäßigkeit, Disziplinlosigkeit werden ihnen nicht selten - fälschlicherweise - zu geschrieben.

Depressivität, Ängstlichkeit und schlechtes Selbstwertgefühl können die Folgen sein bzw. sich verstärken. Die starke Einschränkung der Beweglichkeit, welche die Lebensqualität in vielen Bereichen erheblich reduziert, verstärkt die seelische Belastung zusätzlich. Oft kommt dann noch die Frustration nach erfolglosen Diäten mit Jo-Jo-Effekt dazu.

Ausgeprägte Fettleibigkeit bzw. mäßiges Übergewicht mit psychischer Belastung bedarf einer medizinischen UND psychologischen/psychotherapeutischen bzw. psychosomatischen Behandlung und Begleitung.


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Abfall der wahrgenommenen Lebensqualität

Adipositas bedeutet in vielen Fällen eine erhebliche Herabsetzung der Lebensqualität. Denn extrem fettleibige Menschen sind in ihrer Beweglichkeit und ihrem Bewegungsradius sehr eingeschränkt. Sie leiden unter Kurzatmigkeit und geraten bei der kleinsten Anstrengung ins Schwitzen. Zunehmende Schmerzen in den stark belasteten Gelenken verstärken den Hang zur Passivität und Bewegungsunlust. Auch die körperliche Hygiene kann darunter leiden, weil die Betroffenen auf Grund ihrer Körperfülle nicht mehr alle Körperregionen erreichen können und manchmal gar nicht mehr in eine Badewanne oder Dusche passen. Auch der Spaß im Leben kommt zu kurz: Viele Aktivitäten und Ausflüge sind für stark übergewichtige Menschen nur eingeschränkt oder gar nicht mehr möglich.


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Diagnostik - Therapie und Vorsorge: Übergewicht - Adipositas

Übergewicht ist zwar nicht zu übersehen und wie im Kapitel "Definition" beschrieben mittels BMI und Taillenumfang einfach zu messen. Wie sie aber ebenfalls in den vorangegangen Kapitel lesen konnten sind die Ursachen bzw. die Faktoren die zu Übergewicht führen sehr unterschiedlich. Aber vor allem aufgrund der vielen und schweren Krankheitsfolgen und verminderter Lebensqualität, die ein übermäßiger Fettanteil am Körpergewicht verursachen kann, sollte die Problematik erst genommen werden. Vor allem ab einem BMI über 30 kg/m² - sinnvollerweise auch darunter - haben Selbstexperimente, nichtmedizinische Instituten oder gar "Wunderpillen" die nahezu tägl. in den Printmedien, Internet und ähnlichen beworben sind, ihre Berechtigung verloren.

Übergewicht und Adipositas gehört immer vom Arzt abgeklärt und mit betreut!


Der behandelnde Arzt wird die Krankheitsgeschichte (Anamnese) genau erfragen (Motivation, Gewichtsanamnese, bisherige Lebensgewohnheiten, Ernährung, Essverhalten, Bewegungsaktivitäten, Familienanamnese, familiäres und berufliches Umfeld, etc.) und durch gezielte weiterführende Untersuchungen nach möglichen Ursachen für das Übergewicht forschen und dabei Übergewicht verursachende Krankheiten (Hormonstörungen u.ä) ausschließen.

Neben den oben beschriebenen Messungen (BMI, Taillenumfang) wird der Arzt gegebenenfalls mit einer Bioimpedanzanalyse (tetrapolare BIA) eine weitere Bestimmung des Fettanteils durchführen. Nach der körperlichen Untersuchung wird meist auch ein EKG und eine Blut- und eine Harnanalyse (Blutzucker, Blutfette, Harnsäure, Elektrolyte, Nieren- und Schilddrüsenblute etc.) erforderlich sein, um einen Überblick über Stoffwechsel und Hormonproduktion zu bekommen. Gegebenenfalls werden zusätzliche Untersuchungen wie z.B. Belastungs-EKG (Ergometrie), Herz-, Gefäß- und Oberbauchsonographie, 24-h-Blutdruck-Messung, Schlafapnoe-Screening etc. erforderlich um bereits bestehende Erkrankungen zu erfassen.

