Lebensmittelallergie - NahrungsmittelallergieSTW: Nahrungsmittelallergie
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Definition:Eine Lebensmittelallergie ist eine überschiessende Reaktion des Abwehrsystems unseres Körpers auf normalerweise verträgliche Stoffe. Eine Lebensmittelallergie beruht auf einer immunologisch bedingten Abwehrreaktion des Körpers gegenüber an sich harmlosen pflanzlichen und tierischen Eiweissen. Ein allergisch veranlagter Mensch bildet nach dem Erst- oder auch nach einem späteren Kontakt mit dem spezifischen Allergen sogenannte IgE-Antikörper. Dieser Vorgang, welcher ohne krankhafte Symptome vor sich geht, nennt man Sensibilisierung. Die IgE-Antikörper lösen bei jedem weiteren Kontakt – oft schon bei kleinsten Mengen des entsprechenden Nahrungsmittels – eine allergische Reaktion aus.
Frauen sind etwa doppelt so oft betroffen wie Männer. Kleinkinder sind häufiger betroffen, da deren Immunsystem durch die noch dünne Darmschleimhaut besonders stark mit den aufgenommenen Nahrungsmitteln in Kontakt kommt.
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Der 1. Schritt ist die richtige und zweifelsfreie DiagnoseEin allergologisch versierter Facharzt untersucht mittels wissenschaftlich standardisierter Methoden, ob überhaupt eine Lebensmittelallergie vorliegt. Hier muss der medizinische Beweis erbracht werden, dass genau dieses eine Lebensmittel auch die Beschwerden hervorruft; und nicht - wie es häufig der Fall ist - aufgrund von Vermutungen eine Diagnose gestellt und eine pauschale Diät verordnet wird. Falls eine Allergie vorliegt, ist zu klären, welches Lebensmittel konsequent gemieden werden muss und welche stattdessen gegessen werden sollten - auch um einen Mangel an Nährstoffen auszuschließen. Eine allergologisch geschulte Ernährungsfachkraft hilft den Betroffenen und deren Familien bei der richtigen Lebensmittelauswahl und Mahlzeitengestaltung. Die erste Wahl bei der Therapie einer Nahrungsmittelallergie liegt, nach eindeutiger Diagnose, in der Karenzkost, d.h. im Vermeiden der Nahrungsmittel bzw. Inhaltsstoffe, die Probleme auslösen. Wichtig ist jedoch, nicht einfach ein Nahrungsmittel wegzulassen, sondern eine ausgewogene Ernährung trotz Allergie zu gewährleisten.
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Ursachen der Nahrungsmittelallergie:Als Hauptursache gilt die individuelle, genetische Veranlagung zu allergischen Reaktionen (Atopie). Bei Säuglingen bis zum achten Lebensmonat ist das Immun- und Verdauungssystem noch nicht voll entwickelt. Die Fremdeiweisse können nicht vollständig abgebaut bzw. verwertet werden. Am besten wird die Muttermilch vertragen. Allergisch veranlagte Babys (2–5% der Kinder) können sich deshalb besonders leicht auf Kuhmilch oder Hühnerei sensibilisieren. Glücklicherweise verlieren viele Kinder diese Sensibilisierung oder Allergie innerhalb der ersten drei Lebensjahre. Andere Nahrungsmittelallergien, beispielsweise gegen Erdnüsse und Fische, können jedoch lebenslang bestehen. Säuglinge mit einer Nahrungsmittelallergie sind wegen ihrer atopischen Veranlagung gefährdet, später an Neurodermitis, Asthma oder Heuschnupfen zu erkranken. Jugendliche und Erwachsene, die auf Pollen oder andere inhalative Allergene reagieren, entwickeln oft auch eine Nahrungsmittelallergie: dies auf Grund einer sogenannten Kreuzreaktion. Bei Erwachsenen ohne allergische Vorgeschichte treten selten neue Nahrungsmittelallergien auf. Sie reagieren dann meist nur gegen eine Nahrungsmittelgruppe, insbesondere gegen Schalentiere, Fisch, Fleisch oder Milch.
Häufige typische Nahrungsmittel, die Allergene enthalten können, sind:
- Milch- und Milchprodukte
- Eier
- Fische
- Schalen- und Krustentiere (Garnelen, Krabben, Hummer, Langusten, Krebse)
- Äpfel
- Sellerie, Karotte
- Nüsse, Samen
- Roggenmehl
- Paprika
- Sojabohne
- Gewürze
Außerdem spielen Kreuzallergien eine wichtige Rolle.
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Kreuzallergie - NahrungsmittelKreuzallergien sind besonders gefährlich, weil man die Ähnlichkeit der Substanzen meist nicht ahnt und sie deshalb auch nicht meiden kann. Wer also an einer Allergie leidet, sollte deren „Verwandtschaftsverhältnisse“ kennen, um sich vor Kreuzreaktionen in Acht nehmen und mögliche Anzeichen richtig deuten zu können.
Manche Substanzen, die in bestimmten Lebensmitteln enthalten sind, können eine Verwandtschaft mit anderen Allergieauslösern aufweisen. Die Verwandtschaftsbeziehung bei den Pollen des Haselnussstrauches und den Haselnüssen ist nachvollziehbar. Weniger bekannt und weitaus überraschender: Wer gegen Beifuss allergisch ist, verträgt häufig auch Sellerie, Kamille, Anis, Paprika, und Kartoffeln nicht. Verschaffen Sie sich mit den unten aufgeführten Verwandtschaften einen Überblick und greifen Sie im Zweifelsfall lieber zu einem anderen Produkt, um allergische Reaktionen zu vermeiden.
Kreuzallergie: Pflanzen - Nahrungsmittel
- Baumpollen-Allergie - häufig (55%) auch auf:
- Kernobst (Apfel, Birne)
- Steinobst (Pfirsich, Aprikose, Kirsche)
- Kiwi, Brombeeren, Litschis, Himbeeren, Erdbeeren
- Haselnuss, Walnuss, Mandel, Kürbiskerne
- Erdnuss
- Sellerie
- Karotte
- Kartoffel
- Anis und viele andere Gewürze
- Ficus-Benjamin - häufig auch auf:
- frische Feige (40%)
- getrocknete Feige (18%)
- Kiwi (15%)
- Papaya (12%)
- Banane (4%-6%)
- Gräserpollen-Allergie - häufig (10%) auch auf:
- Sojamehl
- Getreidemehl
- Erdnuss
- Kartoffel
- Tomate
- Bohnen
- Erbsen
- Linsen
- Beifusspollen-Allergie - häufig (10%) auch auf:
- Sellerie
- Kamille
- Anis
- Karotte
- Paprika
- Gurke, Melone
- Muskat, Pfeffer, Ingwer, Zimt viele andere Gewürze
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Kreuzallergie: Nahrungsmittel - Nahrungsmittel
- Kuhmilch-Allergie - häufig auch auf:
- Ziegenmilch (92%)
- Stutenmilch (4%)
- Rindfleisch (10%)
- Melone-Allergie - häufig (92 %) auch auf:
- Andere Melonensorten
- Bananen
- Avocados
- Krustentierallergie (z.B. Shrimps) - häufig (75%) auch auf:
- andere Krustentiere (Garnelen, Krabben, Muschel)
- Weinbergschnecken
- Kern- und Steinobst, Nüsse (sog. Rosengewächse) - häufig (55%) auch auf:
- andere Rosengewächse = Apfel, Birne, Pfirsich, Marille, Kirsche, Pflaume, Erdbeere, Himbeere
- Fisch-Allergie (z.B. Lachs) - häufig (50%) auch auf:
- Andere Fische (z.B. Scholle, Schwertfisch, etc.)
- Nuss-Allergie (z.B. Walnuss) - häufig (37 %) auch auf:
- Andere Nüsse (z.B. Haselnuss, Crashewnuss)
- Ernuss-Allergie - häufig auch auf:
- Lupine (35%) = ist eine eiweißreiche Hülsenfrucht, die häufig Weizenmehl beigemengt wird. Vorsicht also bei Backwaren, Pastagerichten, Pizza etc. Auch manche Brotaufstriche, Desserts, Getränke, Fleischersatz, Babykost und diätetische Produkte können Lupine enthalten.
- Linsen, Erbsen, Soja (5%)
- Getreide-Allergie (z.B. Weizen) - häufig (20%) auch auf:
- Andere Getreidesorten (Gerste, Roggen etc.)
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Kreuzallergie: Tiere - Nahrungsmittel
- Vogel-Allergie - häufig (20 - 25%) auch auf:
- Katzen-Allergie - auch (<1%) auf:
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Kreuzallergie: Andere Allergieauslöser - Nahrungsmittel
- Latex-Allergie - häufig (30-35%) auch auf:
- Avocados
- Bananen
- Feigen
- Kiwis
- Papayas
- Ficus Benjamin
- Hausstaubmilben-Allergie - auch (<5%) auf:
- Muscheln
- Shrimps
- Garnelen
- Hummer
- Krabben
- Flusskrebs
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Beschwerden:Allergische Reaktionen auf Nahrungsmittel treten meist innerhalb der ersten Stunde nach deren Genuß auf.
- Eine häufige und zugleich harmlose Reaktion ist das orale Allergiesyndrom: Der Patient verspürt Juckreiz an Lippen und im Hals oder ein pelziges Gefühl in Mund und Gaumen unmittelbar nach Genuss eines bestimmten Nahrungsmittels.