Weiters sollte durch einen entsprechenden Spezialisten/In im Bedarfsfall psychische Belastungen bzw. Störungen, und/oder Essstörungen ausgeschlossen bzw. erkannt werden um eine angemessenen Therapie und Unterstützung rechtzeitig zu ermöglichen


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Therapiemöglichkeiten bei Übergewicht - Adipostias:

Grundlage jedes Gewichtsmanagements sollte aus den Komponenten Ernährungstherapie, Bewegungs- und Verhaltenstherapie und bei Bedarf Psychotherapie bestehen. Die Behandlung von Übergewicht besteht aus zwei Phasen:
  • Die Gewichtsreduktion und körperliches/seelisches Wohlbefinden steht im Vordergrund
  • Gewichtserhaltung und langfristigen Ernährungsumstellung
Aus psychologischer Sicht kommt zudem der Klärung der Motivation des Patienten mit Adipositas eine große Bedeutung zu. Patienten ohne eigenen Abnahmewunsch können nicht erfolgreich behandelt werden.

Vorweg genommen, Wundermittel (Pillen, Diäten und ähnliches) gegen Übergewicht und Adipositas gibt es keine! Wer aber bereit ist, sein Leben langfristig umzustellen, hat gute Chancen, seine Kilo in den Griff zu kriegen. Übergewichtige und vor allem adipöse Menschen können meist nur dann das wichtige Ziel zur Wiedererlangung bzw. Verbesserung oder Förderung der Gesundheit nachhaltig und erfolgreich erreichen, wenn sie sich ernsthaft mit einer Gewichtsreduktion auseinander setzten und professionelle Hilfe (ärztliche, pyschologische und/oder diaetologische)in Anspruch zu nehmen.

Wunderdiäten, die eine strenge Beschränkung der Kalorienaufnahme fordern und ganze Lebensmittelgruppen ausschließen, sollten vermieden werden, da sie oft die Aufnahme wichtiger Nährstoffe beschränken und/oder nicht über eine längere Periode aufrechterhalten werden können. Oft folgt einer gelungenen Blitzdiät eine noch stärkere Gewichtszunahme. Diese führen nicht zum Erlernen richtiger Essensgewohnheiten und können den Jo-Jo-Effekt (verminderter Grundumsatz nach radikaler Diät führt danach zu vermehrter Gewichtszunahme) nach sich ziehen. Dieses Jo-Jo-Diätverhalten kann für die langfristige Erhaltung der physischen und psychischen Gesundheit gefährlich sein. Ziele sollte realistisch sein.

Die wichtigste Grundlage jeder Therapie muss die Lebensstilintervention (Lebensstil-Änderung) sein, mit einer negativen Energiebilanz und Zufuhr der lebensnotwendigen Nährstoffe (ausreichend komplexe Kohlehydrate, Eiweiß, Fettsäuren, Spurenelemente und Vitamine) und so viel Bewegung wie nur möglich bilden. Dadurch ergibt sich nicht nur ein gesundheitsfördernder Aspekt für das Übergewicht an sich, sondern damit einhergehend positive Auswirkungen auf bereits bestehende andere Erkrankungen.

Adipositas kann aber auch nach ärztlicher Anordnung und ärztlicher Kontrolle medikamentös therapiert werden und wenn keine andere Wahl bleibt auch eine chirurgischen Methode in Erwägung gezogen werden.

Neuerlich der Hinweis - Achtung: Übergewicht und speziell Adipositas sollten immer von spezialisierten Ärzten und/oder spezialisierten medizinischen Zentren und/oder spezialisierten Psychologen und/oder Diaetologen betreut bzw. mit betreut werden!


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Lebensstilmodifikation:

Nur wer motiviert ist, seine Ernährung und seine Lebensweise langfristig zu verändern, hat Aussicht auf Erfolg! Nach erfolgter Gewichtsreduktion sollte eine lebenslange, ausgewogene Ernährung und Umstellung der Lebensgewohnheiten beibehalten werden. Eine Reduktion von Übergewicht macht in jedem Fall Sinn. Denn Übergewicht führt wie oben beschrieben zu ernsten gesundheitlichen Problemen. Schon eine Gewichtsreduktion von fünf bis zehn Prozent senkt das gesundheitliche Risiko erheblich.
  • Damit ist auch ein erstes realistisches Ziel gesetzt: Eine Reduktion des Ausgangsgewichts um fünf bis zehn Prozent. Und zwar möglichst langsam. Denn der Körper gibt seine Reserven nur sehr ungern her. Damit es nicht zum Jo-Jo-Effekt kommt, sollte eine Umstellung des Lebensstils erfolgen: Schritt für Schritt.

Modifikation des Ernährungsverhaltens

Die Basis der Gewichtsreduktion ist die Umstellung auf wenig Fett, ausreichend komplexe (Mehrfach-)Kohlenhydrate in Form von Vollkornprodukten und Gemüse, wertvolles Eiweiß, Obst als Vor- und Nachspeise. Wichtig: Energiedichte Nahrungsmittel meiden (mehr als 100 Kilokalorien pro 100 Gramm). Dennoch: Leibspeisen gehören auch auf den Menüplan, sie helfen, Frustration zu vermeiden. Essen Sie regelmäßig. Finden Sie Ihren eigenen Rhythmus. Kleine Snacks über den ganzen Tag verteilt, halten den Insulinspiegel unnötig hoch und hemmen so den Abbau von Fettreserven.
Idealerweise lassen Sie sich mit professioneller Hilfe einen Ernährungsplan zusammenstellen, der zu Ihnen passt.

Modifikation des Bewegungsverhaltens

Alle Energie, die der Körper aufnimmt, muss wieder verbraucht werden. Beim Abnehmen sogar noch ein wenig mehr. Eine einfache Reduktion der Kalorienaufnahme reicht nicht. Bewegung hilft gleich doppelt: Wer sich mehr bewegt, ist auch ein besserer Fettverwerter. Allerdings fällt Bewegung vor allem übergewichtigen Menschen schwer. Deshalb gilt es auch hier eine Form zu finden, die Spaß macht und den individuellen Neigungen entspricht. Lieber jahrelang täglich ein Spaziergang, als drei Mal ins Aerobic und dann aufgeben. Bauen Sie mehr Bewegung in Ihren Alltag ein: Nehmen Sie die Treppe statt den Lift, gehen Sie zu Fuß einkaufen und steigen Sie für kurze Fahrstrecken auf das Fahrrad.
Idealerweise lassen Sie ebenfalls mit professioneller Hilfe einen Bewegungsplan erstellen, der auch zu Ihrem körperlichen und gesundheitlichen Zustand passt. Bewegung soll Spaß machen und nicht Schmerzen oder Widerwillen erzeugen.

Modifikation des Hungergefühls

Ein großes Problem übergewichtiger Menschen ist ein gestörtes Hungergefühl. Das Gleichgewicht zwischen Hunger und Sättigung ist höchst kompliziert geregelt. Nur wenn diese empfindliche Balance stimmt, bleibt der Mensch schlank. Sein Gehirn berechnet automatisch, wie viel Energie der Körper aufgenommen und wie viel er verbraucht hat. Es sorgt dafür, dass die Energiebilanz gleich Null ist. Bei übergewichtigen Menschen ist die Energiebilanz gestört. Es ist hilfreich in einem Sättigungstraining lernen, dann mit Essen aufzuhören, wenn sie satt sind.  Einhalten von Essenspausen (4 - 6 Stunden, aber nicht aushungern!) und regelmäßige Essenszeiten sind wesentlich.
Die moderne Ernährungsberatung kennt Strategien, die dabei helfen. Wer gar nicht weiter kommt, sollte sich an einen Spezialisten(in) wenden.

Modifikation des seelischen Gleichgewichtes

"Schlanksein beginnt mit einem Apfel – Dicksein mit einer Diät." Zu diesem schlichten Schluss kommt eine Schweizer Studie (Psychiatrische Klinik Hohenegg, Zürich), die erstmals untersuchte, was erfolglose Abspecker von erfolgreichen unterscheidet. Wichtigste Erkenntnis: "Übergewichtige brauchen mehr als nur Diäten". Zum erfolgreichen Abnehmen gehört nämlich auch – die Überraschung – sich selbst ernst nehmen! Die verblüffende Erkenntnis der Hohenegg-Studie: Statt Diäten bis zum Geht-nicht-mehr und teuren Medikamenten wäre für erfolglose Übergewichtige psychotherapeutische Begleitung sinnvoll. Denn wer es nicht dauerhaft schafft und immer wieder im Rückfall endet, fühlt sich hilflos und entmutigt bzw. trägt möglicherweise (oft unbewusst) seelische Belastungen mit sich, die das Abnehmen erschweren. Diese Betroffenen sollten eine Unterstützung durch einen Spezialisten in Anspruch nehmen.


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Medikamentöse Therapiemaßnahmen

Gegebenenfalls je nach Grad der Adipositas wird der Arzt zu den oben genannten Maßnahmen eine begleitende medikamentöse Therapie vorschlagen. Diesbezüglich stehen ihm Medikamente mit verschiedener Wirkstoffe (Orlistat, Sibutramin, Rimonabant) zur Verfügung, wobei er wie bei allen Medikamente insbesondere auf mögliche Nebenwirkungen achten wird. Dementsprechend wird er genau abwägen wann und weshalb zur medikamentösen Therapie gegriffen werden soll.