- Mundbereich: Es können auch Schwellungen der Lippen, der Zunge, sowie der Wangen- und Rachenschleimhaut auftreten.
- Magen-Darm: Reaktionen wie Erbrechen, Magen- oder Bauchkrämpfe und Durchfall sind ebenfalls möglich.
- Haut: Manche Patienten reagieren mit Juckreiz, Ausschlag (Ekzem, Nesselfieber, Neurodermitis)
- Lunge: Ebenso ist die Auslösung eines Asthmaanfalls möglich.
- Möglich ist aber auch eine allergische Allgemeinreaktion bis hin zum lebensbedrohlichen Schock. In etwa zehn Prozent kommt es zu Kreislaufproblemen mit teilweise starkem Abfall des Blutdrucks. Auslöser solcher schweren Zwischenfälle sind vor allem Nüsse, Erdnüsse, Schalentiere, Fisch, Eier, Milch und Käse, Sellerie und Gewürze.
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Tipps für Nahrungsmittel-Allergiker:
- Diagnosesicherung durch den Spezialisten (Allergologen).
Um herauszufinden, weswegen bzw. worauf das Immunsystem überreagiert, wird ein Allergietest durchgeführt. Sehr hilfreich für das Ausfindigmachen des Übeltäters ist das Führen eines Tagebuches, in dem eingetragen wird, was im Lauf des Tages verzehrt wird. Oft ist es nicht ein bestimmtes Nahrungsmittel, das die Beschwerden verursacht, sondern unvermutete Inhaltsstoffe in Gewürzmischungen (Sellerie), Fertiggerichten, Fitnesspulver (Soja), Süßigkeiten/Backwaren (Erdnuss) bzw. weitgehend unbekannte Allergene wie Lupine (Hülsenfrucht, die Weizenmehl häufig beigemengt wird), die zum Beispiel in Pizza- oder Pastagerichten enthalten sein können. Kleinste Mengen des Allergens reichen aus, um heftige Symptome auszulösen.
- Vertragen Sie mehrere Nahrungsmittel nicht, sollten Sie zusammen mit einem Ernährungspezialisten einen auf Sie zugeschnittenen Diätplan erstellen.
- Sehr hilfreich sind auch spezielle Diätwaren. So gibt es z.B. Milchmolke-Produkte, die durch ein besondere Herstellungsverfahren nur allergenfreie Milcheiweiße enthalten.
- Planen Sie einen Restaurantbesuch, so können Sie vorsorglich eine Antihistaminikum (nach Rücksprache mit Arzt, Apotheke) einnehmen. Eine allergische Reaktion läßt sich dadurch wirkungsvoll vorbeugen.
- Viele Nahrungsmittel sind nicht oder nicht vollständig deklariert. Wenn Sie den Verdacht haben, dass in ihnen Stoffe enthalten sein könnten, auf die Sie allergisch reagieren, lassen Sie die Finger davon.
- Einige Allergene in Nahrungsmitteln werden durch Verarbeitungsprozesse wie Erhitzen, Zerkleinern oder Säuern zerstört. Versuchen Sie also lieber verarbeitete Lebensmittel als rohe.
- Bei einer Hühnereiweißallergie ist Vorsicht bei Impfungen geboten, weil manche Impfstoffe auf Hühnereiern gezüchtet werden.
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Komplikationen
- Komplikationen bei einer Nahrungsmittelallergie können auftreten, wenn schon kleine Mengen eines Allergens ausreichen, um einen anaphylaktischen Schock auszulösen. Diese können in verarbeiteten Produkten auch in versteckter Form vorkommen.
- Die neue Allergenkennzeichnung sieht zwar vor, dass die zwölf häufigsten Allergieauslöser auf verpackter Ware gekennzeichnet werden müssen. Hierzu gehören Nüsse, Milch, Eier, Erdnüsse, Fisch, Sesam, Krebstiere, Gluten, Soja, Sellerie, Senf, Schwefeldioxid (über 10 mg/kg) und jeweils daraus hergestellte Produkte. Dennoch können Spuren einer Zutat auch unbeabsichtigt beim Herstellungsprozess in die Lebensmittel gelangen.
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Wichtiger Hinweis:
Die angegebenen Krankheitszeichen (Symptome) werden sehr häufig bei der Diagnose zu dieser Erkrankung beobachtet. Jedoch kann diese Erkrankung auch ohne bzw. mit anderen Krankheitszeichen vorliegen. Sollten Sie an ähnlichen Krankheitszeichen wie beschrieben leiden, dürfen Sie nicht daraus schließen, dass diese Erkrankung auf sie zutrifft.
Fragen Sie bitte Ihre Ärztin oder Ihren Arzt!
Bei nahezu allen Erkrankungen ist eine frühzeitige Erkennung
und damit die rasche ärztliche Intervention für den Heilungserfolg von größter Bedeutung.
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