Wie bereits beschrieben: Wundermittel gibt es keine! So wurden den oft beworbenen und frei am Markt erhältlichen Nahrungsergänzungsmittel nur geringe bis keine gewichtssenkende Wirkung bescheinigt, sodass keines, der angebotenen Mitteln empfohlen werden kann.


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Chirurgische Therapiemaßen

In manchen Fällen und im Falle dass alle anderen Möglichkeiten den gewünschten Erfolg nicht erwarten lassen, kann der Arzt eventuell auch eine chirurgische Intervention anraten.

Vor der Operation sollte wenigstens eine 6-12 monatige konservative Behandlung nach definierten Qualitätskriterien stattfinden. Eine psychologische oder psychosomatische Therapie vor einer operativen Behandlung erscheint prinzipiell sinvoll. Bei Patienten mit Verdacht auf Depression, Psychose, Suchterkrankung oder Essstörung wie z.B. Binge-Eating muss ein Psychiater oder Psychotherapeut hinzugezogen werden. Erscheint eine Psychotherapie hinsichtlich einer Essstörung aussichtsreich, ist diese zunächst der operativen Therapie vorzuziehen.

Die Patienten müssen ausreichend motiviert und vollständig über die chirurgischen Verfahren, ihre Risiken und langfristigen Konsequenzen des Eingriffs aufgeklärt sein. Dazu ist in der Regel eine mehrfache Beratung erforderlich.

Grundsätzliche Voraussetzung für ein operatives Vorgehen:
  • Scheitern einer konservativen Therapie bei Patienten mit
    • Adipositas Grad III (BMI > 40) oder
    • Adipositas Grad II (BMI > 35) mit bestehenden erheblichen Folgeerkrankungen (z.B. Diabetes Typ 2)
Die Entscheidung, welches operative Verfahren im Einzelfall geeignet ist, hängt vom BMI, dem individuellen Risiko, den gesundheitlichen Zustand und dem Patientenwunsch ab.

Mögliche chirurgische Verfahren:

Standard-Magenbypass
Teilentfernung  des Magens und Verbindung des Restmages mit dem Dünndarm.
Resultat
25 bis 30% Reduktion des Ausgangs- gewichtes
Nachteile
Lebenslanger Ersatz von Eisen, Vitamin B12, Kalzium und Vitamin D möglich.
Häufige Unverträglichkeit von Milchprodukten (Laktoseintoleranz).
Lebenslange Nachkontrollen.
Es kann zu Blutdruckabfall, Schwächegefühl und Schweißaus- brüchen nach dem Essen kommen.
Nicht mehr Rückgängig zu machen.
Magenband Ein verstellbares Band um den Mageneingang. Reduziert die Aufnahme von Nahrungsmitteln um bis zu 50 Prozent.
Resultat
25 bis 30% Reduktion des Ausgangs- gewichtes
Nachteile Lebenslange Nachkontrollen.
Mögliche Komplikationen: Speisenröhren- schaden, Infektion
Magenschrittmacher
Stimuliert die Magenwand elektrisch und entspannt den oberen Magenteil. Vermittelt das Gefühl, dass der Magen vorgefüllt ist
Resultat
10 bis 15% Reduktion des Ausgangsgewichts
Nachteile
Batteriewechsel mit kleinem chirurgischem Eingriff nötig.
Lebenslange Nachkontrollen.
Mögliche Komplikationen: Magendurchbruch, Kabelbruch, Infektion.
Magenballon
Füllt den Magen teilweise und gibt den Patienten ein Gefühl der Sättigung. Der Ballon behindert die Nahrungsaufnahme.
Resultat
10 bis 20% Reduktion des Ausgangsgewichts.
Nachteile
Nur kurzfristige Maßnahme für maximal sechs Monate. Wird am Anfang wie Folter erlebt. Mögliche Komplikationen: Austrocknung durch starkes Erbrechen, Risse im Ballon, Darmverschluss.


Fettabsaugung (Liposuktion) ist ein Verfahren der plastischen Chirurgie, das zur Entfernung überschüssiger lokaler Fettdepots eingesetzt werden kann, aber zur Behandlung von Adipositas an sich nicht geeignet ist. Ein Nutzen dieser Technik für die langfristige Gewichtssenkung ist nicht belegt, die Risiken dieses Eingriffs sind schlecht dokumentiert, aber nicht unerheblich. Plastisch chirurgische Verfahren können nach erfolgreicher Gewichtsreduktion erforderlich sein, um überschüssige Haut zu entfernen und dabei das Risiko für chronische Hautinfektionen zu beseitigen.


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Vorbeugen - Vorsorgen:

"Vorbeugen ist besser als heilen" gilt auch für Übergewicht. Denn wer nicht übergewichtig ist, braucht nicht abzunehmen - und fühlt sich meist wohler. Eine ausgewogene, gesunde Ernährung kann die Voraussetzung schaffen, dass die Menschen voll leistungsfähig bleiben (entsprechend ihres Alters und Konstitution) und ihre Gesundheit maßgeblich unterstützen. Wie viel jemand an energieliefernden Nährstoffen und Mineralien, Vitaminen und Spurenelementen zu sich nehmen muss, hängt von seinem Alter, seiner Körpergröße, seinem Geschlecht, seiner körperlichen Aktivität und seiner Stoffwechselaktivität ab. Für weitere Informationen lesen Sie bitte den Artikel "Gesunde Ernährung - 10 Regeln der Ernährung - Vollwertig essen und trinken" und "Gesundes und genussvolles Essen und Trinken für Erwachsene - Lebensmittelpyramide".

Weiters sei auf die tägliche „Psychohygiene“ (ausreichend Erholung, Schlaf, Kommunikation, Stressabbau etc.) hingewiesen - bei Bedarf mit fachlicher/psychotherapeutische Unterstützung - die zur Erreichung und Erhaltung eines gesunden Wohlfühlgewichts wesentlich ist.

Unabhängig davon kann festgehalten werden, dass Übergewichts-Vorbeugung bereits im frühesten Kindesalter beginnen sollte - in der Familie und im Kindergarten. Grundsätzlich empfiehlt sich ein gesunder Lebensstil mit regelmäßiger körperlicher Bewegung und ausgewogener Ernährung. Den Eltern kommt dabei eine wichtige Vorbildfunktion zu, denn zahlreiche Studien haben gezeigt, dass bei bereits übergewichtigen Kindern eine langfristige Gewichtsreduktion erreicht wird, wenn die Eltern in die Verhaltenstherapie mit eingebunden werden.

Wenn Sie ernst die Absicht haben - vielleicht auch aufgrund dieses Artikels, was uns sehr freuen würde - mehr auf Ihre Gesundheit und Ernährung zu achten, dann kontaktieren sie einen Ernährungsmediziner und/oder Diaetologen , auch dann - oder gerade weil - Sie Normalgewichtig sind.


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Mögliche Komplikationen nach Gewichtsreduktion:

  • Bei Gewichtsabnahme besteht ein erhöhtes Risiko für Gallensteinerkrankungen. Die Gallensteinbildung ist umso häufiger, je schneller und ausgeprägter die Gewichtsabnahme ist.
  • Im Zusammenhang mit drastischer Gewichtsreduktion kann es zu einer Abnahme der Knochendichte kommen. Bei Frauen, die nach dem 50. Lebensjahr eine Gewichtsabnahme begannen, wurde eine Zunahme von Hüftfrakturen festgestellt.

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Zu den bei medHELP registrierten Ärztinnen und Ärzten

Wichtiger Hinweis:
Die angegebenen Krankheitszeichen (Symptome) werden sehr häufig bei der Diagnose zu dieser Erkrankung beobachtet. Jedoch kann diese Erkrankung auch ohne bzw. mit anderen Krankheitszeichen vorliegen. Sollten Sie an ähnlichen Krankheitszeichen wie beschrieben leiden, dürfen Sie nicht daraus schließen, dass diese Erkrankung auf sie zutrifft.
Fragen Sie bitte Ihre Ärztin oder Ihren Arzt! Bei nahezu allen Erkrankungen ist eine frühzeitige Erkennung und damit die rasche ärztliche Intervention für den Heilungserfolg von größter Bedeutung.

Die Informationen bzw. Krankheitsbeschreibungen von www.medhelp.at ersetzen nicht die Betreuung, Beratung und Versorgung durch Ärzte, Krankenhäuser, Apotheker und anderen Leistungserbringern. Alle Informationen sind unverbindlich und für Patienten gedacht, die allgemeine medizinische und gesundheitliche Fragen haben. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Informationen wird, trotz gewissenhafter Prüfung, jede Haftung ausgeschlossen. Ebenso kann für Fehler bei der Übermittlung im Internet keinerlei Gewähr übernommen werden.
 
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